Onlinekredite: Schwarze Schafe erkennen

Es ist inzwischen so einfach geworden, Verträge über das Internet abzuschließen. Auf Vergleichsportalen ist ein regelrechter Preiskampf ausgebrochen, denn die Konditionen für Mobilfunkverträge, Gasanbieter oder auch Kredite sind komplett transparent und alle Unternehmen buhlen mit Hochdruck um die Gunst der Kunden, die sich häufig für den günstigsten Anbieter entscheiden.

Leider gibt es im Internet nicht nur seriöse Angebote, sondern auch etliche schwarze Schafe, die mit günstigen Konditionen locken, die Versprechen am Ende aber nicht halten werden. Dieser Artikel soll dazu dienen, die unseriösen Anbieter einfacher zu entlarven und zu erkennen, mit welchen Tricks diese Unternehmen arbeiten.

Bei Krediten gibt es oft einen hohen Entscheidungsdruck

Es gibt vielfältige Arten von Krediten, die man inzwischen über das Internet aufnehmen kann. Prominentestes Beispiel dürften dabei die klassischen Konsumentenkredite sein, die z.B. im niedrigen fünfstelligen Bereich angesiedelt sind und frei verwendet werden dürfen – so zum Beispiel für einen Urlaub oder eine Reparatur. Weil die Banken dafür in der Regel kaum Sicherheiten erhalten, sind die Konditionen oftmals nicht so gut. Doch manche Anbieter möchten noch ein bisschen extra verdienen und locken mit vermeintlich “nett gemeinten” Angeboten, wie Ratenpausen oder Kreditaufstockungen, die dann aber richtig teuer werden.

Wer einen Kredit abschließen möchte, steht oft unter Zugzwang und muss z.B. eine offene Rechnung bezahlen. Diese zeitliche Angespanntheit nutzen manche unseriöse Anbieter knallhart aus, weil sie darauf setzen, dass sich die finanziell unter Druck stehenden Kunden das Kleingedruckte nicht mehr durchlesen. Manche Vertragsbedingungen können sich sogar als unzulässig herausstellen, aber um das nachzuweisen, muss man als Kunde den juristischen Weg wählen. Und wer schon im Alltag finanziell nicht über die Runden kam, wird sich auch keinen Anwalt leisten können, der mit unklarem Ausgang für den vermeintlich geprellten Kunden vor Gericht zieht.

Es gibt unterschiedliche unseriöse Vorgehensweisen

Leider gibt es wenig klare Indizien, anhand derer man Betrüger überführen kann. Wenn man über einschlägige Vergleichsplattformen geht, kann man natürlich trotzdem auf einen unseriösen Anbieter treffen, doch die Portale nehmen eine Vorselektion vor und reagieren auch auf das Feedback der Nutzer. Daher kann man zumindest darauf hoffen, dass die genannten Portale zumindest etwas restriktiver sind und man als Kunde zumindest ein Grundmaß an Sicherheit hat.

Der schlimmste Fall wäre natürlich, auf Betrüger zu treffen, die den Kredit überhaupt nicht auszahlen möchten. Hier kann nur dringend geraten werden, dass man niemals in Vorleistung tritt und z.B. eine Gebühr entrichtet, bevor man das Geld erhalten hat bzw. einem wasserdichte Verträge vorliegen. Doch solche Anbieter sind zum Glück eher die traurige Ausnahme als die Regel.

Bei den schwarzen Schafen gibt es hingegen viele Kreditgeber, die sich rechtlich in der legalen bis Grauzone bewegen. Es handelt sich häufig nicht direkt um Betrug, aber die Konditionen werden so schlecht ausgestaltet, dass der Kunde am Ende viel Geld für wenig Leistung bezahlen muss und sich vielleicht sogar finanziell übernimmt.

Manche Anbieter prüfen die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers nur mangelhaft, locken mit flexiblen Rückzahlungsoptionen und treiben daher manche Privatperson in den finanziellen Ruin. Lockangebote, wie z.B. ein erstes tilgungsfreies Jahr, werden dann gerne mal mit völlig übertriebenen Zinsen kompensiert. Daher sollte man vor der Unterschrift unter einem Kreditvertrag immer den gesamten Tilgungsplan im Auge behalten, wenn man unterschiedliche Anbieter miteinander vergleicht.

Sehr skeptisch sollte man auch werden, was übertragene Sicherheiten an den Kreditgeber angeht. Kauft man z.B. ein Auto, so ist es durchaus üblich, dass man den PKW als Sicherheit einsetzt. Bedeutet also: Kann man den Kredit nicht mehr bedienen, bleibt dem Kreditgeber zumindest der mit dem Kredit erworbene Gegenstand als Pfand.

Umgekehrt gibt es aber auch manche Kredite, die nicht mit dem Erwerb eines Objektes in Verbindung stehen, darüber aber abgesichert werden. Hat man z.B. eine teure Uhr, kann man diese verpfänden, um sich Geld zu leihen. Knifflig wird es aber bei der Wertermittlung. Unseriöse Anbieter streben eine heimliche Übersicherung an – sie verlangen Sicherheiten, die nicht im Verhältnis zur gewährten Darlehenssumme stehen.

Manche raffinierten Betrüger sind sogar auf diese Gegenstände aus und bieten dem Kreditgeber Konditionen, die er nicht zurückzahlen kann, aber in der Not akzeptiert. Aufgrund der Übersicherung erhält der Kreditgeber aber im Falle eines Falles mehr als ihn die Herausgabe des Darlehens gekostet hat.

Man kann sich vor unfairen Konditionen schützen

Wer die Verlockungen des Black Friday nicht widerstehen kann, und sich mit dem Gedanken trägt, dafür sogar ein Darlehen aufzunehmen, sollte sich auch mit den Maschen der unseriösen Anbieter beschäftigen, kann diese im Vorfeld entlarven und spart sich viel Ärger. 100%-ige Sicherheit gibt es aber natürlich leider nie. Dennoch gilt: Wer auf vertrauenswürdige Portale setzt und Anbieter mit vielen (und hoffentlich echten) Bewertungen setzt, landet unwahrscheinlicher bei einem schwarzen Schaf.

Anstatt noch 0,01% bei den Zinsen zu sparen, sollte man daher darauf setzen, mit seriösen Anbietern (z.B. größeren Banken) zusammenarbeiten, statt immer das günstigste Angebot zu wählen. Natürlich möchten aber auch große und vermeintlich seriöse Anbieter ihr Geld verdienen. Aber hier kann man sich zumindest etwas sicherer sein, dass kein grundsätzlicher Betrug vollzogen wird und man z.B. niemals etwas ausgezahlt bekommt.

Auch wenn es leichter gesagt als getan ist: Man sollte die Kreditentscheidung nicht überstürzt treffen, sondern den Markt ausreichend sondieren. Impulsive Entscheidungen können sonst richtig teuer werden.

Foto CC0 Gemeinfrei via Unsplash

Christian Mäder

BITLAKE | Content Distribution

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