Fairphone first edition

Ja, ich hab eins =) Und ehrlich gesagt habe ich mir nicht einen Moment überlegt es zu verkaufen. Selber besitze ich immer noch ein iPhone 4, ohne S. Insofern ist das Fairphone für mich nicht einfach ein weiteres Smartphone, sondern gleichzeitig eine Glaubensfrage; Apple oder Google?

Mein Fairphone

Darum schreibe ich jetzt auch nicht einfach wie toll das Fairphone in der Hand liegt oder über die Philosophie dahinter. Erfahrungsberichte wie der auf Vice.com oder von heise.de sollten genügen um die Idee zu umreissen, die Tech-Specs zu erläutern und die Coolness aufzuzeigen.

You are important

Wie gesagt bin ich Apple geschädigt, Plug and Play, WYSIWYG. Allerdings sind seit dem SE30 nicht nur viele Jahre vergangen, sondern Apple hat sich aus der alternativen, kreativen User-Nische zu einer geschlossenen, konspirativen Firma entwickelt. Vom Pioniergeist der 90er Jahre ist seit iPod, iPhone und AppStore nichts mehr übrig- und Design ist auch nicht alles!

Somit erhalte ich durch das Fairphone die Möglichkeit auf eine elegante Art umzusteigen. Natürlich kenne ich Android und hatte auch schon einige Geräte mit dem Betriebssystem in meinen Fingern. Trotzdem, nur weil ich die Idee der Fairphone-Macher letztes Jahr unterstützt habe, soll ich mich jetzt von meiner Apple-ID und der Apple-Wohlfühl-Blase verabschieden?

JA, es ist Zeit erwachsen zu werden und das proprietäre iOS hinter sich zu lassen!

Darum zurück zum Phone, das mitgelieferte System 4.2.2 ist zwar nicht mehr das neueste, aber ehrlich gesagt finde ich JellyBeans auch einfach sympathischer als KitKat 😉 Und Emotionen sind wichtig, und so schalte ich mein Fairphone ein und gebe ihm eine Chance. Es ist nämlich so, dass der Rückstand im App Angebot mittlerweile auf- oder sogar überholt ist. Für mich wichtige Apps wie Runtastic, Wemlin, NZZ oder Instagram sind auch im Play-Store erhältlich…

Also schalte ich mein neuestes Gadget ein und werde freudig willkommen geheissen. Als erstes werde ich nach der Sprache gefragt- ich wähle Deutsch. Dann die Sim-Karte, mache ich später. Jetzt das obligate WiFi- und fertig! Ich befinde mich nun im Android-Fairphone-Kosmos und halte ein wunderbar jungfräuliches System in den Händen. Ein so abgespecktes System das ich mir zwei mal überlege die Google-Welt zu installieren. Aus Zeitgründen konnten die Macher nämlich keine Lizenz erwerben und so müssen die Google-Dienste nach installiert werden- tippen genügt, ein Neustart und ich bin drin!

! Soweit so gut- wer jetzt aber zu den glücklichen 10’185 der „FIRST EDITION“ gehört sollte weiterlesen !

Als Droid-noob fand ich die Oberfläche angenehm und wollte die Screens jetzt natürlich mit Apps füllen- denksde. Apps aus unbekannter Herkunft zu installieren mittels direktem apk-download funktionierte für ein paar Apps dann auch (für mich eigentlich nur nich ein Argument mehr)- aber fast immer wurde ich auf den Play-Store verwiesen und der FEHLTE nach der Installation der Dienste?

– Die Lösung:  Und es funktioniert wirklich nur so, nochmals auf Feld 1, alles zurück setzen und Neustart.

Jetzt kommt wieder das schöne Intro, und die Sprachwahl ! HIER DARF KEINE SPRACHE GEWÄHLT WERDEN ! Einfach weitermachen- sim skip – wifi login – und wenn jetzt der Instaler auf dem Home-Screen berührt wird (es wird Superuser-Zugriff gefordert- immer zulassen anklicken in dem Fall) werden alle Dienste installiert und nach dem Neustart – welch Wunder, ein Gmail-Login verlangt.

– WILLKOMMEN BEI GOOGLE –

Der Gmail- Account war dann auch die Lösung für mein nächstes Problem, wie bringe ich möglichst viel – vordergründig meine Kontakte, vom iPhone auf mein Android? (Meinen bezahlten-Apps gedenke ich an der Stelle mit einem $-Zeichen)

– So gehts, iPhone auf meinem (Apple =)Computer ein letztes mal syncen, Kontakte aus dem Adressbuch exportieren, im Browser Gmail-Konto öffnen und Kontakte importieren, dank der Google-Cloud hatte mein Fairphone dann meine Kontakte schneller im Speicher als ich „sooo geht das“ sagen konnte…


Das Bild unten zeigt für die alten Android-Hasen natürlich nichts neues, aber für meine fertige iPhone-Welt ist es ein Augenöffner: Dual-Sim und MicroSD-Slot, dazu einen Akku der nicht verklebt sondern gewechselt werden kann.

Eine der beigelegten Postkarten in der stylishen Verpackung hat dann auch noch das passende Motto zum Abschluss:

„IF YOU CAN’T OPEN IT, YOU DON’T OWN IT.“

WOW Dualsim und micro-SD

2 Gedanken zu „Fairphone first edition

  • 2. November 2014 um 23:03
    Permalink

    Hallo
    Ich bin vor kurzem auch auf das Fairphone gestossen und wie du so schön sagst ebenfalls Applegeschädigter. Bei mir ist der Schadensgrad aber etwas höher als bei dir vermute ich. Ich sträube mich davor, die iOS-Welt zu verlassen. Die Idee eines fairen Phones verlockt jedoch sehr. Vor etwa 3 Jahre hatte ich das letzte Mal wirklich etwas mit Android zu tun und scheue mich etwas fest vor der Umstellung. Weisst du ob es eine möglichkeit gibt, ein iOS-System auf das Fairphone zu laden? Ich geriet bisher mit Android nur in die Haare. Weisst du auch bis wie weit der Speicher mit Speicherkarten erweitert werden kann? Kann man problemlos Videos auf dem Phone anschauen? Läuft auch Skype wirklich so wie es sollte? Es ist immer schwierig die warme schöne gute Stube zu verlassen und sich auf etwas neues, von mir unerforschtes einzulassen woraus es bei einer Entscheidung kein zurück mehr gibt.

    Ich würde mich riesig über eine Antwort freuen.

    Grüsse aus der Schweiz

    Aurel Huber

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