Sexbeichte auf Facebook, Beziehungsanarchie und bewusste Sexualität

Momentan sind auf Facebook Sexbeichten angesagt und das wurde ja in den Medien auch schon ausgeschlachtet. Soviele Mitglieder wie erwartet haben die betreffenden Facebookseiten und Gruppen dann doch nicht. Dazu kommt das Niveau, das ist nämlich eher unterirdisch:

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..ja selbst Sexpillen werden feilgeboten. Das Ganze Phänomen allerdings als Schwachsinn abzutun wäre trotzdem falsch. Es tut sich einiges in Sachen Gesellschaft und Sexualität und nicht nur das, es gibt durchaus auch ernstere Auseinandersetzung mit dem Thema. Da möchte ich für einmal auf folgende Gruppen hinweisen, in welchem die Sachliche Diskussion im Vordergrund steht.

1. Beziehungsanarchie
Hier wäre einmal die Gruppe „Beziehungsanarchie„. Beziehungsanarchie (abgekürzt RA für engl. „relationship anarchy“) bezeichnet die Denkweise, jede zwischenmenschliche Beziehung individuell zu betrachten, anstatt sich leiten zu lassen von Normen und Standards wie „das macht man in einer Freundschaft, Affäre, Liebesbeziehung, Verwandtschaft, etc. halt so“. Dadurch wird auch normfreies Lieben möglich, was zu Konzepten wie Polyamorie führen kann – allerdings lehnt die Gruppe Beziehungsanarche die sonst übliche Hierarchie ab, die bestimmte Personen aufgrund ihres „Partner“-Status höher stellt als „nur Freunde“. Diese Unterscheidung in diese diese grundsätzlichen Kategorien ist gemäss der Beziehungsanarchisten unsinnig. Stattdessen soll jede Beziehung sich frei von Kategoriegrenzen so entwickeln, wie es den Beteiligten gut tut. Ein durchaus Interessanter Ansatz, was das aber genau heisst muss man wohl erfahren. So einfach ist da nicht, insbesondere wenn man wohl wie die meisten in der Schweiz bürgerlich aufgewachsen ist. Wenn man aber bedenkt, dass jede zweite Ehe geschieden wird, ist es wohl angebracht, Themen wie Zusammenleben und Beziehung zumindest zu diskutieren.

2. Bewusste Sexualität
Eine andere interessante Gruppe die sich ernsthaft (!) mit dem Thema bewusste Sexualiät auseinandersetzt, ist die Gruppe „Bewusste Sexualität„. Thema dieser Gruppe ist der bewusste, wache Umgang mit Sexualität. Liebe, Beziehungen, Gesellschaft, Prostitution, Pornographiekonsum, Sex in der Werbung und halt eben in erster Linie Psychologie.

Es gibt also durchaus Bestrebungen, dieses Thema vertiefter zu diskutieren. Und Facebook ist dafür ein gutes Werkzeug und eignet sich wenn auch selten doch ab und an für ernsthafte und sachliche Diskussionen. Was allerdings eher gegen eine öffentliche Diskussion spricht, ist Big Data rsp. der Datenschutz. Irgendwann heisst es vielleicht mal: „Sie müssen eine höhere Krankenkassenprämie bezahlen, sie haben zuviel rumgefickt“ – weil eben irgendwann die Unternehmen auf diese Daten und die dazugehörigen Metataden zugreifen können und intelligente Filter entwickeln, dessen Resultate dann beispielsweise in die Preisberechnung von Krankenkassenprämien einfliessen. Und dabei sind die Krankenkassenprämien wohl noch harmlos, es gibt sicher krassere Anwendungen. Aber ich schweife ab. Das Thema Sexualiät, Beziehung und Gesellschaft bleibt spannend und über Flirt Apps, Sextourismus, Sexuelle Gewalt im Rap Freikörperkultur  sowie  Kuschelparties (!)  habe ich ja schon gebloggt.

Christian Mäder

BITLAKE | Content Distribution

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