Orange is the New Black

Kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist wird Piper Chapman (Taylor Schilling) von einer Jugendsünde eingeholt: Sie schmuggelte für ihre damalige Geliebte, die Drogenhändlerin Alex Vause (Laura Prepon), im Alter von 22 Jahren ein einziges Mal Geld über die Grenze. Da die spätere Trennung der beiden von Piper ausging und Alex ausgerechnet, als Piper gerade gehen wollte, vom Tod ihrer Mutter erfuhr, muss Piper davon ausgehen, dass Alex sie aus Wut während ihres eigenen Verfahrens verpfiffen hat, um eine Strafmilderung zu erzielen.

Piper wird zu 15 Monaten Haft verurteilt, die sie in der Justizvollzugsanstalt Litchfield absitzen soll. Als gebildete junge Frau der weißen Mittelschicht, tut sie sich mit den Gepflogenheiten vor Ort besonders schwer und schafft es gleich am ersten Tag, sich Küchenchefin Galina „Red“ Reznikov (Kate Mulgrew) zum Feind zu machen, die Piper daraufhin auf eine unbefristete Nulldiät setzt. Der für Piper zuständige Wachoffizier Sam Healy (Michael J. Harney), der zunächst einen netten und verständnisvollen Eindruck erweckt, stellt sich als frustrierter Lesbengegner mit ausgeprägten Minderwertigkeitskomplexen heraus. Obgleich Piper mittlerweile mit Larry Bloom (Jason Biggs) einen Verlobten hat und seit Alex keine Beziehung mehr zu einer Frau hatte, ist Healy ihr gegenüber äußert argwöhnisch, was wohl auch daran liegen könnte, dass Alex zu allem Überfluss ihre Haftstrafe ebenfalls in Litchfield absitzt. Einzig in Nicole „Nicky“ Nichols (Natasha Lyonne), einer ehemals heroinabhängigen jungen Frau mit einem äußerst schwierigen Verhältnis zu ihrer wohlhabenden Mutter, und der Betrügerin und Stalkerin Lorna Morello (Yael Stone) findet Piper Verbündete. Die Piper zunächst zugetane Suzanne „Crazy Eyes“ Warren (Uzo Aduba) fängt an, Piper das Leben erst recht zur Hölle zu machen, als Piper die ihr gemachten Avancen seitens Suzannes zurückweist. Suzannes Racheaktionen erschweren zudem Pipers Verhältnis zu ihrer ordnungsfanatischen Buchtgenossin Rosa „Miss Rosa“ Cisneros (Barbara Rosenblat).

Hintergrund

Die Serie basiert auf dem autobiografischen Buch „Orange Is the New Black: My Year in a Women’s Prison“ von Piper Kerman. Bislang sind auf Netflix vier Staffeln mit je 13 Episoden verfügbar, sieben sind derzeit geplant. Ähnlich wie bei „Lost“ oder „Once Upon a Time“ zentrieren die einzelnen Episoden je einen der Charaktere und man erfährt in Rückblenden, wie die jeweilige Insassin in Litchfield gelandet ist.

Kritik

„Orange is the New Black“ ist eine gekonnte Mischung aus sozialkritischem Drama und schwarzer Komödie. Die Charaktere sind alle sehr dezidiert und ambivalent gezeichnet, was sie nicht nur sehr menschlich macht, sondern den Zuschauer auch immer wieder in moralische Konflikte bringt, denn die Serie hält uns allen den Spiegel vor, wenn sie aufzeigt, wie leicht aus im Grunde ihres Herzens guten Menschen aufgrund einer falschen Entscheidung oder eines Schicksalsschlages Verbrecher werden können. Zeitgleich kommen die vermeintlich Rechtschaffenen immer wieder mit zutiefst unethischen Handlungen durch. Man geht als Zuschauer gemeinsam mit den Charakteren durch ein Wechselbad der Gefühle. Die ersten drei Folgen sind in der Darstellung des Gefängnisalltags teilweise so drastisch, dass man sich überwinden muss, weiterzugucken. Aber genau dadurch ist man Piper und ihrem Gefühl, aus dem Leben gerissen und in diese grauenvolle Situation gestoßen zu werden, so nahe wie es vom geschützten Umfeld der eigenen vier Wände aus möglich ist. Auch das Ohnmachtsgefühl aufgrund der Schikanen der Wärter und Mitgefangenen transportiert die Serie äußerst drastisch.

Daneben gibt es aber auch zahlreiche Lichtblicke und aufgrund ihrer Absurdität urkomische Momente. Gerade weil alle Charaktere ihre Stärken und Schwächen haben, leidet man nicht nur mit ihnen, sondern kann sich auch für sie freuen oder mit ihnen lachen. So gesehen ist „Orange is the New Black“ vor allem eines: wunderbar menschlich.

Orange Is The New Black: Trailer

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