Das Mascotte feiert 100-jähriges Jubiläum

Seit nunmehr vier Generationen verabreden sich Kulturbegeisterte im 1. Stock des Corso Theaters, denn das Mascotte – oder  «Palais Mascotte », wie es zu Gründungszeiten hiess – feiert sein 100-jähriges Jubiläum. Auf das bis noch vor Kurzem unbekannte Gründungsdatum stiessen zwei Historiker durch Zufall bei den Recherchen für ihre Biographie über Leny Bider: Eine Grossanzeige in den  «Neuen Zürcher Nachrichten » kündigt die Eröffnung des  «Palais Mascotte » am 13. Januar 1916 an. Die Jubiläumsparty mit geladenen Gästen findet nun genau 100 Jahre später, am Mittwoch, 13. Januar 2016, statt.

Mascotte

Bei den Recherchen einer Datierungsbestimmung einer Modecollage der Zürcher Illustratorin und Schauspielerin Leny Bider stiessen der Biograph Johannes Dettwiler-Riesen und der Fotograf Hans van Reekum auf das Gründungsdatum des  «Palais Mascotte ». Sie fanden ein auffälliges Inserat in der Tageszeitung  «Neue Zürcher Nachrichten » vom 13. Januar 1916, welches auf die Eröffnung des  «Palais Mascotte » am selben Tag hinweist.

Mascotte Zürich

Das Corso-Haus beim Bellevue war um die Jahrhundertwende ursprünglich als Treffpunkt und Clublokal von Vereinen und Zünften geplant, bald schon wurden jedoch Theater, allerlei Kleinkunst und erste Kinofilme im damaligen Variété vorgeführt. In den 20er und 30er Jahren traten die bekanntesten Künstler Europas und von Ãœbersee im Corso auf, darunter sind Namen wie Josephine Baker oder Louis Armstrong zu finden. Die 50er und 60er Jahre waren die Zeit von Big Bands, Tanzmusik und Live-Konzerten. Nach einer Renovation wurde das Mascotte um 1970 von der Stadt erworben und unter Schutz gestellt. 1977 übernahmen Udo Jürgens und Freddy Burger die Lokalität, zu einer Zeit als die ersten Discos entstanden und Musiker wie Samy Davis Jr., Hazy Osterwald oder auch Pepe Lienhard im Club auftraten. Anfangs der Achtziger war das Mascotte mit dem später folgenden Roxy die unbestritten beliebteste Disco der Stadt. Auch damals hatte man stets Besuch von Stars und Sternchen der nationalen und internationalen Showszene wie Mötley Crue oder Falco. Die stets wachsende Konkurrenz liess jedoch den Club vorübergehend im Mittelmass verschwinden. 2004, nach einigen Zwischenstationen wie dem  «Café Grössenwahn », hauchte das neue Management, darunter der heutige Booking- und Eventverantwortliche Alfonso Siegrist, dem Mascotte neues Leben ein. Zu den bisherigen Konzert-Highlights gehören etwa die Shows von den Babyshambles mit Pete Doherty, Arcade Fire, The XX, Florence & the Machine oder den Toten Hosen. Zudem gehören Lesungen, Comedy-Auftritte, Showcases mit internationalen Topstars wie den Fantastischen Vier, Juanes, Nelly Furtado und Silbermond, WM- und EM-Fussballarenen, Business Events, Designermärkte, Kinderdiscos oder das alljährliche Sechseläuten mit dem mittlerweile kultigen  «Böögg-Watching » zum Programm. Nicht zu vergessen ist die Veranstaltung  «Karaoke From Hell », welche bis 2010 Dienstag für Dienstag das Bellevue erzittern liess. Zudem fungiert das Mascotte als Partner des jährlich stattfindenden  «Zurich Film Festival » und stellt die Lokalität für Pressekonferenzen und Filmaufnahmen zur Verfügung.

Mascotte Zürich

100 Jahre Mascotte: Jubiläumsfeier

Das Programm der geschlossenen Jubiläumsfeier ist inspiriert von der Eröffnungsfeier vor genau 100 Jahren. In  «feenhafter Beleuchtung » werden  «vornehme Attraktionen » gezeigt und an der American Bar, welche eigens für diesen Anlass von der Kronenhalle-Crew betrieben wird, kann am Lieblingsdrink genippt werden. Um sich in die 1910er Jahre zu versetzen, wird zu Beginn der Feier ein Film über das damalige Zürich gezeigt, gefolgt von einem Stummfilm aus dem Jahr 1913 mit Pianobegleitung von Alexander Schiwow. Stadtpräsidentin Corinne Mauch richtet anschliessend einige Worte an die Gäste und auch Mitinhaber Freddy Burger hält eine Begrüssungsrede. Tenor Christian Jott Jenny trägt mit Alexander Schiwow den Welthit von 1916  «O Sole Mio » vor und Pepe Lienhard und Orchester sorgen für ein weiteres musikalisches Highlight. Patrick Frey wiederum erzählt die Geschichte von den Absinth-Amaretti. Das umstrittene Getränk wurde just im Jahre 1916 in der Schweiz verboten. Die Tanzeinlage von Emma Mylan  «Moonlight Serenade » stellt ein weiterer Höhepunkt des Abends dar. Erwartet werden prominente Gäste wie Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger oder Moderator Frank Baumann.

Mascotte Zürich

AnnA

♥ musix und serienjunkie

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