Greenfield Festival: Die 4 Erkenntnisse

Drei Tage Festivalleben – drei Tage, an denen viel passiert, an das man sich dann am Sonntag Abend doch nicht mehr erinnern kann. Woher kommt dieser Fleck auf der Hose? Warum hat meine Sonnenbrille nur noch ein Glas? Wo ist mein zweiter Schuh? Und warum brennts an Stellen am Körper, an denen es definitiv nicht brennen sollte?

© Tobias Marti

Diese Fragen können wir euch leider nicht beantworten. Und glaubt uns: Das wollen wir auch gar nicht!
Wir wissen ja nicht mal selber, was da alles genau so passiert ist. Was uns geblieben ist, sind 4 Erkenntnisse, die wir vom Greenfield mitnehmen.

Erkenntnis Nr.1: Jeder ist ein kleiner Meteorologe

Übers Wochenende kamen wir eigentlich ganz gut weg. 2-3 mal hat es geregnet, die Wiese blieb grün, der Schlafsack trocken und die Gummistiefel im Zelt. Aber wann kommt denn jetzt der Platzregen? Zieht er vorbei? Welche App stimmt? Das war der Stoff für die grossen Diskussionen zwischen den Konzerten. Als zuverlässig erwies sich nur das Sprichwort: „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert das Wetter – oder es bleibt, wie es ist.

Erkenntnis Nr. 2: Schweizer Bands
Die Swissness hört beim Greenfield nicht beim Chässchnittenstand und den kultigen Alphornbläsern auf. Das Programm war gespickt mit coolen Schweizer Bands….leider spielten sie meistens zu Zeiten, zu denen sich der Festival-Besucher halb verschlafen und mit leichten Organschmerzen in der Schlange vor dem Toitoi befand.

Mindcollision

© Tobias Marti

Rapcore aus Zug. Starten einen Circlepit um 13:30 indem sich der DJ während des zweiten Songs ins Publikum stürzt und die Massen in Bewegung bringt. Sehr geil!

The Trap
Wer in den Coolness-Olymp aufgenommen werden will, muss zuerst an dieser Band vorbei.

© Tobias Marti

Die Garagerocker aus Genf sind nicht nur saucool, sondern haben auch was auf dem Kasten und das Zeug für die Hauptbühne.

Death by Chocolate
Die Bieler Rockband ist quasi dauernd on Tour. Ihr Tourbus leidet sehr darunter. Bald spielen sie in Polen, aber wahrscheinlich wird die alte Kiste nicht mal mehr dort geklaut.
Am Greenfield haben sie den Freitag eröffnet und dabei so manche/n vor die Bühne geholt, welche/r auf dem Gelände nur etwas essbares suchen wollte.

© Daniela Rhyner

Scream your Name
Die Greenfield Festival Bandcontest Gewinner von 2011 hatten am Samstag Nachmittag ihr Heimspiel auf der grossen Bühne. Die Post-Hardcoreband hatte hier einer ihrer letzten Aufritte. Das wollte sich ihre Fangemeinde natürlich nicht entgegen lassen!

© Daniela Rhyner

Erkenntnis Nr. 3: Ein Gig einer Kultband ist kein Stimmungsgarant
Ist‘s ein Highlight oder ein Lowlight? Die Bands, die Ende 90er/anfangs 2000er die Obersheriffs waren und heute noch auf diversen Playlisten der Festival Besucher ganz weit oben sind. Die Grundstimmung ist also schon mal garantiert. Jeder kann mitsingen. Jeder weiss wann er springen muss. Als Band kann man sich entweder darauf ausruhen und genau denselben Stiefel durchspielen wie immer wie zum Beispiel Limp Bizkit.

© Daniela Rhyner

Oder man kann das Konzert zur absoluten Party ausarten lassen und nach dem Konzert direkt im Publikum weiterfeiern wie zum Beispiel Dog Eat Dog.

© Daniela Rhyner

Die Hardcore-Fans werden den Gig Ihrer Lieblingsband immer toll finden. Richtig abgehen tuts aber erst dann, wenn auch die anderen mitgerissen werden.

Erkenntnis Nr. 4: Der menschliche Körper steckt einiges weg
In unserer zivilisierten Welt gibt es für den menschlichen Körper nur noch wenige Extremsituationen zu überstehen – ein Festival gehört dazu. Ernährungspläne werden pulverisiert, auf maximal verträgliche Sonnenstunden wird geschissen und apropos: Das stille Örtchen ist für 3 Tage eine auf 65 Grad aufgeheizte Plasitkbox für die man auch noch ewig anstehen muss. Da würde man am liebsten einfach in eine Kartonschachtel kacken – was am Greenfield auch tatsächlich jemand gemacht hat.

extreme Situationen erfordern extreme Lösungen…

Die Medaille im Organismusextremsport erhält aber diskussionslos die Leber. Leute, die am Vorabend nach bester David Hasslehof Manier einen Burger versuchen zu verspeisen, bestellen am nächsten Vormittag quietschfidel 3 Biere!

© Tobias Marti

Erschreckend und zugleich beruhigend, was wir im Notfall alles aushalten. Wer keine Lust hat, auf den nächsten Notfall zu warten: Die Festivalsaison hat eben erst begonnen!

© Tobias Marti

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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