Online mit Bildern suchen und shoppen

Visual Search: Kurzfristiger Hype oder nachhaltiger Trend? Wird die digitale Bilderkennung das Such- und Kaufverhalten der Konsumenten im Internet nachhaltig verändern? Obwohl die Suche mit Hilfe von Bildern noch am Beginn ihrer Entwicklung steht, hat das Rennen um die Vorherrschaft in diesem Bereich längst begonnen. Denn das Potential für Visual Search ist riesig. Die Technologie bietet Unternehmen, die von starker Produkt-Visualität leben, eine äusserst wertvolle Ergänzung zu bestehenden Suchformen. Jene Unternehmen, die es schaffen, die Technologie frühzeitig zu integrieren, werden profitieren, während andere das Risiko eingehen, den Anschluss zu verpassen.

Einfach ein Produkt mit dem Smartphone abfotografieren und mit Hilfe des Fotos passende Produkte zum gesuchten Artikel finden? Das klingt verheissungsvoll und könnte in der Online-Suche im Retail ein disruptiver Trend werden. Und zwar vor allem in den Branchen, in denen optische Komponenten der Produkte entscheidend sind. Einige führende Unternehmen der Fashion-Branche setzen Visual Search bereits ein. Wir haben die Akzeptanz von Visual Search und die Erwartungen und Ansprüche der Konsumenten in einer Studie mit mehr als 600 Nutzern und 3.600 echten Use-Cases von sechs führenden Visual Search Anbietern aus der Fashion-Branche untersucht.

Visual Search punktet durch Einfachheit

Die Vorteile der Visual Search-Technologie sehen die Nutzer vor allem in der Einfachheit gegenüber komplexen textlichen oder sprachlichen Beschreibungen von stark visuell geprägten Produkten. Die Hälfte der Befragten erwartet von der Visual Search genauere Suchergebnisse. Drei Viertel können sich bereits heute vorstellen, die Visual Search regelmässig zu nutzen. Dazu kommt, dass mehr als die Hälfte (52 %) den Gesamteindruck der Suchergebnisse überwiegend positiv bewertet.

Google knapp vor ASOS

Wer wird das Rennen um die Vorherrschaft in Sachen Visual Search für sich entscheiden? Gibt es schon jetzt einen klaren Sieger? Und haben kleinere Anbieter gegen die Big Player überhaupt eine Chance? Mit 62 % positiven Ergebnissen im Gesamteindruck belegt Google in der Studie, die sich nur auf die Fashion-Industrie bezieht, den ersten Platz, dicht gefolgt von ASOS (Technologie: viSenze) mit 61 % und Zalando (Technologie: cortexica) mit 57 %. Der E-Commerce-Riese Amazon landet mit lediglich 42 % positiver Bewertungen abgeschlagen auf dem vorletzten Platz.

Erfahrene Visual Search Nutzer bewerten positiver

Wie bewerten die Nutzer die Sucherergebnisse? Frauen sind deutlich kritischer als Männer. Männer schätzen die Suchergebnisse um 14 % positiver ein als weibliche Nutzer. Nutzer, die Erfahrung mit Visual Search haben, bewerten die Suchergebnisse deutlich positiver (68 % positive Bewertungen) als unerfahrene Nutzer (52 % positive Bewertungen). Auch Smartphone Power-User, unter 20-Jährige und Technologie-Affine geben positivere Bewertungen ab. Insgesamt liegen die Nutzerbewertungen aber schon heute auf einem sehr guten Niveau.

4 Tipps für die Einführung von Visual Search

Die Einführung neuer Technologien kostet Geld und Zeit. Deshalb sollte sie sich idealerweise erfolgreich auf das Geschäft auswirken. Unsere 4 Tipps, wie die Einführung gelingen kann:

  1. Kundenbrille aufsetzen
    Der Einsatz von Visual Search kann Unternehmen Wettbewerbsvorteile bieten – vorausgesetzt, sie bietet den Kunden einen Mehrwert. Dies lässt sich durch einfache und unaufwändige nutzerzentrierte Methoden herausfinden und als Test&Learn überprüfen.
  2. Einstiegshürden beseitigen
    Unternehmen, die Visual Search einführen wollen, sollten darauf achten, die Einstiegshürden für die Nutzer so klein wie möglich zu halten. Idealerweise integrieren sie die Visual Search direkt in vorhandene und bereits genutzte Apps. Da die positive Wahrnehmung der Nutzer von Visual Search mit der gemachten Erfahrung steigt, ist es besonders wichtig, den Einstieg so leicht wie möglich zu gestalten.
  3. Mit offenen Karten spielen
    Vor allem in Testphasen von Visual Search sollten Nutzer darauf hingewiesen werden, dass es sich um einen „Piloten“ handelt. Damit wecken sie beim Kunden keine zu hohen Erwartungshaltungen, die dann eventuell enttäuscht werden.
  4. Gut, besser, optimal
    Pilotphasen sind vor allem zum Ausprobieren da. Besonders wichtig ist es, die gewonnenen Erkenntnisse dann auch in die kontinuierliche Weiterentwicklung fliessen zu lassen.

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