Konzertbericht: Die Antwoord

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Der Name ist Programm: Die Antwoord liefert Antworten, bevor man überhaupt  eine Frage stellen kann.

Sie sind also quasi die südafrikanische  Version von Jeopardy.

Moderiert wird die schräge Show von Ninja und Yolandi Visser. Zwei Freaks, die ursprünglich mal in den Vororten von Kapstadt als Komiker die Musikszene satirisch aufs Korn nahmen und damit plötzlich wahnsinnig viel Erfolg haben.

Ihre Youtube-Videos hatten plötzlich Millionen Klicks. Die Story ihrer (erfundenen) Charaktere war plötzlich überall bekannt. Der Zef-Style, also die „Proleten-Musik“ mit halb englischen, halb afrikaans Texten war überall ein Begriff.

Diese Youtube-Traumwelt projeziert die Antwoord nun schon seit über 5 Jahren auch erfolgreich auf reale Bühnen. Gestern machte die südafrikanische Freakshow halt im X-Tra in Zürich. Der ausverkaufte Konzertsaal wurde ca zu 2/3 von echten Antwoord-Fans gefüllt. Der letzte Drittel gehörte aber zum Hipsterlitheater. Sie waren einfach da, um am Sonntag morgen beim Katerbrunch im Kafi-Büsi zu sagen: „He, am Dsischtig bini imfal am Konzert vu dere Band gsi – Die Antwoord weisch! Diä sind imfall sooo ds viel gsi! Hee Nei! Aber ich glaub das isch the next big Thing, imfal!“ – ja, und für diese Aussage steht man auch schon mal mit gequältem Lächeln und steifem Arsch  im X-tra und tut so, als ob einem die Musik wirklich gefällt.

Schade – denn die Show war  eigentlich  wirklich krass! Vor allem die Hip-Hop-lastigen Stücke mit z.T. südafrikanischen Rhythmen machten wirklich richtig Druck!
Viele neue Stücke gehen aber vor allem Richtung Trance, was dann zusammen mit Yolandis Stimme ein bisschen an  Schlümpfe auf LSD erinnert. Auch sonst hätte ich mir vom Gig noch etwas mehr „Dreck“ erwartet. Die Show war fast schon etwas zu perfekt, wenn man bedenkt, dass die Antwoord eigentlich den Proleten-Sound verkörpern soll.
Nichtsdestotrotz war die Stimmung von Anfang bis Schluss ausgezeichnet und das Konzert für alle Besucher ein unvergessliches Erlebnis.

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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