Vom Messenger zum Netzwerk

Seit mehreren Wochen funktioniere ich nun ohne den geliebten What'sApp-Messenger (WAM). Ein Selbstversuch – oder:

  „Die Ernüchterung nach einem ideologischen Feldzug gegen Datenkraken auf dem Gebiet der Mitteilungsdienste“

Netzwerkabbildung

Um es vorweg zu nehmen, es ist nicht mein Stolz alleine der es mir verbietet WAM wieder zu installieren, meiner Meinung nach ist WAM weiterhin nicht zwingend. Das ultimative Messenger-Angebot kommt erst noch.

Die grösste Knacknuss allerdings um das Feld der Messenger zu dynamisieren, ist nach meiner Erfahrung nicht die Popularität des Dienstes sondern es sind einfach gesagt die Gruppen.

Die Gruppenfunktionen sind der Klebstoff um die Kontakte untereinander zu binden und verhindern einen einfachen Wechsel. Gruppen bilden aus einem einfachen Messenger viele kleine soziale Netzwerke.

Der Gruppenchat auf Threema ist momentan Müll- solange nachträglich keine Kontakte hinzugefügt werden können macht Threema einfach keinen Sinn. Und bleibt daher für Gruppen mit mehr als 5 Kontakten unbrauchbar.

Telegram verfolgt einen spannenden Ansatz bei Gruppenchats, hier sind Gruppen mit bis zu 200 Kontakten möglich und jeder Teilnehmer kann selbstständig neue Kontakte hinzufügen. Daneben bietet Telegram auch sonst noch spannende Optionen wie den Selbstzerstörungs-Timer oder Geheim-Chat. Telegram ist daher das neue What'sApp.

Warum findet dann kein breiter Wechsel statt? Es fehlt die kritische Masse!

Es ist es die Gewohnheit, die Angst vor der Veränderung oder ganz einfach der Gruppendruck.

Es sind die Gruppenchats, die sehr aktive Netzwerke abbilden und sich nur schwer komplett transferieren lassen. Eine WAM-Gruppe mit mehr als 20 Kontakten zu Zügeln scheint unmöglich.

Meine persönlichen Gründe für einen Wechsel sind differenziert. Einerseits fühlte ich mich nach der milliardenschweren Ãœbernahme durch Facebook von den WAM-Machern verraten. Natürlich sollte jeder Entwickler zugreifen wenn Milliarden von Dollars winken und eine nachhaltige Infrastruktur geboten wird. Eigentlich nachvollziehbar.

Andererseits kritisiere ich den rücksichtslosen Stil, den Sell-Out, den unglaublichen Kaufpreis der meine intime Kommunikation schonungslos zum handelbaren Rohstoff gemacht hat. Die Ohrfeige der digitalisierten Kommunikation, die meinen persönlichen Informationsaustausch filtert und mich mit massgeschneiderten Inhalten abspeist.

Ich bin bereit für Dienstleistung zu bezahlen. Ich bin bereit meine Privatsphäre zu schützen auch wenn ich nichts zu verbergen habe.

Momentan habe ich kein What'sApp mehr, dafür Threema und Telegram. Momentan pflege ich wieder vermehrt 1 zu 1 Kommunikation, habe zwei Messenger und schreibe SMS – trotzdem fühle ich mich asozial. WTF.

2 Gedanken zu „Vom Messenger zum Netzwerk

  • 27. März 2014 um 12:11
    Permalink

    ich gebe dir noch zwei monate bis du whatsapp wieder instalierst 😉

  • 24. Juli 2014 um 00:48
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