Konzertbericht Against me!

Seit langer Zeit fiel ein „bonziertes“ Konzert wieder mal auf ein Wochenende.
Obwohl das Zürcher Nachtleben frühenstens um 23 Uhr erwacht, musste die Band Caves schon um 20 Uhr auf die Bühne.

Das war ziemlich genau die Zeit, zu der wir uns fragten, seit wann die Cordon Bleus in der Bierhalle Wolf plötzlich nur noch so klein sind. Man könnte es ja als „haute cuisine“ verkaufen, wenn nicht gleichzeitig eine rumänische Partyband „Schatzi schenk mir ein Foto“ zum Besten gibt.
Also nichts wie weg und flussabwärts Richtung Dynamo.

Das Dynamo wurde erst vor wenigen Wochen nach einer längeren Renovationsphase wieder eröffnet. Nachdem ich die gefühlten 27 Stockwerke zum Konzertsaal erklommen hatte, wurde mir klar, dass mein letzter Dynamo-Besuch schon so lange zurück lag, dass ich gar nicht mehr wusste, wie das vorher ausgesehen hat.

Der Konzertsaal sah jetzt aber jedenfalls sehr cool aus. Roger Harvey und seine Band unterstrichen ausserdem die gute Akkustik des Raumes.

 © Tobias Marti
 © Tobias Marti

Die ersten Stücke  haben mich irgendwie an  U2-Songfragmente erinnert. Im zweiten Teil des Sets ging dann aber  immerhin etwas mehr die Post ab.

 © Tobias Marti
 © Tobias Marti

Nach Roger Harvey war jetzt natürlich eine Kunstpause fällig, bevor Against me! die Bühne testen durften.

Zeit für eine Pinkelpause – und ja – die WC’s wurden offenbar nicht renoviert. Ehrlich gesagt habe ich mich gefragt, welcher Vollidiot die Pissoires konstruiert hat. Der Spühldruck war eindeutig zu hoch. Ohne imprägnierte Schuhe, stand man ziemlich „im Seich“! – Notiz an mich: Heute ausgiebiges Fussbad nehmen.

Mit dem Pissoir-Problem auf dem Männer-Klo musste sich der Against me! Sänger definitiv nicht mehr herumschlagen  – da es sich in der Zwischenzeit um eine Sängerin handelt.
Vor 3 Jahren entschied sich Tom Gabel von nun an als Laura Jane Grace weiterzuleben. Das musste er (oder eben sie)  dann als erstes seiner Frau und seiner Tochter klar machen – und danach kam das offizielle Outing über das Rolling Stones Magazine. Tough Shit!

Wie ist das jetzt, wenn zwar noch dieselbe Person am Mikrofon steht, aber kein Mann mehr ist, sondern eine Frau? Wie tönt das? Funktioniert das überhaupt? Die Spannung war vor dem Konzert jedenfalls zu spüren.

 © Tobias Marti

 

Um 21:45 wussten dann alle. Was es auf der Bühne braucht, ist eine Rampensau – und  eine Rampensau  scheint unisexuell zu sein. Auch die Stimme war dieselbe. Und mit „Teenage Anarchist“ haben Against me! gleich zu Beginn das Publikum aktiviert. Ob jetzt da ein Mann, eine Frau oder die verlorene Tochter von Ozzy Osbourne am Mik steht, war ziemlich egal.

 © Tobias Marti
 © Tobias Marti

Die Kacke war am dampfen – und zwar 90 Minuten lang. Das war eine Show, die niemand mehr so schnell vergisst!

 © Tobias Marti
 © Tobias Marti
 © Tobias Marti
 © Tobias Marti
 © Tobias Marti
 © Tobias Marti

Kurz gesagt: Against me! haben definitiv bewiesen, dass man in Zürich am Wochenende auch tatsächlich schon vor 23 Uhr mächtig Spass haben kann!

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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