Ulrich Seidls Paradies: Glaube


Beklemmend schön. Seidls 2. Teil seines Paradies-Triptychons. Tolle Kamera (lange Einstellungen, oft Zentralperspektive mit Symmetrischen Elementen), toller Sound/Ton, tolle Inszenzierung/Regie, toller Schnitt und vor allem eine überzeugende Darstellerin: Maria Hofstätter (Hundstage, Import Export, …) Sieben Jahre bereitete sich die ansonsten konfessionslose Schauspielerin auf diese Rolle vor, ging auf Fusswallfahrt, ging beten, missionieren, eine Woche ins Schweigekloster, und und und … bis zu Probegeiselungen mit SM-Geissel (bis diese dann Opus Dei-gerecht angefertigt wurde).
Meine Lieblingsszene ist die, in welcher Hofstätter auf den (gealterten) Busenfreund Rene Ruppnik trifft. Aber auch Nabil Saleh, der den muslimischen, gelähmten Ehemann spielt und Dieter und Trude Masur sind umwerfend.
An der Weltpremiere an den Filmfestspielen in Venedig wurde Seidl, Hofstätter, die Produzenten des Films und der Leiter des Festivals von ultrakonsevativen Katholiken wegen Blasphemie verklagt. Der Film bekam schlussendlich den Spezialpreis der Jury. Irgendwie hat Seidl hier sein Schaffen perfektioniert. Wirkt super im Kino. Kommt bei uns am 09.05.
Seidl auf Bonz: Spass ohne Grenzen
–> und hier noch der Link zum gutgeschriebenen Review der ZEIT mit Trailer: Im Darkroom des Katholizismus

Befelino

Schreibt über Kultur, Musik und Filme.

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