Sound of Glarus: Samstag

Gleiche Location, gleiches Fest, andere Jahreszeit. Es war zwar noch trocken, aber jedem war klar, dass man heute früher oder später von aussen mindestens gleich nass wird wie von innen.

Die Hard-Rock Band Shakra eröffnete auf der Hauptbühne. Hier trägt man noch die Haare lang und spielt die Gitarren laut. Ihr satter Sound war ein optimaler Start in den letzten Abend des dreitägigen Glarner Stadt- und Musikfests. Sänger John Prakesh genoss als ehemaliger Glarner quasi einen Heimvorteil und konnte so das noch nicht allzu zahlreiche Publikum zum Headbangen animieren.

Wie gesagt, so warm wie gestern war es nicht mehr. Ein guter Grund also, einmal die überzeltete Nebenbühne zu besuchen. Die Glarner Band PEPPERMINT TEA GROUP spielte auf.

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Diese Jungs wurden definitiv nicht ans Sound of Glarus eingeladen, weil ein Bandmitglied per Zufall denselben Töpferkurs belegt wie die Schwester eines Freundes eines Mitorganisators – Nein, sie sind da, weil sie verdammt gut sind! Die 7-köpfige Combo, war von Anfang an das Metronom für alle Zuhörer des übervollen Zeltes. Gespielt wurde poppiger Funk und zwar so, dass ich damit rechnete, dass Shaft jeden Moment um die Ecke bog. Fliegende Songübergänge, Cover- und Choreoelemente sorgten dafür, dass ihr Auftritt von Anfang bis Ende einfach „bündig“ war.

Weiter ging es mit Che Sudaka auf der Hauptbühne.

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Entstanden ist die Ska-Band  in Barcelona aus (zum Teil illegalen) Einwanderern aus Argentinien und Kolumbien. Also quasi argentinische Steaks mit spanischem Bier und kolumbischem Koks…äh ich meine Kaffee. Energie war auf jeden Fall genug vorhanden, obwohl der Sound für so eine grosse Bühne vielleicht etwas dünn war. Ihr Metier sind wahrscheinlich eher die mittelgrossen Clubs, die sie dann richtig zum Dampfen bringen. Das Versprechen, sie würden uns nochmals den Sommer zurück bringen, wurde gehalten: Es war nämlich immer noch mehrheitlich trocken.
Che Sudaka 1 – Thomas Bucheli 0

Dann war wieder Szenenwechsel angesagt: Nebenbühne. Für Party war Talco aus Italien zuständig. Die Band einfach als Ska-Band zu bezeichnen wäre jetzt etwas zu einfach. Mir kam die Bezeichnung Speed-Polka in den Sinn und finde, das passt ganz gut. Aber macht euch selbst ein Bild:

Dem Publikum (und auch mir) gefiel es!

So, nun wurde es also Zeit für den grossen Headliner: UB40

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UB40 ist übrigens ursprünglich eine Abkürzung eines britischen Formulars, mit welchem man Arbeitslosenunterstützung beantragen kann. Die Formation besteht bereits seit 1978 und hatte schon so viele Singles in den Charts, dass wirklich jede und jeder ein paar Songs von ihnen kennt… sei es auch nur als Warteschleifenmusik einer Hotline. Den Auftritt fand ich persönlich vor allem zu Beginn zu steril. In den Stimmen waren so viele Effekte, dass Cher dagegen eine Acapella-Sängerin ist und das E-Drum erinnerte mich etwas an die Flippers.
Aber in Summe ist das der Sound von UB40 und das ist auch gut so. Das Publikum blieb trotz einsetzendem Dauerregen zahlreich und die bekannten Hits wie „Red Red Wine“ liessen die gute Stimmung nochmals besser werden.
Alles in allem würde ich das Sound of Glarus 2013 als rundum gelungenen Event bezeichnen und freue mich schon auf 2014!

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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