Konzertbericht: Umberto Tozzi

Der italienische Superstar Umberto Tozzi sorgte gleich zum Festivalauftakt für eine nahezu ausverkaufte Zeltbühne. Es war ein Auftakt mit Stil: Tom Sterchi, der Gönner und Gründer des Zermatt Unplugged, begrüsste die Konzertbesucher persönlich und wie es sich gehörte, auf italienisch.

Darauf eröffnete „Stadio” den Konzertabend. Die italienischen Pop-Rocker hatten die gutbesuchte Zeltarena vom ersten Moment an fest im Griff. Mit im Gepäck hatten sie ihren Fanclub, der sich aus einer Zeltecke heraus lautstark bemerkbar machte.

Und dann war es endlich soweit: Umberto Tozzi betrat alleine, nur mit akkustischer Gitarre bewaffnet, die Bühne. Nach einer kurzen Begrüssung fragte er das Publikum: Französisch oder Italienisch? Es stellte sich heraus dass jeder im Zelt italienisch verstand.
Wie die meisten Musiker am Zermatt Unplugged hielt Tozzi sich an das Festivalmotto: Er spielte akkustisch. Es war unglaublich beeindruckend, welche Bühnenpräsenz der gestandene Chansonnier verströmte. Und als 2 Songs später sein Saxophonist die Bühne betrat und die wuchtigen Balladen mit virtuosem Jazz bereicherte, herrschte ein erstes Mal Hünherhautstimmung. Sein ausgelassenes Spiel lockte dann weitere Instrumentalisten heran.

So wie das Konzert, so begann auch Tozzis Karriere: Mit Gitarre. Damit tingelte er schon als 16-Jähriger durch die Welt. Mit 22 schrieb er erstmals Songs für andere. Der grosse Durchbruch kam Ende der 70er Jahre mit einem Hit-Hattrick: 1977 brach er mit „Ti amo” sämtliche Verkaufsrekorde in Italien, 1978 folgte „Tu” und 1979 erschien das erfolgreiche „Gloria”.

Nach einer guten Stunde erreichte die Stimmung einen ersten Höhepunkt als der Italiener seinen grössten Hit „Ti Amo” anstimmte. Mit grosser gesanglicher Unterstützung der Zuschauer. Das Publikum schmolz dahin, wie Schnee in der Frühlingssonne.

Danach griff er musikalisch tief in die Rockkiste. Im Publikum stand keiner mehr still. Insbesondere dann, wenn Tozzi jeweils ein paar Takte aus „Gloria” anspielte.

Alles in allem war es ein absolut gelungener Konzertabend. Und selbst als nach Konzertende die Zürcher Band Mo Blanc im Foyer die Besucher auf den Heimweg einstimmte, hallte noch das eine oder andere Gloria nach.

Was macht das Zermatt Uplugged zu einem so speziellen Musikfestival? Ist es das Matterhorn? Ist es die geografische Verteilung der Konzerte im ganzen, autofreien Bergdorf? Oder sind es die Künstler die sich „entblössen” und unplugged spielen? Wahrscheinlich von allem ein bisschen.

Zermatt Unplugged, ti amo!

Christian Mäder

BITLAKE | Content Distribution

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