Cameron Carpenter entstaubt die Orgel

Cameron Carpenter

Mit seinem exzentrischen Äusseren und seiner leidenschaftlichen Spielweise bricht Cameron Carpenter mit den Stereotypen der Orgelmusik. So erzeugt der 35-Jährige weltweit Kontroversen, gleichzeitig entfacht sein virtuoses Spiel Begeisterung. Am Dienstag, 17. Mai bringt er die Königin der Instrumente in die Zürcher Tonhalle.

Die Orgel führt in unseren Tagen eher ein Schattendasein im Konzertrepertoire. Orgelmusik war lange Zeit Gebrauchsmusik und hatte ihren Platz im liturgischen Kontext. Cameron Carpenter bricht mit dieser Tradition. Er sucht den musikalischen Rausch, sprengt stilistische und spieltechnische Grenzen. Seine Füsse steppen über die Pedale, seine Finger jagen über die Manuale – die «Königin der Instrumente» erklingt in ihrer ganzen klanglichen Pracht. Seit 2014 tourt der US-Amerikaner mit einer nach eigenen Plänen gefertigten mobilen Orgel um die Welt. «International Touring Organ (ITO)» nennt er das digitale Riesending, das am 17. Mai in der Tonhalle Zürich stehen wird.

Cameron Carpenter

Cameron Carpenter | Exzentrische Interpretationen

Gemessen an der Vielfalt der Möglichkeiten, welche die Orgel bietet, gibt es viel zu wenige Kompositionen, die für dieses Instrument geschrieben sind. Bei seinem Konzert in der Tonhalle spielt Cameron Carpenter vier eigene, kraftvolle Bearbeitungen bekannter Werke von Bach, Mahler und Ravel. Ausserdem gibt er Stücken von Messiaen und Debussy ein völlig neues Gesicht. Ein durchwegs klassisches Repertoire also – interpretiert mit junger, exzentrischer Kraft.

Der aussergewöhnliche Organist wurde 1981 in Pennsylvania, USA, geboren und führte mit elf Jahren erstmals J. S. Bachs Wohltemperiertes Klavier auf. An der North Carolina School of the Arts studierte er Komposition sowie Orgel. Die ersten eigenen Kompositionen entstanden während Carpenters Zeit an der Juilliard School New York von 2000 bis 2006. Als erster Organist überhaupt wurde Cameron Carpenter für sein Album «Revolutionary» 2008 für einen Grammy nominiert.

Foto 1 (c) Thomas Grube
Foto 2 (c) Heiko Laschitzki

2 Gedanken zu „Cameron Carpenter entstaubt die Orgel

  • 26. April 2016 um 23:58 Uhr
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    Wow, ich muss sagen, mir gefällts. Wünsche Cameron viel Erfolg! Super, danke vielmals.

  • 8. Mai 2016 um 17:24 Uhr
    Permalink

    Hallo Cecilia

    Danke fürs Kimmentieren. Cameron ist eine echte Entdeckung!

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