Die Geschichte des Adventskalenders

Der Adventskalender ist für viele Menschen ein fester Bestandteil in der Weihnachtszeit, ohne den sie sich die Adventszeit nicht mehr vorstellen können. Mittlerweile ist der Adventskalender gar zur lukrativen Einnahmequelle geworden. Gemäss Zeitungsberichten geben die Deutschen mehr als 30 Millionen Euro pro Jahr für Adventskalender aus. Und es tönt komplett nach 90er-Jahre, aber neben digitalen Varianten sind insbesondere Spielzeug Adventskalender aus Lego und Playmobil wieder „in“. Aber ob analog oder digital: Mithilfe des Adventskalenders werden die Tage bis Weihnachten gezählt und die Wartezeit verkürzt. Aber woher stammt diese Tradition, die für die meisten so selbstverständlich ist? Im Folgenden wird auf die Geschichte des Adventskalenders näher eingegangen.

Die Vorläufer

Die Entstehung des Adventskalenders geht auf Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Doch die ersten Vorläufer gab es schon im 19. Jahrhundert. Die Ursprünge des Adventskalenders stehen in enger Verbindung mit verschiedenen Traditionen, wie die evangelische und katholische Kirche die Adventszeit begangen haben. Die adventlichen Andachten in der evangelischen Kirche fanden im Gegensatz zur katholischen Kirche zuhause statt. Deshalb entwickelten sich viele Adventsbräuche wie der Adventskalender im evangelischen und familiären Milieu. Viele religiöse evangelische Familien hängten im Laufe des Monats Dezember 24 Bilder an die Wand. Darüber hinaus gab es die Tradition, 24 Kreidestriche an die Wand oder Tür zu malen. Daraufhin durften die Kinder einen Strich jeden Tag wegwischen. Des Weiteren legten die Menschen Strohhalme in eine Krippe und zwar für jeden Tag bis Heiligabend.

Die Entstehung des Adventskalenders

Die frühste Form des Adventskalenders hat ihren Ursprung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Angeblich soll eine evangelische Pfarrersfrau für ihren Sohn Gerhard in der Adventszeit Papierschachteln gebastelt haben und in jede Schachtel ein Plätzchen gelegt haben. So durfte der kleine Sohn eine Schachtel jeden Tag aufmachen und die Süssigkeit essen. Der Pfarrersohn Gerhard Lang wurde später Verleger und entwickelte wahrscheinlich 1908 den ersten Adventskalender, der aber noch keine Fenster hatte. Seine Variante setzte sich aus zwei Blättern zusammen. Auf einem Blatt waren Zahlen und auf dem anderen Engelsbilder abgebildet. Jeden Tag konnte ein Engel ausgeschnitten werden und auf eine Zahl geklebt werden. Um etwa 1920 erschienen Adventskalender mit Türchen zum Öffnen. Der erste mit Schokolade gefüllter Adventskalender kam 1958 auf den Markt.

Advent Advent
Adventskalender: Eine weitere, aktuell sehr beliebte Variante sind kleine Adventskalender-Boxen.

Adventskalender – eine grosse Vielfalt

Normalerweise hat ein Adventskalender 24 Türen, wobei bis Heiligabend jeweils eine Tür geöffnet wird. Ferner gibt es liturgische Adventskalender, die mit dem 1. Advent anfangen und Türen bis zum 6. Januar besitzen. Zudem verfügen solche Adventskalender für die Adventssonntage vier zusätzliche Türchen.. Neben den christlichen Weihnachts- und Adventsmotiven findet man im Handel verschiedene Adventskalender mit unterschiedlichen Füllungen und Motiven. Es gibt Adventskalender in Papierform und in Bänder-Form, an die 24 Geschenke angebracht werden. Heutzutage sind neben dem klassischen Adventskalender auch Varianten in digitaler Form als Nachricht auf das Smartphone, als App oder als Adventskalender per E-Mail erhältlich. Um jemandem eine ganz persönliche Freude zu machen, sind selbstgebastelte Adventskalender eine beliebte Geschenkidee. Überhaupt, die Welt wird immer digitaler. Eine Studie aus dem Jahr 2018 kam zum Schluss: Auf knapp jeder zweiten Geschenkeliste steht ein Gerät mit WLAN. Mit diesen interessanten Facts wünschen wir unseren Lesenden eine friedvolle Adventszeit!

Fotos: CC0 Gemeinfrei via Unsplash

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