Galaxy Camp im Dynamo Zürich

Mit 7 Bands im Schlepptau machte das erste Pop-Punk-Festival der Schweiz und Deutschlands gestern im Dynamo Halt. Galaxy Camp nennt sich das Ding und ist salopp gesagt die American Pie Ausgabe des Impericon Festivals.

Heisst also: Viele Bands in wenig Zeit. Vor allem für den Opener. Die Band Woes stand wohl nur eine gefühlte Nanosekunde auf der Bühne. Von ihrem Gig bekam ich jedenfalls nicht viel mehr als „Thank you and Goodbye“ mit und dem Security-Typ neben der Bühne freute sich schon: „Cool, heute hab ich ja früh Feierabend“!
Unseren Hinweis, dass heute noch ein paar Bands mehr kommen, quittierte er mit einem „Was, den Weihnachtsmann gibt es nicht?“-Gesicht.

Broadside hatten immerhin 25 Minuten zur Verfügung. Dafür hatten sie gerade eine 19-stündige Flug Odyssee (Verspätung und so) von Virginia nach Zürich in Kauf genommen. „Expect nothing and you’ll still get disappointed“ war der Soundcheck-Satz des Bassisten ins Mikrofon. Dabei war gerade er das Highlight des Gigs: Ob ins Mikro oder einfach so in die Luft raus – er sang alle Texte mit! Ein Bassist der alle Songtexte seiner Band kennt. Ich hab schon Bassisten gesehen, die nicht mal alle Noten der eigenen Songs kennen!
Obwohl Broadside die ersten Minuten auf der Bühne dreinschauten, als hätten sie diese 19 Stunden Flugreise im Hundezwinger zurückgelegt, legten sie einen soliden Teilabriss hin – eine Breitseite halt, die sie mit ihrem Song Coffee Talk abschlossen.

Can’t swim waren gleich mit 3 Gitarristen bewaffnet. Das ganze Setup war aber irgenwie nur auf Halbmast. Kleiner Tipp: Wenn man während dem Song das Klicken des Effektpedals hören kann, DANN IST ES VERDAMMT NOCHMAL ZU LEISE!!!
Tja, schade. Ob es während dem Gig besser wurde, weiss ich nicht. Ich musste dieses Erlebnis erstmal mit aufgewärmten Samosa runterspülen.

Wstr aus Liverpool legten gleich mit einem epochalen und mystischen Intro los und legten mit ein paar Breakdowns ordentlich nach. Circlepit ahoi!

Nachdem die ersten beiden Bands einem die Songs aus Zeitgründen nur so um die Ohren schmissen, kam jetzt erstmals richtige Konzertstimmung auf.

© Tobias Marti

Für mich war WSTR die beste Band des Abends!

Weiter mit Trash Boat! Zusammengefasst: Volle Energie während der Songs….

© Tobias Marti

…zwischen den Songs aber absolute Stille. Nach Wstr mussten sich die Besucher die Kräfte wohl etwas einteilen, denn mit Knuckle Puck kamen wir langsam zu dem Teil des Abends, bei dem der Meridianbesucher (!!) textsicher wird.

Obwohl Knuckle Puck das erste Mal in der Schweiz waren, hatten sie eine solide Fanbase. Da hätten sicher viele gerne ein Fan-Shirt gekauft – die blieben jedoch am Zoll hängen. Wer will, kann ja eines der Fotos da unten ausdrucken und auf ein T-Shirt bügeln – aber nur mit Copyright!

© Tobias Marti
© Tobias Marti
© Tobias Marti

Und dann war es Zeit für den Headliner: Noch ein letztes Mal ging der Equipment-Sushi-Train über die Bühne: Equipment der vorherigen Band nach rechts runter von der Bühne, Equipment der nächsten Band von links auf die Bühne.
Und wie gewohnt, gibt’s für den Headliner noch ein paar extra Musik-PS spendiert. Es tönt also nicht nur besser, weil man in der Zwischenzeit schon besoffen ist, sondern weil der Soundmischer noch etwas in petto hat – wieder was gelernt 😉

State Champs überraschten mit viel Sportprominenz! An der Gitarre Spielte Carlos Valderrama von 1994

© Tobias Marti

….und am Bass Roger Federer von 2002

© Tobias Marti

Nicht nur deswegen war das Publikum aus dem Häuschen! State Champs legten einen fetten Abschluss des Abends hin.

Hey, Galaxy Camp: Komm doch wieder nach Zürich!

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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