Gaming – vom Nerd-Hobby zum Massenphänomen

Für die Nachwuchs-Gamer von heute ist das Nischendasein, das Videospiele noch bis vor wenigen Jahren gefristet haben, kaum vorstellbar. Schon während dem Frühstück spielen sie ein paar Runden ihres Lieblingsspiels auf dem Handy. Ihre Welt ist bevölkert von Vorbildern, für die Gaming das Sprungbrett zu Ruhm und Erfolg war. Videoplattformen wie YouTube haben den Machern von Let‘s Plays zu weltweiter Bekanntheit verholfen. Professionelle Counter-Strike-Spieler treten im Sporttrikot zu Turnieren an, und werden dabei von Großkonzernen gesponsert. Noch vor 10 Jahren war eine solche Entwicklung kaum vorstellbar. Videospiele waren pickeligen Teenagern vorbehalten. Bestenfalls wurde ihr Hobby belächelt, schlimmstenfalls wurde es für Gewalttaten verantwortlich gemacht. Wenn ein Gamer versuchte, seinen Schwarm mit Erzählungen von der neuesten Gewinnsträhne zu beeindrucken, ging das meist gehörig in die Hose. Die Zeiten haben sich geändert, und Gamer von damals blicken mit Erstaunen auf die neue Massentauglichkeit ihres Zeitvertreibs.

Mobile Gaming, das Tor zum Mainstream

Was ist der Auslöser für diese Entwicklung? Ein Teil des Trends dürfte auf das Konto verschiedener gesellschaftlicher Entwicklungen gehen. Die Abkehr von klassischen Geschlechterrollen hat Beispielsweise Gaming auch für Frauen salonfähig gemacht. Den größten Anteil an der Veränderung kann aber das Smartphone für sich beanspruchen. Denn seit der Einführung dieses Gerätes haben fast aller Verbraucher rund um die Uhr eine tragbare Gaming-Plattform bei sich. Ablenkung und Unterhaltung sind so jederzeit nur einen Swipe am Bildschirm entfernt. Da ist es klar, dass fast jeder lieber eine Runde Angry Birds oder Online Slot Games spielt, anstatt sich an der Bushaltestelle zu langweilen. Immer vielfältiger wird das Angebot von Spielen für Android und iOS, sodass ständig neue Zielgruppen erreicht werden. Rentner finden sich unter den neuen Mobile-Gamern wieder ebenso wie Teenager, ernsthafte Spieler genauso wie Casual-Zocker. Es hat sich eine kleine gesellschaftliche Revolution vollzogen. Doch wie nahm sie eigentlich ihren Anfang?

Die Anfänge der Entwicklung

Das moderne Videospiel nahm seinen Anfang in den 1970er Jahren mit Spielen wie Pong, die auf einfachsten Grafiken basierten. Auf den ersten Personal Computern waren textbasierte Abenteuerspiele lange die einzige Möglichkeit, komplexe Spielsituationen darzustellen. In Sachen Spieltempo und Action ging es dabei eher gemächlich zu. Kein Wunder also, dass sich ihre Attraktivität für die meisten in Grenzen hielt. Geräte wie das Nintendo Entertainment System und der Gameboy machten Videospiele in den 1980er Jahren zu einem beliebten Zeitvertreib für Kinder. Ein Erwachsener, der seine Freizeit dem Gaming widmet, war kaum denkbar. Technische Fortschritte ermöglichten schließlich in den 1990er Jahren die Verbreitung von 3D-Spielen. Rapide Entwicklungen bei Hardware und Software haben seither zahlreiche Innovationen im Design von Spielen und immer ansprechendere Grafiken ermöglicht und damit zum aktuellen Boom der Gaming-Szene beigetragen.

Gaming als Qualifikation

Sogar die Arbeitgeber haben längst bemerkt, dass beim Gaming zahlreiche Fähigkeiten gefördert werden, die in der Berufswelt von Nutzen sind. Im Lebenslauf Computerspiele als Hobby anzugeben, kann daher bei so mancher Personalabteilung Pluspunkte einbringen. Allgemein bekannt ist etwa, dass Spiele Konzentration und Durchhaltevermögen trainieren. Wer gerne Strategiespiele zockt, kann auf diese Weise hilfreiche Denkmuster entwickeln. Besonders gefragt sind aber die Fähigkeiten zur Teamarbeit, die bei vielen Multiplayer-Spielen herausgebildet werden. Denn um Erfolg zu haben, muss der Spieler bei solchen Games lernen, sich mit den Teamkameraden gut abzustimmen. So ist das Gaming endgültig zu einem etablierten Teil der Gesellschaft geworden. In der Zukunft dürfte es wohl eher der Nicht-Gamer sein, der von seinen Mitmenschen belächelt wird.

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