Coaching, Psychotherapie und andere Hilfsangebote – Entscheidungshilfen für die richtige Wahl

Wer sich heute persönlich oder beruflich neu ausrichten möchte, oder seine Balance sucht, sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert sieht hat die Qual der Wahl. Wer unter depressiven Verstimmungen, Ängsten oder anderen psychischen Symptomen leidet ebenfalls. Aber auch wer einfach nur in seiner Persönlichkeitsentwicklung vorwärts kommen möchte. Es gibt heute zahlreiche professionelle Angebote. Die Hilfe Suchenden können sich für ein Coaching, eine Psychotherapie oder diverse andere Hilfsangebote entscheiden. Das Angebot der Coaches und Therapeuten, der Berater und Trainer ist sehr vielfältig geworden und der Klient muss wählen, was für seine Lebens- und Berufssituation, für seine Bedürfnisse und seinen Bedarf das Richtige ist. Das aber ist manchmal gar nicht so einfach.

1. Entscheidungshilfen bei der Wahl für ein Coaching oder eine Psychotherapie

Bei Problemen im Berufs- oder Privateben ist es entscheidend, anstehende Herausforderungen oder drückende Probleme auch wirklich anzugehen. Es geht darum, den ersten Schritt zu tun. Sich Hilfe zu suchen. Und die soll zielführend sein. Und nachhaltig. Hinausschieben, Vertagen und Verdrängen verschlimmert meist nur das Ganze. Es gibt heutzutage immer mehr Lebensphasen, Situationen, Problemlagen und Ereignisse, da ist es besser, man holt sich professionelle Hilfe von guten Fachleuten. Die bewusste Auswahl der richtigen Fachperson und Form der Hilfe ist entscheidend für den Erfolg. Das Anliegen des Klienten sollte professionell angegangen werden. So kann man sich etwa für einen klassischen Psychotherapeuten oder für einen Coach entscheiden. Ein unverbindliches Erstgespräch ist bei der Wahl der richtigen Person und für die Form der Hilfestellung unerlässlich. Dabei wird deutlich, ob die Chemie stimmt und es wird geklärt, um was es genau gehen soll. Auf welche Weise gearbeitet wird. Und mit welchem Ziel. Die ausgewählte Form und Person soll für die Klientin, den Klienten, die am besten taugliche sein. Immerhin geht es doch um Erfolg und Erfüllung bei der Bewältigung anstehender Herausforderungen und der weiteren Lebensgestaltung. Oder bei der Bearbeitung psychischer Probleme und Symptome, der Verarbeitung verunsichernder oder traumatisierender Ereignisse oder der Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit im privaten und/oder beruflichen Bereich.

Geht es heute um ein Coaching in Zürich oder in einer anderen Stadt der Schweiz. Oder um eine klassische Psychotherapie. So haben wir viele Möglichkeiten und Angebote, die auf der qualifizierten Aus- und Weiterbildung, langjähriger tiefer und breiter Erfahrung und praxisbezogener Kompetenzen der Anbietenden aufbauen.

2. Die unterschiedlichen Angebote

Coaching

Coaching wird in der Regel als praxisbezogener lösungsorientierter Prozess zur individuellen Förderung und Zielerreichung angeboten. Mittels Inputs und Impulsen soll der Klient motiviert und angeregt werden, neue praktische Lösungswege auszuprobieren. Mehr Selbstverantwortung und manchmal auch Selbstüberwindung zu üben. Und sich auf diesem Weg auch besser kennen zu lernen, sich selbst und andere besser wahrnehmen lernen. Mit der praktischen Schulung von Selbst- und Fremdwahrnehmung wird auch die Fähigkeit der Selbstreflexion befördert. Neue Erkenntnisse sind die Folge.

Coaching unterstützt Klienten bei ihren individuellen Lösungswegen in der Alltagspraxis des Geschäfts- und Privatlebens. Aber auch darüber hinaus. Ziele werden klar herausgearbeitet und umgesetzt. Kurz-, mittel- und längerfristige Perspektiven entwickelt. Es kann beim Coaching um alle möglichen Themen des Arbeits-, Beziehungs- und Privatlebens gehen. Ein gutes Coaching entwickelt immer auch die Persönlichkeit der Klienten grundlegend und nachhaltig mit. Facetten der Karriere und der gesamten Lebens- und Zukunftsgestaltung können mit einbezogen werden. Wie überall steckt der Teufel auch hier im Detail. Es geht also immer auch darum, die eigenen Dinge der Veränderungen praktisch so lange zu üben und zu trainieren, bis sie im Alltagsleben funktionieren. Daneben werden Problemsituationen geklärt, Stressabbau gefördert, Work-Life-Balance angestrebt. Ein besserer Umgang mit den eigenen Ressourcen und Energien ist ebenfalls oft notwendig. Der Respekt vor den eigenen Grenzen und denen der Anderen ist nötig. Das Thema emotionale und soziale Kompetenz spielt heute eine wesentliche Rolle. Das eigene Gefühlsmanagement verbessert sich. Persönliche Weiterentwicklung führt so in den kleinen Dingen des täglichen Lebens zum Ziel. Gutes Coaching sollte von einem speziell ausgebildeten, gut qualifizierten Coach durchgeführt werden.

Psychotherapie

Mit Psychotherapie ist eine professionelle und gezielte Behandlung bei psychischen Störungen oder einer Symptomatik, die tiefergehend psychisch bedingt ist und teilweise auch körperliche Auswirkungen haben kann, gemeint. Hier sind die unterschiedlichsten Methoden durch die heutigen vielfältigen Psychotherapie-Ausbildungen geprägt. Die Psychoanalyse ist also nur noch eine von zahlreichen Formen. So etwa die neueren Wege der kognitiv- und emotionsbezogenen Verhaltenstherapien. Oder die zahlreichen Verfahren der Humanistischen Psychologie und deren Weiterentwicklungen oder auch der unterschiedlichen Formen der Körperpsychotherapie. Viele Psychotherapeuten bieten heute oft eine Integration mehrerer Methoden an. Eine solche Integrative Arbeitsweise hat den Vorteil, dass weniger ein einzelnes Verfahren, sondern mehr die einzelne Person und deren einzigartiger Entwicklungsprozess im Zentrum steht.

Psychotherapie darf in der Schweiz nur von eidgenössisch anerkannten Psychotherapeuten angeboten werden. Die Anerkennung ist durch das Bundesamt für Gesundheit geregelt. Die Anerkennung basiert auf der Grundlage einer qualifizierten (mindestens fünf- bis siebenjährigen) Ausbildung. Arbeitet der Psychotherapeut selbständig in seiner eigenen Praxis, benötigt er darüber hinaus eine amtliche Bewilligung des für seinen Praxissitz zuständigen kantonalen Gesundheitsdepartements. Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zum Psychotherapeuten sind in der Regel ein Masterstudium in Psychologie oder in weiteren Humanwissenschaften wie etwa Pädagogik, Philosophie, Theologie oder ähnliche Studienrichtungen. Diese weiteren Humanwissenschaften müssen ein zusätzliches Ergänzungsstudium mit den fehlenden psychologischen und psychopathologischen und weiteren Kenntnissen nachweisen.

Auch Psychiater oder Ärzte (mit gewissen Zusatzausbildungen) dürfen Psychotherapien anbieten. Psychiater haben ein Medizinstudium absolviert und danach einen Facharzttitel erworben.

Weitere Beratungsrichtungen sind etwa Berater, Reflexions-Begleiter, Supervisoren oder Trainer. Diese Ausbildungen erfolgen in gesonderten Weiterbildungen.

Bei einfachen Lebensthemen können bereits Berater helfen, bei ernsthafteren seelischen Erkrankungen sollte der Patient jedoch auf jeden Fall einen Arzt, Psychiater oder Psychotherapeuten aufsuchen.

Empfehlung Psychotherapeut

Wenn der Klient hartnäckige psychische Symptome hat oder langjährige Störungen des Verhaltens sowie tiefergehende Persönlichkeitsveränderungen vorliegen, dann sollte dies eher einer seelischen Erkrankung zugeordnet werden. Hierzu zählen etwa längerdauernde und sich mittels mehreren Symptomen zeigenden hartnäckige Problematiken wie Depressionen, Zwänge, Angststörungen, Suchtverhalten, Persönlichkeitsstörungen etc. Wer sich eine vertiefte Heilung und Persönlichkeitsveränderung wünscht, der ist beim Psychotherapeuten gut aufgehoben.

Empfehlung Coach oder Trainer

Wer leichtere, abgrenzbare Schwierigkeiten in seinem alltäglichen Leben angehen möchte oder einfache konkrete Ziele im Leben erreichen möchte, der ist bei einem Coach oder Trainer nicht gut aufgehoben.

Empfehlung Psychiater

Wer an einer schweren psychischen Erkrankung leidet wie Schizophrenie, Psychose, Wahnvorstellungen etc., der sollte den Weg zum Psychiater nicht scheuen. Hier stehen dann allenfalls auch Medikamente oder eine ambulante oder stationäre Klinikbetreuung zur Verfügung.

Empfehlung Psychologischer Berater oder Coach mit Hintergrund Psychotherapie

Wer einfach mit einer Fachperson wichtige Themen regelmässig reflektieren möchte, mehr Bewusstheit oder Achtsamkeit in sein Leben bringen oder sein allgemeines Wohlbefinden fördern möchte, kann es mit einem Psychologischen Berater versuchen. Das aktuell Ungelöste im Leben kann angesprochen werden und der Psychologische Berater hilft mit bereichernden Ideen und versucht, neue Sichtweisen einzubringen. Auch kann ein Check-up vollzogen werden. Wer eher ein tiefer greifendes Coaching wünscht, sollte sich für einen weitergehend psychologisch ausgebildeten Coach entscheiden. Viele gut ausgebildete Fachpersonen bieten heute auch Psychologisches Coaching und Psychotherapie gleichzeitig an, denn immer mehr Klienten schätzen diese qualifizierte Kombination.

3. Fazit

Vorab ist das menschliche Zusammenpassen der Persönlichkeit des Hilfe Suchenden und des Hilfe Anbietenden Grundvoraussetzung für eine zielführende Zusammenarbeit. Sei dies in Beratung, Training, Coaching oder Psychotherapie.

Wichtig für den Klienten ist es, sich über die Aus- und Weiterbildungen des Anbietenden/ Therapeuten etc. klar zu werden. Ebenso wie über dessen Erfahrungs- und Lebenshintergrund und dessen Spektrum allfälliger weiterer beruflicher Tätigkeiten.

Bei den weiteren Auswahlkriterien des richtigen Anbietenden/ Therapeuten etc. und der optimalen Form der Hilfestellung ist es wichtig, sich über den eigenen Bedarf und die persönlichen Bedürfnisse klarer zu werden. Dies kann bereits im Vorfeld oder spätestens während des Erstgesprächs geschehen. Ein solches Gespräch ist unerlässlich. Es kann auch nützlich sein, zwei oder drei Erstgespräche mit verschiedenen Therapeuten/ Anbietenden etc. zu führen, um so ein Gefühl zu entwickeln, was man wirklich braucht.

Es gilt weitere Aspekte zu berücksichtigen. Wie etwa die eigenen Coaching-, Beratungs- oder Therapie-Erwartungen, die Vorstellungen und Wünsche zu überprüfen. Die eigenen Ziele oder gesundheitlichen, psychischen, situationsbezogenen oder sonst wie bedingten Herausforderungen, Problemstellungen oder Symptome sind mit einzubeziehen.

Auch weitere Fragen nach dem eigenen Lebenskonzept können wesentliche Hinweise für die Entscheidung geben. In Zusammenhang damit kann nicht zuletzt auch das gemeinsam geteilte Menschenbild und die Wertebasis von Bedeutung sein.

Am Wichtigsten jedoch ist es, den ersten Schritt wirklich zu tun und sich die professionelle Hilfe zu holen, die man benötigt, um die Lösung der eigenen Probleme oder die Bewältigung der anstehenden Herausforderungen aktiv angehen zu können. Mehr noch als sonst im Leben gilt nämlich hier: Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben, sondern macht die Dinge meist nur schlimmer.

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