Tsüri: Immer mehr Sozialhilfebezüger

Immer mehr beziehen Sozialhilfe. Das hat wohl damit zu tun, dass andere soziale Institutionen wie ALV und IV restriktiver werden. So werden also die Menschen einfach zwischen den Institutionen hin und her geschickt. Und da muss man sich schon fragen, ob dieses System Sinn macht.

1. Lösungsidee: Einwanderung beschränken
Die SVP und andere Kreise möchten wieder die Einwanderung beschränken. Dies hat allerdings den Nachteil, dass dies einerseits gegen die Verträge mit der EU verstossen würde, andererseits aber auch der Wirtschaft doch stark schaden könnte, wie auf GOMS2014 zu lesen ist. Alternativ könnte man einfach eine Greencard einführen, wie das Amerika macht, und diese verlosen ;).

2. Konstruktiver Lösungsvorschlag
Grundeinkommen statt Sozialwerke. Aufhören mit dem Wirrwarr an Sozialwerken. Kapitalismus ja, ABER jeder soll mitmachen dürfen! Selbst die beiden renommierten Ökonomen Thomas Straubhaar und Klaus Wellershoff geben dieser „Urliberalen Idee“ neuen Rückenwind und fordern, ein Grundeinkommen für alle einzuführen. Auch der Ökonom Ökonom Milton Friedmann äusserte sich positiv zur Idee, staatliche Hilfsleistungen nicht mehr paternalistisch und nach willkürlich gesetzten Kriterien zu verteilen.

Ein Grundeinkommen würde die Sozialwerke überflüssig machen. Und nicht nur das, gesetzliche Vorschriften für Mindestlöhne würden ebenfalls überflüssig: Ungeliebte niedrig entlohnte Arbeiten, die nicht verzichtbar und gesellschaftlich wertvoll sind, müssten entsprechend wertgeschätzt und auch relativ besser bezahlt werden. Es würde also dennoch gearbeitet werden. Und nicht nur das, viele Menschen würden die neue Sicherheit als Sprungbrett zu Innovation nutzen, was der Wirtschaft zugute käme.

Zum Glück können wir bald darüber abstimmen.

[1]: NZZ
[2]: Zeit Online
[3]: Initiative: Bedingungsloses Grundeinkommen
[4]: Grundeinkommen.ch – pro und kontra.

Christian Mäder

BITLAKE | Content Distribution

Ein Gedanke zu „Tsüri: Immer mehr Sozialhilfebezüger

  • 17. Januar 2014 um 18:03
    Permalink

    Sorry Bonz, aber das Grundeinkommen ist keine gute Idee und auch nicht liberal im Sinne von Hayek, Rothbard, Mises, etc. Friedman’s negative Einkommenssteuer hat nichts mit dem vorgeschlagenen Grundeinkommen zu tun. Der Sinn der negativen Einkommenssteuer war ja gerade, jene falschen Anreize zu kompensieren, die sich aus dem Grundeinkommen und ähnlichen Zahlungen ergeben.

    Das Argument, dass dennoch gearbeitet würde, zielt leider am Hauptproblem vorbei: Das Grundeinkommen ist ein Anreiz, sich tendenziell weniger an den Bedürfnissen der Mitmenschen zu orientieren.

    Anstatt die Arbeit zu machen, die am meisten nachgefragt wird (die also am dringendsten gebraucht wird), soll dank dem Grundeinkommen jeder das machen können, auf was er gerade Lust hat. Das Grundeinkommen ist ein zutiefst egoistisches Konzept. Es läuft der Idee der Kundenorientierung zuwider. Es führt zu Ãœberangebot in den einen Märkten (z.B. Kunstmarkt) und zu Knappheit in anderen Märkten (z.B. Brotbacken morgens um 3 Uhr). Es bringt die arbeitsteilige Gesellschaft aus dem Gleichgewicht.

    Das Grundeinkommen wird besonders in arbeitsintensiven Branchen mit niedriger Wertschöpfung zu Personalknappheit und steigenden Preisen führen. Für die reichen Leute ist das kein Problem, denn Konsumausgaben sind ein kleiner Teil ihres Einkommens. Die armen Leute jedoch sind von diesem Effekt stärker betroffen, denn sie geben einen Grossteil ihrer tiefen (Grund-)Einkommen für Konsumgüter aus, deren Produktion sich verteuern würde.

    Mit einer ökonomischen Grundbildung sind die Schwächen des Argumentariums klar erkennbar. Ich finde es besorgniserregend, wie leicht sich viele Leute von diesem fehlgeleiteten Vorschlag verführen lassen.

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