Wiederentdeckungen

Vreni Schneider sei Dank: Des Schweizers Schweiz lässt sich nun wieder verorten! Derweil rast der/das Pistenspektakel-Event im österreichischen Schladming seinem Ende entgegen. Flower-Zeremonien entledigen sich der Gänsefüsschen, und sollte sich zum Abschluss ein Firework ereignen, würde dies nicht weiter überraschen. Verlauf/Ablauf nach Plan, vorformulierte Langeweile. Man kann es mit den Monitorkommentatoren (das Vor-Ort-sein ist hier kein Vorteil) halten und braucht wie diese es beim zigfach (in Zeitl(u/oo)pe) wiederholten Sturz der flügellosen Starathletin hielten gar nicht länger hinzuschauen, „Um Gotteswillen.“ Absprung, Absturz und Crash statt „Vorsprung durch Technik.“ Der scheinbar verbreiteten makabren ‚Freude' an U(n/m)fällen im Spektakel zu verdanken ist die Wiederentdeckung eines ins Abseits geratenen Mediums. Hier feiert, wie unschwer zu erkennen ist, das Daumenkino als ‚Zeigefingerscrollkino' sein (weil's passt) Revival.
Einige Bemerkungen über den Wahnsinn (hier könnte ein abgründiger Link stehen) des Skizirkusmilieus lassen sich im Werk von Elfriede Jelinek finden (meines Wissens fehlt bis heute eine schweizerische Auseinandersetzung mit der Materie. Aber wer könnte den Schweizer Skiroman schreiben? Pedro Lenz?).
Zu bestaunen gibt es an dieser Stelle in voller Länge(weile) die ’sporthistorische‘ Hahnenkammabfahrt von 1981. Empfohlen als spätnächtliche/frühmorgendliche triviale Alternative zu Rauschklassikern wie etwa Spacenight, Swissview, Eisenbahnromantik,
Linienflug
oder Kaminfeuer-TV
(Allerdings: um sich das groteske Spektakel in voller Länge anschauen zu können, bedarf es wohl vorgängig mehrerer Kafis am Pistenrand).

Für die Eiligen (Nüchternen), Spektakelfreudigen als ‚crash compilation‘ zusammengefasst:

Damals wie heute: Entsetzt-sein am Pistenrand!

n.n.m.s.

Kompost und Komposita.

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