Was macht der Harry-Potter-Komponist Patrick Doyle im ostdeutschen Halle? 

Kühl war es am Samstagabend vor einer Woche in Halle, ein leichter Nieselregen… Dieser kurzzeitige Bote der unangenehmen Seiten des Herbstes ließ sicher den ein oder anderen lieber zu Hause auf der Couch bleiben.
Aber Moment mal – Halle? Ja, Halle an der Saale, Platz 31 der Großstädte Deutschlands.

Halle

Und obwohl ich als Filmmusik-Süchtiger an diesem Abend nicht gerade zufällig aus einer der wenig belebten Seitenstraßen auf den Vorplatz der Oper bog, traute ich meinen Augen kaum! Helle Scheinwerfer, Foto-Blitzlicht und sogar ein roter Teppich passten so gar nicht ins Ambiente. Und auch wer da auf dem Teppich die etwa zehn Meter zum Eingang des Opernhauses zurücklegte, schien sich anscheinend verirrt zu haben! Vielleicht den falschen Flieger erwischt?

Neben dem oscarnominierten Patrick Doyle (Harry Potter und der Feuerkelch, Eragon, Planet der Affen usw.) gaben sich dort auch weitere Filmkomponisten wie Martin Böttcher (Karl-May-Filme, Winnetou usw.) ein Stelldichein. Als Höhepunkt der 7. Filmmusiktage fand das mittlerweile schon traditionelle Abschluss-Gala-Konzert u. a. mit Stücken der anwesenden Komponisten im ausverkauften Opernhaus Halle statt.

Eines wurde an diesem Abend klar: Es muss nicht den Metropolen vorbehalten bleiben, Musikgeschichte zu schreiben. Wo wird denn schon zeitgenössische Orchestermusik im großen Rahmen von noch lebenden und vor allem persönlich anwesenden Komponisten gespielt?

Die Filmmusik schlägt damit wieder einmal eine erstaunliche Brücke – zwischen kleineren und den größeren Kulturzentren, zwischen Opernhaus und Kinosaal, zwischen E und U…
„Crossing the Bridge – die Welt ist Klang“ war übrigens auch das Motto der 7. Filmmusiktage!

Und um dem ganzen noch eins draufzusetzen: Anlässlich der diesjährigen Filmmusiktage wurde in Halle der „Deutsche Filmmusikpreis“ scheinbar mal schnell so ganz nebenbei „erfunden“ und auch gleich verliehen. Martin Böttcher erhielt so den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.

Helmar Leipold

... ist mit und ohne Musik völlig verloren ... hört, macht und berichtet trotzdem weiter von dem für ihn größten Abenteuer ...

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