Filip Topol – Sänger und Pianist einer der bekanntesten Kultbands TschechiensPsí Vojáci – ist heute Mittag im Alter von nur 48 Jahren verstorben. Gegründet hatte er die Band 1979 mit seinem Bruder und Dichter Jáchym Topol und sie waren anfangs v.a. im Prager Underground bekannt. R.I.P.
Die Young Gods und Erika Stucky im Moods. Must see!
Erika Stucky & Sina, kultiviert-verpeilter Clip.
28. Juni: Erika Stucky & Sina in Uster, Hinterhalt Festival
10. Oktober: Erika Stucky im Moods
(Mit dabei sind David Coulter, Terry Edwards, Michael Blair. Diese spielten schon zusammen mit Tom Waits, Pogues, Lou Reed, PJ Harvey, Nick Cave usw. Sicher kein Fehler, sich früh genug Tickets zu besorgen.)
Als Nach(kl/ges/g)ang der Quartierinszenierung scheint mir dieser Videoclip ganz gut zu passen (zumindest ist die lokale Verknüpfung gegeben).
Übrigens gab es ‘damals’, als da, vor Augen der Mimikerin noch kein Hochhaus stand, zahlreiche solche Playbackclips, sodass man schon fast von einem mittlerweile bereits wieder verschwundenen youtube-eigenen Genre sprechen könnte: WHATEVA!!
Eigentlich kommt mir dieses ‚(TV-)Ereignis’ (siehe unten) ganz gelegen, um einen anderen Verweis ins Feld zu führen: Pavement und Zürich, da war doch mal was? Exakt, nämlich diese Ode, deren Text @befelino vor geraumer Zeit in der bonzschen Gerümpelkammer kopierbereit zwischengelagert hat:
i can’t sing it strong enough
’cause that kind of strength i just don’t have
if you watch the light change
don’t hold them hanging
you think it’s easy, but you’re wrong
i am not one-half of the problem
zurich is stained and it’s not my fault
just hold me back or let me run
what does it mean, a mistake or two?
if it’s the kind of mistakes no one can trace
to the fountain where we sold it
and held them hanging
you think it’s easy, but you’re wrong
i am not one-half of the problem
zurich is stained and it’s not my fault
just hold me back or let me run
you think it’s easy, but you’re wrong
i am not one-half of the problem
zurich is stained and it’s not my fault
just hold me back or let me run
Dass sich das saubere Zürich eine solche Beschmutzung damals nicht gefallen liess, versteht sich – nicht erst nachträglich – von selbst. In Insiderkreisen wird gar gemunkelt, dass eine Gesandtschaft verdeckter Provokateure aus der Limmatstadt in aufhetzerischer Weise an der Schmutzwurfattacke auf die Band beteiligt gewesen sein soll (man achte auf den Song, der eingangs des Clips gespielt wird!).
Die Folge, der ‚Erfolg’, dieses reaktionären Akts: Konzertabbruch!
Den Dokumentarfilm Slow Century, aus welchem der obige Schnipsel stammt, findet ihr (‚in voller Länge’) im folgenden Fenster verlinkt:
Zurück zum Quartier: (Kopierte) Spuren der (multi-)medialen Ereignisinszenierung sind – obgleich im Verlauf der Berichterstattung doch einige ‚kultverdächtige’ Bon(mot)z gesetzt worden sind – bis dato nur wenige zu finden. Eine – etwas gar kurze – sei euch an dieser Stelle aber nicht vorenthalten, zumal sich hier wunderbar eine – (post-)pavementsche, also etwas wacklige – Brücke schlagen lässt: (Do not eatfeed the) Oyster [under the clouds]…
Stereolab
ist heute irgendein Zirkus im Quartier? fragtman sich so seit tagen, lehnt sich gemütlich zurück und geniesset das ganze distanziert mit gewohnter Arroganz …
Frauen im Metal? Natürlich gibt es gebildete Leute – Doktoren gar und Professorinnen –, die sich mit der Rolle der Frau in der Metalszene im Allgemeinen oder in Metalbands im Besonderen aus genderwissenschaftlicher Sicht auseinandergesetzt haben. Als schmuckes Beiwerk, Erfüllungen archaisch-männlicher Wunschträume, Sexsymbole oder Neoklassizistische Heulbojen und weiss der Geier noch was wurden und werden Frauen im Metal gesehen. Schaut man sich Schrecklichkeiten wie Vixen, Nightwish und heute Huntress an, mag das sogar stimmen – auch wenn Girlschool, Détente und von mir aus auch Warlock schon in den Achtzigern die Ausnahmen der Regel waren. Aber darum soll es hier eh nicht gehen. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Bands mit Frontfrauen, die keines der genannten Klischees erfüllen. Sie überzeugen mit einer magischen Präsenz, einer geheimnisvollen Aura und (oder?) mit Vocals, die durch Mark und Bein, unter die Haut und eiskalt den Rücken runter fahren. Natürlich machen Äusserlichkeiten Teil der Faszination aus. Aber diese gehören zum Metal dazu – ob Female-, Male- oder sonstwas Fronted. Darf ich euch nun einige Beispiele vorstellen? Seid herzlichst bedankt.
The Devil’s Blood
Das heisseste Eisen im Feuer des zeitgenössischen Retro-Okkult-Rock sind zweifelsohne die mittlerweile aufgelösten The Devil’s Blood. Sie haben die Welle losgetreten, sie haben polarisiert und die Gemüter nicht nur musikalisch zur Wallung gebracht. Klar: Ein Bandleader und Gitarrist, der auch schon mal einem unflätigen Zuschauer aufs Maul gibt, kommt nicht überall gut an. Die spirituelle Geheimniskrämerei und die blutrünstigen Auftritte – Verzeihung: Rituale – taten ihr Übriges. Auch die Gesangskünste von F. The Mouth of Satan gaben zu Diskussionen Anlass. Fakt ist: Farida (so der Sängerin realer Name) überzeugt nicht unbedingt durch technische Perfektion. Dafür aber mit einer Hypnotik (gibt’s das?), die den geneigten Hörer in den Bann zieht, mit Überzeugungskraft (Man glaubt ihr tatsächlich, was sie da von sich gibt. Hilfe!) und mit einer Bühnenpräsenz, die einem Stoiker Angst machte. Ich geb’s zu: Ich zähle zu den Jüngern. Wer das doof findet, hat eh längst aufgehört zu lesen.
Jess & the Ancient Ones
Böse Zungen behaupten ja, Jess und ihre alten Säcke seien ein blosser Abklatsch von The Devil’s Blood – darunter wohl sogar ein gewisser Selim L. aus Utrecht. Wer sich das Album (und die neue EP) der Finnen aber richtig angehört hat, kommt zu einem anderen Schluss. Hier wird straighter – dabei nicht weniger tiefgründig – gerockt. Eine dezente Hammondorgel trägt wesentlich zum Gesamtsound bei. Jess singt kraftvoll, sie scheint bodenständiger, weniger entrückt als der Mund Satans, und sie passt damit tiptop zum klassischen Hardrock der Band. Psychedelische Ausflüge gehören dennoch dazu wie ein okkultes Konzept, über dessen Glaubwürdigkeit spekuliert werden darf. Tatsache ist, dass sich auf dem Debut von Jess & the Ancient Ones Songperle an Songperle reiht. Und das sage ich nach mindestens zehntausend Durchläufen.
Christian Mistress
Jetzt wird’s klassisch. Und zwar richtig. Klassischer als Christian Mistress kann man echten Heavy Metal kaum spielen. Und dieser klingt dann eben so, wie er in den frühen Achtzigern geklungen hat: nach etwas härterem Hardrock. Jedenfalls in heutigen Ohren. Scheissegal sowieso: Hier wird mit soviel Herzblut und trotzdem unaufgeregt der wahre Metal zelebriert, dass es eine Freude ist. Und neben den herzerfrischend geilen Soli und Gitarrenläufen erquickt vor allem Sängerin Christine das Ohr. Zwischen Singen und sanft dahingerotztem Sprechgesang – ja das gibt’s, hört’s euch an! – pendelt sie hin und her und sorgt für zusätzlichen Wiedererkennungswert. Mit Christen haben wir’s hier – trotz Band- und Sängerinnennamen – nicht zu tun. Mit Satanisten aber wohl auch nicht. Wahrscheinlich einfach mit einer stinknormalen, saucoolen Heavy Metal-Band.
Witch Mountain
Ich weiss, die hab ich schon mal gebracht. Aber Witch Mountain sind so gut, dass ich sie nicht oft genug propagieren kann. Das liegt nicht zuletzt an Sängerin Uta Plotkin, die dem genialen Doom Metal ihrer Bandkollegen das Sahnehäubchen aufsetzt. Diese Redewendung mag im Doomkontext seltsam anmuten: Hier trifft sie den Nagel auf den Kopf (höhö). Die gute Uta ist mit einer wirklich einzigartigen Stimme gesegnet. Dabei singt, flüstert, keift sie sich durch die Songs, dass es eine wahre Freude ist. Das sind nicht die typischen weiblichen Doomvocals wie wir sie etwa von The Wounded Kings oder Alunah kennen (und lieben). Uta hat Power in der Stimme, ihre Vocals kommen aus tiefstem Herzen – und treffen den Hörer auch genau dort. Ihr seht: die Uta hat’s mir angetan. Also hört selbst.
Hela
Zum Schluss noch ein echter Geheimtipp: Hela aus dem sonnigen Spanien. Aber keine Angst, hier geht’s nicht fröhlich zu. Einmal mehr sind doomige Klänge angesagt. Und was für welche. Auf dem eben erschienen Debütalbum reihen sich die geilsten, schwersten und gnadenlostesten Riffs aneinander, die in Elche je geschrieben wurden. So heisst das Kaff, in dem Hela ihre Doommonster erschaffen. Und die von Isabel Sierras wunderbar veredelt werden. Hier habt ihr eure klassischen weiblichen Doomvocals. Und zwar genauso wie sie sein sollen: melancholisch, atmosphärisch, leicht monoton und sich dadurch perfekt ins musikalische Gesamtbild einfügend. Hela verdienen unsere Anerkennung – und unsere Unterstützung. Hier könnt ihr die CD oder den fucking Download beziehen: http://hela.bandcamp.com
Ich weiss, hier fehlen einige geniale Female Fronted-Bands, die man auf keinen Fall vergessen darf. Blood Ceremony, Jex Thoth, Alunah, The Wounded Kings, aber auch Derketa, Mortillery oder – Achtung noch ein Geheimtipp! – Black Table. Na ja, vielleicht ein ander mal.
Kanye West ist “Yeezus” und K.I.Z. sind Adolf Hitler. Definitv ein neuer Skandalsong der Berliner Rapper! In ihrem neuen Video mimt StandUp-Comedian Oliver Polak den deutschen Diktator.
> Adolf Hipster
> Tiwtler
Nun hoffe ich natürlich die Ansteckknöpfe möglichst schnell zu verteilen. Eine Aufgabe welche erst vor 2 Jahren! innert Stunden bewältigt gewesen wäre, wir erinnern uns, 11 März 2011 in Fukushima…
Damals haben alle geschrien, wütend gefordert und lauthals gebrüllt: !STOPP ATOM!
Aber eben, aus den Augen aus dem Sinn- eigentlich schade, mitzuerleben wie schnell versprochenes heute vergessen wird. Natürlich sind viele Fragen offen, nur schon woher der Strom denn kommen soll, wenn nicht vom Reaktor. Zynisch könnte man heute bemerken, dass das Problem von zu wenig Wasser kein Argument mehr ist. Aber im ernst, wie konnte der Aufschrei im ganzen Land so schnell verstummen? Ich bin gespannt wie viele Buttons am Ende der Woche noch aufliegen.
Juni 10, 2013By: Christian Mäder Category: International
Wir sind Sklaven des Kapitals. Tagtäglich müssen wir unseren Scheffen gratulieren. Den Kunden den Arsch abwischen. Aber all dies ist immer noch besser als in einem überfüllten Gefängnis in Kalifornien zu hocken. -> Hier eine beeindruckende Gallerie auf Imgur mit Knast Fotos.