Heisses Eisen: 7 Tage, 7 Elemente // Part IV: Thrash Metal

Langsam geht's an Eingemachte. Wer jetzt noch dabei bleibt, gehört zu den ziemlich Harten. Um zur Elite zu gehören, muss man aber noch ein paar Tage durchhalten. Deshalb machen wir es kurz und schmerzlos. Kerry King ist ein echter Arsch, aber ein Thrash Metal-Blog ohne Slayer ist wie Pommes ohne Mayo: durchaus wünschenswert. Unberechenbar wie ich bin, bring ich sie dennoch. Dafür verzichte ich auf Metallica. Schnell, aggressiv, wütend: Das ist Thrash. Sozusagen der Punk des Metal. Aber mit Musikern und einer richtig fies sägenden Gitarre. Ansonsten ist die Palette durchaus breit: von roh bis leicht verkohlt. Ach ja: Hier dominieren bei mir die Klassiker. Sorry, ihr Neo-Thrash-Wimps!


Es gibt kein Wenn und Aber: Bonded by Blood ist das beste Thrash-Album aller Zeiten. Die geilsten Riffs, die geilsten Refrains, Lyrics voller infantiler Gewaltfantasien und vor allem: Paul Baloff, der Irre am Mikrophon, der das Ungestüme, das Unkontrollierbare, die pure Energie der frühen Thrash-Tage verkörpert wie kein Zweiter. Setze ich grad zu einer Lobeshymne an? Wenn ja, dann mit gutem Grund.


Ohne die Bedeutung von Reign in Blood schmälern zu wollen: Hell Awaits macht vielleicht weniger Spass, ist aber genau darum das bessere Album. Denn das Unheilvolle, das Dunkle ist auf dem Nachfolger einer gezielt bösartigen, aber irdischen Aggression gewichen. Macht das Sinn? Spielt das eine Rolle?


Kreator sind die zweitgrössten Stars des Genres. Und das durchaus verdient. Dennoch wage ich die These, dass ihr Meisterstück schon bald 30 Jahre auf dem Buckel hat. Nie wieder klang Milles Stimme so fies, nie wieder bolzte man in solch rabiatem Tempo durchs Unterholz. Kein Wunder, berufen sich Horden von Norwegischen Black Metallern auf Kreators Frühwerke – und Mille ist Veganer! Teutonen-Thrash at its best!


Zu einer Zeit als kein Hahn nach Thrash Metal krähte, gründete ein 19jähriger Norweger namens Carl-Michael Eide – auch bekannt als Aggressor – eine Band. Und er machte keinen Hehl aus seiner Liebe zu den Legenden des deutschen Thrash. Heraus kam: eine Black Thrash Attack!


Metal kann auch Spass machen. Zum Beispiel mit Municipal Waste. Und die machen nicht nur mächtig Laune, sondern halten das Erbe von D.R.I. und Konsorten in Ehren. Im Metal wird sowas geschätzt. Zurecht, wie ich finde. Früher nannte man das übrigens mal Crossover.


Tech-Thrash, anybody? Extreme Metal für Nerds, behaupten böse Zungen. Wen kümmert's, wenn's klingt wie Vektor? Die Zukunft des Thrash. Der Rest kann da getrost nach Hause gehen. Enjoy!

Matte

Für Heavy Metal zuständig … und ist der linke Fuss und die rechte Hand von Trollhauser.

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