Konzertbericht: Sixto Rodriguez

Ein Künstler mit einer Geschichte, die absolut unglaublich ist!

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Was ist das für ein Mann, der heute abend im Volkshaus auf der Bühne stand? Was treibt ihn dazu, mit 72 Jahren am gleichen Abend zwei Konzerte hintereinander zu geben?

Die Antwort auf diese Fragen liefert der Dokumentarfilm Searching for Sugarman, welcher 2013 den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewonnen hat.

(Achtung Spoiler Alert)

Ich weiss noch genau, als ich irgendwann letztes Jahr ohne Plan vor dem Kino RiffRaff stand und „einfach mal irgend einen Film schauen“ wollte. Das gelbe Plakat mit dem Mann mit der Gitarre auf dem Rücken hat mir auf den ersten Blick am besten gefallen, daher bin ich einfach mal reingesessen.

Es ging dabei um einen Musiker namens Sixto Rodriguez. Er lebte in den späten 60er Jahren in Detroit und hielt sich mit Gelegenheitsjobs und auftritten in Kneipen über Wasser. 1968 wurde er von Harry Balk von Impact Records entdeckt. Danach kam Rodriguez über Motown zu Sussex Records, wo er zusammen mit den Besten Produzenten und Studiomusiker seine erstes Album „Cold Fact“ aufnahm.

Die Kritiker waren sich einig: Das Album war absolute Spitzenklasse, Sixto war ein herausragendes Ausnahme-Talent!

Es fehlte nur etwas: Der Erfolg! Niemand kaufte das Album.

Wirklich Niemand? Im Trailer zum Film bekommt man eine Ahnung, wie verrückt die Geschichte wirklich war:

Südafrika war durch die Sanktionen wegen ihrer Rassen-Politik von der Aussenwelt praktisch abgeschnitten. Es war unnmöglich herauszufinden, wer Rodriguez wirklich war.

Zwei Südafrikanern machten sich schliesslich auf die Suche nach mehr Informationen. 1997 gelang es ihnen endlich mehr herauszufinden. Und die wichtigste Info war: Rodriguez war gar nicht tot! Diese Story war nur ein Gerücht. Sie luden ihn nach Südafrika ein und 1998 (also 40 Jahre später!) Spielte er 6 ausverkaufte Konzerte vor Total rund 250’000 Fans in Südafrika.

(Ende Spoiler Alert)

Und seither holt er seinen Erfolg nach und tourt durch die Welt. Klar, er kann nicht mehr so Gitarre spielen und singen  wie vor 30-40 Jahren. Aber hey, er hat zwischen der Aufnahme seiner CD und seinem jetzigen Erfolg 30 Jahre auf dem Bau gearbeitet und in einem Haus ohne Heizung gewohnt!

Was zählt an diesem Konzert, ist die Gewissheit, dass diese Geschichte wirklich wahr ist!

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

Ein Gedanke zu „Konzertbericht: Sixto Rodriguez

  • 25. März 2014 um 07:44
    Permalink

    Danke für diesen super Artikel! Ich war ebenfalls am Konzert und jetzt noch gerührt.. Sugarman found.

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