Kochen mit Pennywise

Was sich hinter einem 3 Gänge Menu versteckt, weiss man oft erst, wenn man es gegessen hat. In den Gaststuben der unteren Mittelklasse versteht man unter 3 Gänge Menu: 3 Blätter Salat an einer Fertigsauce, Suppe aus den Resten von gestern und zum Schluss dann die Hauptspeise. Bei Konzerten ist es oft auch nicht anders. Die Vorbands werden zwar serviert, die meisten Gäste lehnen aber mit „ähm nei, für mich nur d Haupdband, danke“ ab.
Ganz anders war das an diesem Abend im Dynamo! Das lag vor allem daran, dass nur Filet serviert wurde!

Kurz nachdem die Sonne aufgehört hat aufs Dynamo-Dach zu brennen, legte schon Band Bad Cop/Bad Cop los.

© Tobias Marti

Der Saal war besser gefüllt als jedes „Vorspieseplättli“, das ich bisher gesehen hatte. Die Leute hatten Bock auf Punk und den bekamen sie von den 4 Frauen aus Kalifornien.
Die Stimmung war bereits grossartig und nach ihrem kurzen Set wurde so lange eine Zugabe gefordert, bis Sängerin Stacey Dee auf die Bühne kam und versprach, wieder zu kommen – aber heute nicht mehr. Eine Zugabe lag zeitlich nicht drin.

© Tobias Marti

Denn im Hintergrund wurde bereits das (Musik-)Besteck für den nächsten Gang bereitgestellt. Mad Caddies spielen schon seit 1995 Ska-Punk und alles was links und rechts von Ska-Punk an Musikstilen so angesiedelt ist.

© Tobias Marti

Sie als Vorband zu bezeichnen, wäre fast schon eine Beleidigung. Da waren wohl einige vor allem wegen Mad Caddies hier. Müsste man die Stimmung mit einer Mahlzeit vergleichen, wäre das wohl die ausgewogenste des Abends gewesen. Mitsingen, Pogo, Crowdsurfen, Jubel – alles war dabei.

© Tobias Marti

Ganz anders war es dann bei Pennywise, die einen deftigen Pogo-Eintopf auftischten. Man fühlte sich wie eine schleimige Crevette, die dauernd im Topf umgerührt und mit Bier abgeschmeckt wird. Auf der Bühne raspelten Pennywise ihre Songs runter – viel mehr mussten sie eh nicht tun.

© Tobias Marti

Die Stimmung war sowieso schon auf 120% und der ganze Dynamo-Eintopf kochte.

Der Gang ins Dynamo hat sich definitiv gelohnt – nur könnten die dort endlich mal einen Grill aufstellen! Ich hab nämlich mächtig Kohldampf! Hoffentlich hat man das beim Schreiben des Berichts nicht gemerkt.

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

X