Alben, die lautstark gepusht werden

Von Zeit zu Zeit füllt sich mein Briefkasten mit Musik (Danke Frank). Es ist ein rechtes Durcheinander was da an Stilrichtungen zusammenkommt. Manchmal sind die Sachen recht gut. Bisweilen grandios. Ab und zu fehlt mir der „Dräck“ im Sinne Von Rohrs. Ich bringe im Folgenden je ein Song aus dem aktuellen Album sowie einen Kürzestkommentar meinerseits. Das Ganze mit abnehmendem Spassfaktor.

Also zuerst mal den, mittlerweile der Gesundheit halber Whiskey mit Eis geniessenden, Lemmy Kilmister mit dem 22. Motörhead-Album Bad Magic. Nach 40 Jahren im Rock n Roll-Geschäft sind sie sich selber treu geblieben und bringen eines der besseren und böseren Alben der letzten Jahre. Live am 08.02.2016 in Genf und Tags darauf in Basel. (Hier das letzte Stück des Albums. Eine ebenbürtige Version von Sympathy for the Devil. Aber nicht meinen, die Herren schlafen langsam ein. Der Rest des Albums ist energiegeladen. Aber heutzutage nimmt man den Song Lemmy eher ab als Mike und co.)

Dann komm ich zu Shantel mit dem Album Viva Diaspora. Ein Albumtitel, der gut zu den Nachrichtenbildern diese Wochen passt. Jaja, Shantel ist der Disco Partisani der den Kiez alright findet und keine Grenzen kennt beim Aufmischen verschiedenster Einflüsse und Traditionen. Perfekter Partysound, wenn du nicht grad auf der Flucht bist. Am 08.12.2015 im Mascotte.

Haruki Murakami schrieb Kafka am Strand. Die Band Kafka Tamura schrieb not for everyone. Auch hier trifft Ost auf West. Schöner Frauenbariton zu Synthie und scheinbar einfacher Gitarre mit z.T. interessanten Klangfarben. Und schönes Englisch. Man merkt, dass die Sängering Emma Dawkins englische Wurzeln hat. Wenn Deutschsprachige Englisch singen, klingt das meistens so unerträglich wie, wenn die Schweizer im Tatort Hochdeutsch zu imitieren versuchen. (Erinnert mich die Stimme grad an Ana Calvi? Oder an was errinnerts mich?)

Eher was für Fans von Peter Gabriel und Kate Bush ist die Musik von Ane Brun. Ihr neues Album heisst when I’m free. Einer der besten Songs ist wohl Directions, auch wenn er etwas stark bei Björk abkupfert (das Getrommel). Erinnert mich sowieso etwas an die 90er, an Swandive zum Beispiel.

Weiter gehts mit Go Go Berlins Electric Lines. Die Dänen hatten nach dem Debut reichlich Erfolg weltweit. Nun bringen sie ein Album, das nach Meinung des Songschreibers Christian Vium ein Bild sein soll, wie Rockmusik im Jahre 2015 sein soll. Ok. … N bisschen langweilig vielleicht und brav? Und angepasst? Und Haupsache nix Neues! Und ja keinen Dräck! Wir wollen Airplays. Ja, Airplays! Und Aufmerksamkeit! Und Clicks! Also hier:
Wems gefällt: Am 01.10. im Dynamo Werk 21

My Name is Friska Viljor ist mir einfach ein Bisschen zu aufgedreht. Nicht, dass ich etwas gegen Energie in der Musik hätte (siehe Motörhead), aber irgendwie erscheint mir das Geturne im Video und an den Instrumenten hier eher grotesk. Also nicht im guten Sinne. Also, ich will ja hier nicht schlecht über kreativ tätige Menschen schreiben, aber… Sorry

Hätte nicht gedacht, dass mir ne CD einer Eurovision-SC-Band zufliegt. Werd ich alt? The Makemakes waren für die Ösis am Start und holten wenig Punkte. Danach wurden sie aber, dank Ausdauer und guten Liveauftritten populär. Mir gefällt das trotzdem nicht.

Befelino

Schreibt über Kultur, Musik und Filme.

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