Über die Entwicklung von Firmengründungen in der Schweiz

Inzwischen wird jede dritte Unternehmensneugründung in der Schweiz von einem Ausländer durchgeführt. Was macht die Schweiz so beliebt bei Expats? Welche Kantone sind besonders beliebt und wo liegen die Hürden, die ausländische Firmengründer bewältigen müssen?

Die Schweiz – beliebtester Standort für Start Ups von Expats

Die Schweiz gilt laut verschiedenen Umfragen als attraktiver Standort für Unternehmensneugründungen von Ausländern. Im Expat Explorer Survey, der im Auftrag der HSBC-Gruppe von YouGov durchgeführt wurde, belegt die Schweiz den ersten Platz vor Singapur und China. Bei der Online-Befragung wurden ungefähr 9300 Expats zu Wirtschaft, Lebensqualität und Familienleben.

Warum ist die Schweiz bei ausländischen Firmengründern so beliebt?

Nicht ihr Ruf als Steuerparadies macht die Schweiz beliebt bei Expats. Wichtige Motive für Unternehmensgründungen von Ausländern sind:

  • gute Karrieremöglichkeiten
  • guter Lohn
  • eine Verbesserung des Arbeits- und Freizeitlebens

Hinzu kommt, dass die Schweiz europaweit im Bereich der Innovation als richtungsweisend gilt. Hier herrscht ein sehr offenes und ausgezeichnetes Forschungsklima, das gut mit der Industrie vernetzt ist. Außerdem kann ein Unternehmen schnell und unkompliziert gegründet werden. Da EU – Bürgern oder Bürger aus den EWR-Staaten durch das europäische Freizügigkeitsabkommen Schweizer Bürgern gleich gestellt sind, haben es diese besonders leicht. Sie haben grundsätzlich ein Niederlassungs- und Erwerbsrecht. Interessant für Expats ist auch, dass der Gesundheitsschutz und die Sicherheit im Büro in der Schweiz gesetzlich geregelt sind (Arbeitsgesetz Artikel 6). Arbeitgeber werden hier dazu angehalten, das körperliche und psyschiche Wohlbefinden der Mitarbeiter zu verbessern. Aus diesem Grund wird in der Schweiz besonders auf ergonomische Arbeitsplätze geachtet. Schon bei der Existenzgründung sollte also über eine entsprechende Auswahl der Büromöbel nachgedacht werden. Im besten Fall kann aber zusammen mit den Mitarbeitern darüber entschieden werden, welche Einrichtung sich das Unternehmen anschafft, damit auch auf die Vorlieben und Wünsche der Arbeitnehmer eingegangen werden kann. Diese Faktoren machen die Schweiz besonders attraktiv für ausländische Unternehmensgründer.

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Woher kommen die Expats?

Mehr als die Hälfte der Expats kommen aus Frankreich, Deutschland, Österreich oder Italien, also den direkten Nachbarstaaten der Schweiz. Die meisten ausländischen Unternehmer kommen dabei aus Deutschland. Diese machen 6,5 Prozent aller Neugründungen aus. Immerhin 6,3 Prozent der Neugründungen werden von Italienern durchgeführt, vier Prozent von Franzosen. Weitere Zahlen gibt es hier.

In welchen Kantonen gründen die meisten Expats ein Unternehmen?

Im flächenmäßig relativ kleinen Kanton Genf lassen sich die meisten ausländischen Firmengründer nieder. Hier gehen mehr als 50 Prozent der Unternehmensneugründungen auf das Konto von Ausländern. Beliebt sind außerdem die Kantone Tessin, Basel, Zug und Waadt. In Nidwalden ließen sich besonders viele deutsche Firmengründer nieder. 16 Prozent der Firmengründungen wurden hier 2013 von Deutschen durchgeführt.

Welche Hürden müssen ausländische Firmengründer bewältigen?

Wie oben bereits erwähnt ist die Schweiz eben wegen ihrer geringen Hürden bei ausländischen Firmengründern beliebt. Besonders EU-Bürger haben es leicht eine Firma in der Schweiz zu gründen. Zunächst muss lediglich eine Arbeisbewilligung (B-Bewilligung) beim zuständigen Amt für Wirtschaft und Arbeit vorgelegt werden. Wer eine GmbH gründen will, muss ein vergleichsweise geringes Startkapital von 20.000 Franken vorweisen und nur ein Gründer muss in der Schweiz gemeldet sein. Für die Gründung einer AG sind 100.000 Franken Startkapital erforderlich. Außerdem müssen die meisten Mitglieder des Unternehmensvorstandes ein der Schweiz gemeldet sein. Hinderlich kann sein, dass die Steuersätze in den von Kanton zu Kanton stark variieren können. Ein weiteres Hindernis ist der Schweizer Dialekt, mit dem sich Unternehmer vertraut machen sollten. So können Missverständnisse vermieden werden.

Weitere Infos:

Foto  © C. Mäder 2015

Tina

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