Greenfield 2019: Von der Bier- bis zur Wasserdusche

Hi, da bist du ja wieder, lieber Festivalsommer! Das Greenfield läutete (oder donnerte?) die Schweizer Openair-Saison mit Rock- und anderen Gewittern ein.
Sich 3-4 Tage lang die Rübe wegsaufen, völlig planlos durch die Gegend eiern und sich zu Rockmusik die Schädel einschlagen – so stellen sich einige Leute so ein Rockopenair vielleicht vor. Denkste! Das sind alles top seriöse Leute!

© Tobias Marti

Ein Openair-Besuch bedeutet nämlich erstmal Vorbereitung und Planung!
Das fängt schon bei der „Buchung“ an. Da gibt es ja mehr Optionen als das Mischpult von Hauptbühne Knöpfe hat. Normal oder VIP? Pennen im Zelt oder im Wohnmobil oder in sonst irgend einem Hüttchen? Zelt selber aufstellen oder aufstellen lassen? Ökologisches Kartonzelt oder Wurfzelt aus der Adli-Filiale direkt auf dem Gelände?

Uff, nach so vielen Entscheidungen und dem Aufbau des Nachtlagers kann man sich dann also schon das eine oder andere Bier gönnen! Das lieferte dieses Jahr die Rugenbräu AG direkt aus Interlaken. Das Rugenbräu kam bei vielen aber nicht ganz bei allen gut an. Unsere Note: 8/10, mit der Hoffnung, dass das Greenfield mit dieser Entscheidung lokales Bier am Openair auszuschenken, bald zum Vorbild wird.

Neben dem Bier gab es noch weitere Lokalmatadoren am Greenfield. Nämlich die Alphornbläser, welche die Haupdbühne am Donnerstag traditionell eröffneten. Und der erste Festivaltag hatte es in sich!
Nach Sondarschule, Halestorm und Millencolin sorgten Feine Sahne Fischfilet für die erste grossflächige Bierdusche mit Pyrobegleitung am Openair.

© Tobias Marti

Nach Rock am Ring und Rock im Park zogen sie auch am Greenfield die grossen Menschenmassen vor die Bühne und die Party ging so richtig ab!

© Tobias Marti

Wem das zum Aufwärmen noch zuwenig war, kriegte den letzten Kick in die Openair-Welt von While She Sleeps auf der Eiger Stage.

© Tobias Marti

Power ohne Ende, ein kelternder Sänger und eine treue Fangemeinde füllten die Eigerstage zum ersten Mal.

Richtig voll – und zwar so voll wie später nie mehr – wurde es dann kurz vor 23:00 Uhr vor der Hauptbühne. Die Toten Hosen waren ganz klar der Grund, warum hier alle schon am Donnerstag in Interlaken sein wollten!

© Tobias Marti

Man kann die Band mögen oder nicht – man kann aber nicht abstreiten, dass sie live der absolute Abräumer sind. Über 2 Stunden volle Power.

© Tobias Marti

Die Hosen wollten gar nicht mehr aufhören und Campino hat dann auch noch alle Fans zum Minibar-Leersaufen auf sein Hotelzimmer eingeladen („Hotel Seeblick, Zimmer 405.“). Ich hab’s mir echt kurz überlegt. Denn, wer nach dem Konzert gemütlich ein Bier trinken wollte, wurde relativ schnell mittels Absperrband von den Security freundlich aber bestimmt zurückgedrängt. Schon klar, dass das Gelände mal geputzt werden muss, aber diese Rausschmeisser-Stimmung gleich nach der letzten Band war echt Käse.

Dafür war dann das Gelände für Freitag wieder picobello und bereit für einen guten morgen Roundhouse-Kick in die Fresse der halbwachen Festivalbesucher von Eskimo Callboy.

© Daniela Rhyner

Sie zogen die Besucher aus dem Zelt via Zapfhahn direkt vor die Bühne!

Nächstes Highlight waren dann Papa Roach!

© Daniela Rhyner

Nach 15-Minuten Starallüren-Verspätung haben sie gezeigt, dass sie diese Allüren durchaus haben dürfen. Papa Roach sind immer noch fucking Rockstars, die eine unglaubliche Power von der Bühne ballern. Dabei ruhen sie sich nicht nur auf ihren alten Überhits aus, sondern bringen bis heute regelmässig geile Alben raus.

© Daniela Rhyner

Die Bühne war vorgewärmt für die Wickinger von Amon Amarth und den Headlinern Slipknot. Slipknot spulen im Moment ein straffes Tourprogramm ihrer neuen CD „We are not your kind“ ab und haben dabei nicht nur neue Songs, sondern auch eine neue Bühnen-Show und Corey Taylor eine neue Maske dabei.

© Daniela Rhyner

Ich fand das Konzert eines der kurzweiligsten, das ich je gesehen habe! Wenn nicht gerade irgend ein Feuerball hochging, turnten die beiden Clowns links und rechts hoch über der Bühne rum oder es griff ein (Schweine-) Priester nach dem Publikum. Slipknot-Horro-Picture Show kann man da nur sagen!

© Daniela Rhyner

Nach Zwei Festivaltagen hatte man eigentlich also schon alles erlebt. Viele gute Bands, viele tolle Bekanntschaften, viel absurde Gespräche und viele überfüllte ToiToi-Kabinen. Was noch fehlte, war der ungebetene Headliner, der neben dem Rock- noch das Hagelgewitter startete. Während man zu den Zürcher The Peacocks noch eine bisschen den Rockabilly-Twist auspackte…

© Daniela Rhyner

……trudelten schon die ersten Wetterwarnungen auf dem Handy ein.

Rund eine Stunde später wurde das Gelände geräumt! Eine gute Entscheidung. Denn was dann niederprasselte, hatte es in sich! Die Organisatoren haben gut und früh genug entschieden und die Evakuierung lief ruhig ab. Schäden gab es zum Glück praktisch keine. Obwohl es weiterregnete ging der Festival-Abschluss mit Sabaton und der Burning Hand planmässig über die Bühne und sorgte nach den vielen Bier- schlussendlich noch für eine Wasserdusche für alle Festivalbesucher.

Trotz den Wetterkapriolen von Samstag war es ein gelungenes Openair, mit guter Musik, gutem Bier, gutem Essen und eben: Top seriösen Leuten!

© Tobias Marti

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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