WWE Live – ein Erlebnisbericht

Ganz ehrlich: Mindestens die Hälfte der Besucher der WWE Live Show haben ihre Tickets im Affekt gekauft. Gebt’s zu: Ihr habt (genau wie ich) keine Ahnung, wer gegen wen kämpft und worum es da überhaupt geht! Was heute im Hallenstadion zählt ist lautes schreien, pöbeln, Bier und eine Schlägerei in der Mitte. Quasi ein ZSC-Match in glitzernden Unterhosen.

Natürlich nicht! Wrestling ist eine der beliebtesten Sportarten (mindestens in den USA) und der Konzern dahinter milliardenschwer und unbesiegbar – das heisst nein: Einmal hat auch er einen Klappstuhl über die Rübe gekriegt. Und zwar von einem Pandabären: Im Rechtsstreit um den Namen WWF hat bei den Wrestlern alles abklatschen nichts mehr genützt. Die Naturschützer machten den Namen World Wrestling Federation platt. World Wrestling Entertainment (WWE) wurde geboren. Tja und das wärs dann gewesen mit meinem Wrestling Know-how und selbst das hab ich aus Wikipedia…

Um mein Nichtwissen zu überdecken, holte ich mir wie jeder guter Wrestler einen Partner. Ausserdem haben mein Tagteam-Partner und ich unsere echten Namen durch einen Wrestling-Namensgenerator gelassen: Heute Abend hiessen wir Uncle Scorpion und Hurricane Poundcake. Und wir waren sowas von bereit:

Symbolbild

Es konnte losgehen. Hurricane Poundcake hatte sich optimal auf den Abend vorbereitet: Er kam schon „vollgetankt“ vor’s Hallenstadion und war darum beim ersten Kampf schon ziemlich begeistert. ‚Nüchtern‘ betrachtet sah man jedoch auch noch aus Reihe 41, dass die Kämpfer weiter daneben schlugen als Bud Spencer in seinen ältesten Filmen.

Hurricane Poundcake war in der Zwischenzeit schon dabei, mit seinem Handy (aus Reihe 41) die Schlägereien zu filmen und an möglichst viele Gruppenchats (und seinem Vater) zu senden. Das hatte unter anderem zur Folge, dass wir den Rest des Abends mit Whatsapp-Schimpftiraden (vor allem von Hurricanes Vater) zum Thema Volksverdummung und Niedergang des Westens eingedeckt wurden. Mittlerweile (genauer gesagt: nach 4 Bier) konnten wir uns vor Begeisterung kaum mehr auf den Rängen halten, bis Hurricane Poundcake zu mir rüberrief: „Scheisse Uncle Scorpion, wo sind die verdammten Klappstühle?!“

Ja, verdammt! Als wir noch jung waren, hatte noch nicht jedes Kind ein Smartphone (um Wrestling kämpfe zu filmen) und beim Wrestling wurde noch mit Klappstühlen aufeinander eingeprügelt!

 

Wahrscheinlich hatte die Wrestling-Gewerkschaft etwas dagegen oder das Bundesamt für Schlägereien erteilte die benötigte Bewilligung dafür nicht rechtzeitig.

Na gut, die Show war auch ohne Klappstühle sehenswert. Was ist echt, was nicht? Wen kümmert’s?! Das E in WWE steht schliesslich für Entertainment und nicht für extrem realitätsnah. Die, ich nenn sie mal, Protagonisten boten über 3 Stunden Show und glänzten dabei mit zirkusreifer Akrobatik und pornofilmreifem Schauspieltalent.

Und das sind nur zwei Gründe, um beim nächsten WWE Live-Event wieder dabei zu sein.

Musikschleuder

Musik – direkt ins Gesicht geschleudert

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