Boardwalk Empire: Mehr Gangster dank Prohibition – TV Serie mit Steve Buscemi

Wir schreiben das Jahr 1920. Soeben ist der berüchtigte Volstead Act in Kraft getreten und damit die Prohibition in Amerika. Doch wie man heute weiß, hat das Alkoholverbot keineswegs bewirkt, dass nun weniger Hochprozentiges konsumiert wurde. Im Gegenteil, der Reiz von Whiskey und Co. stieg umso mehr und das große Zeitalter der Mafia brach an, mit schillernden Gestalten wie Al Capone oder Lucky Luciano.

Mehr als genug Stoff für eine spannende Serie. Im Zentrum steht Enoch ‚Nucky‘ Thompson. Als Kämmerer von Atlantic City ist er der starke Mann im Hintergrund. Er steuert das politische Geschehen und hat praktischerweise seinen Bruder ins Amt des Sheriffs befördert. So sind keine Störungen zu erwarten, wenn die Korruption blüht und der Alkoholschmuggel beginnt. Gespielt wird Nucky von Steve Buscemi und wenn man sich zunächst fragt, ob das eine glückliche Besetzung ist – der auf schräge Nebenfiguren spezialisierte Schauspieler als tragende Figur – dann wird man schnell eines Besseren belehrt. Nonchalant und stilbewusst bewegt er sich durch die wilde Zeit und beweist des öfteren, dass er auch skrupellos ist und sich nicht scheut, persönlich den Revolver zu ziehen, um Widersacher oder Kleinganoven auszuschalten.

Alleine Thompsons Werdegang könnte die Serie gut tragen, doch es wimmelt von Nebenfiguren und Storylines, die sich parallel entwickeln und dann und wann geräuschvoll kreuzen. Neben dem von irischen Einwanderern geprägten Clan in Atlantic City mischt immer wieder auch die jüdische und italienische Unterwelt aus New York und Chicago heftig mit, denn die Geschäfte sind hochprofitabel und das Misstrauen groß.

Die prominenteste Nebenfigur ist der schon erwähnte Al Capone, welcher vom Witze reißenden Handlanger zum knallharten Boss aufsteigt. Dabei agiert er nie eindimensional sondern wird mit zahlreichen Facetten gezeigt.

Die Staatsgewalt kann trotz zahlreicher Razzien, Festnahmen und Beschlagnahmungen letztlich nur die Lage verwalten, nicht jedoch den Alkoholkonsum eindämmen. Eine korrupte Regierung und Justiz sind da auch wenig hilfreich.

In diesem Setting bewegt sich die Serie und schafft ein dichtes Erlebnis, bei dem die teils exzessiven Gewaltorgien sich mit eher dialoglastigen Folgen abwechseln. Das kann abschrecken, aber gerade diese Passagen vermitteln ein dichtes Bild und machen die Roaring Twenties lebendig.

Die Ausstattung ist aufwändig und stimmig. Dramaturgisch kann man bemängeln, dass einige Szenen sich eine Spur zu sehr an der Gewalt ergötzen und die Häufung freizügiger Sexszenen hätte auch nicht zwingend sein müssen.

Boardwalk Empire brachte es auf fünf Staffeln, wobei die letzte einen kleinen Zeitsprung hin zum Ende der Ära macht. So schließt sich der Kreis und rundet das sehenswerte Epos würdig ab.

Broadwalk Empire Trailer

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