99designs: Crowdsourcen von Design – Ein Erfahrungsbericht!

Mich fasziniert Crowdsourcing seit jeher. Mit Crowdsourcing meine ich die Auslagerung von Teilaufgaben an eine Community. Insbesondere im Bereich Design, wo man auf viele Inputs angewiesen ist, bieten sich das Internet in Verbindung mit Crowdsourcing ja geradezu an. Und kürzlich erhielt ich eine Presse-Mitteilung, welche das Startup 99designs vorstellt. 99designs wurde 2008 in Australien gegründet und hat mittlerweile seinen Sitz in Amerika. In einer ersten Finanzierungsrunde schossen namhafte Investoren tatsächlich 35 Millionen US-Dollar ein.

Da ich mein Onlinemagazin Wellnessino umgestalten möchte, entschloss ich mich via 99designs ein neues Logo für mein Wellnessmagazin machen zu lassen. Klar, ich hätte auch einen lokalen Designer beauftragen können. Mir war aber in erster Linie wichtig, möglichst viele kreative Vorschläge zu erhalten. Und dafür ist das Prinzip von 99designs bestens geeignet. Mit 99designs lassen sich kleinere Designaufträge bis hin zu kompletten Webdesigns auf sehr einfache und direkte Art Crowdsourcen.

Die Webseite ist schön aber schlicht gehalten. Man findet sich schnell zurecht:

Startseite von 99deisgns

 

Das Prinzip funktioniert so: Ein KMU oder eben ein Startup ist auf der Suche nach einem passenden Logo. Das Vorgehen ist denkbar einfach: Man löst sich einen Account bei 99designs und wählt das passende Produkt. Dann beschreibt man möglichst detailliert seine Anforderungen und gibt einen passenden Budgetrahmen. Zudem stellt 99designs ein paar Werkzeuge bereit: Schieberegler. Man kann damit mit wenigen Klicks sein Wunschlogo mit eher modern oder eben eher klassisch beschreiben.
Anschliessend lanciert man die Ausschreibung. Dadurch können sämtliche registrierten Designer weltweit daran teilnehmen. Aktuell sind über 300‘000 Designer registriert. Diese können dann an ebendieser Ausschreibung teilnehmen und ihre Vorschläge einreichen.

99designs, so funktioniert's:

99designs – so geht’s from Eva Köster on Vimeo.

Allerdings, wie ich dann merkte, braucht es doch auch einigen Aufwand seitens des Auftraggebers. Wie ich schnell merkte, musste ich die Vorschläge kommentieren und bewerten. Und vor allem die Vorschläge, die überhaupt nicht passen, abwählen. Nur so merken die Designer, wo die Reise hingeht. So nähert man sich dann iterativ zusammen mit dem Designer seinem Wunschlogo. Im besten Fall kommuniziert man direkt mit den Designern. Dies ist durch die sehr übersichtlich gestaltete Benutzeroberfläche von 99designs sehr einfach möglich. Alle Vorschläge sind kommentierbar und man erhält nicht selten sogar innert Minuten Antwort. Ich würde ja gerne hier ein paar Vorschläge, die ich erhalten habe, posten. Allerdings haben in dieser Phase die Designer das alleinige Recht an ihren Grafiken.

Die Finalrunde:

Man wählt dann aus allen Vorschlägen einige Teilnehmer aus, die in die sogenannte Finalrunde kommen. Dort kann man dann intensiv an den gewünschten Designs schrauben. Für meinen Auftrag erhielt ich in der Vorrunde über 300 verschiedene Logovorschläge von insgesamt über 140 unterschiedlichen Designern.

Designvorschläge

In der Finalrunde haben die Designer das Logo nach meinen Wünschen angepasst und ich konnte dann einen Gewinner auswählen. Insgesamt erhielt ich 368 Entwürfe von genau 144 Designern. Ich habe dann doch recht zügig mein Traumlogo gefunden: Hier ist es, mein neues Logo für das neue alte Onlinemagazin Wellnessino:

Designs
Schön, oder? Und ich hatte grosses Glück, der Gewinner war so freundlich und hat mir gleich noch Designs für Visitenkarte und Briefpapier mitgeschenkt. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ausdrücklich meinem Designer – wo auch immer er herkommt – bedanken: Danke Alex!

Wellnessino Gewinner Design

FAZIT:

Ich kann 99designs aus eigener Erfahrung weiterempfehlen und überlege mir sogar, weitere Designaufträge via dieser genialen Crowdsourcing-Plattform auszuschreiben. Es gilt allerdings zu beachten, dass man etwas Zeit in die Bewertung sowie in die Kommunikation mit den Designern investieren muss, um sein gewünschtes Design zu erhalten. Macht man dies aber mit grosser Sorgfalt, erhält man so eine riesengrosse Auswahl an unterschiedlichsten Designvorschläge und findet so schlussendlich sein gewünschtes Design – für sehr wenig Geld.

Christian Mäder

BITLAKE | Content Distribution

5 Gedanken zu „99designs: Crowdsourcen von Design – Ein Erfahrungsbericht!

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