Tarantinos The Hateful 8 auf 70mm!

Tarantino bringt seinen neuen Streifen „The Hateful 8“ in zwei Versionen in die Kinos. Die „bessere“ Variante ist die analoge 70mm Fassung. Das ist so das grösste und pompigste Format welches das analoge Kino zu bieten hatte, bis dann alles mit der Digitalisiung alles verhunzt wurde. Von 3D-Filmen, welche 20% der Menschen aus anatomischen Gründen nicht mal sehen können, Kopfschmerzen und dergleichen rede ich jetzt gar nicht. Nein, Tarantino bringt noch richtiges Kinovergnügen. Jeder Kammeraschwenk, jeder Zoom im Film ist eine Wohltat fürs Auge, ein (analoger) Traum. Oder wohl eher Alptraum. Denn „The Hateful 8“ ist wieder einmal ein richtiger Tarantino geworden. Zurück zu den Anfängen. Eine üble Geschichte, die einfach böse Enden muss, vom ersten Galopp und Dialog ist wohl jedem Zuschauer bewusst: Diese Menschen reiten auf ihr Inferno zu. Die Aporie kann man förmlich „riechen“, ganz ohne eingespielte Düfte und anderen Schnickschnack. Der grösste Teil des Films spielt in einer schlichten Holzhütte; draussen tobt ein Sturm und drinnen drinnen Hölle – „Huis Clos“ Sartre lässt grüssen. Aber jetzt nicht zuviel verraten und zurück zu den 70mm und ich frage worin liegen die Unterschiede in dieser Machhart?

Tarantino The Hateful 8
Tarantino auf 70mm

Die Unterschiede

Bekannt war bislang, dass die 70mm-Langfassung rund sechs Minuten mehr Material, eine Ouverture und eine Intermission besitzen wird. Doch worin liegen die inhaltlichen Unterschiede? Darüber sprach Produzent Richard N. Gladstein in einem Interview.

„Bei der Multiplex-Version des Films, der digital aufgeführt wird, so wie nahezu 99,9 Prozent aller heutigen Filme, fehlt die Overture und es fehlt die Intermission und sie ist rund sechs Minuten kürzer“, so Gladstein. „Einige Szenen wurden etwas rekonstruiert und es gibt einige Szenen, die für die Multiplex-Version entfernt wurden.“

Dass einige Szenen umgeschnitten oder einzelne Einstellungen gar komplett entfernt wurden, damit konnte man sicher mit rechnen. Immerhin ist das Sehvergnügen ein völlig anderes. Das bedeutet nun aber nicht, dass ihr der Kinofassung fernbleiben müsst.

Tarantino

Tarantino: Auch die Kinofassung wurde mit Sorgfalt kreiert

„Es gibt mehrere Szenen, die aus dem Film entfernt und es gibt mehrere Szenen, die umgeschnitten wurden. Und der Grund, warum sie umgeschnitten wurden, ist der – und das wird auch die Version sein, die im Fernsehen zu sehen sein wird – wir hatten das Gefühl, dass ein etwas anspruchsvollerer Zuschauer in die 70mm-Version gehen würde. Da ist also diese eine Sequenz mit Jennifer Jason Leigh, die ich nicht verraten möchte, wo wir diese eine Einstellung für ungefähr zwei Minuten lang halten und in der Multiplex-Version gibt es diese Einstellung auch, aber sie wurde auf rund 45 Sekunden heruntergekürzt. Das ist also schon eine Minute. Es gibt also ein paar ähnliche Dinge, wo Quentin Tarantino das Ganze für ein allgemeines Publikum etwas gekürzt hat, das vielleicht nicht dieselbe Geduld besitzt, sich so eine lange Einstellung anzusehen. Und bei einigen Szenen hat er das Tempo für die Massen angepasst. Aber diese andere Version, diese Multiplex-Version hat er mit genau derselben Sorgfalt kreiert wie die 70mm-Version.“

>> Tipp: Schaut euch die analoge 70mm Version an und wenn ihr nicht wisst wo dann fragt den Kinobetreiber eures Vertrauens.

>> Lesenswert: „Uns sind die Tickets ausgegangen“ drüben beim Falter

AnnA

♥ musix und serienjunkie

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