Netflix-Serie: Kalifat

Seit Frühjahr 2020 gibt es beim Online-Video-Anbieter „Netflix“ die schwedische Serie „Kalifat“ (Kalif = „religiöser Herrscher“) mit acht Folgen. Das offene Ende („Cliffhanger“) deutet auf eine 2. Staffel hin. Allerdings gibt es von Serienschöpfer Wilhelm Behrman hierzu noch keine klare Ansage.

„In Schweden denkt man, dass alle Moslems Terroristen sind“

so heißt es in der Serie. Es geht um islamische Frauen, die in Schweden und Syrien leben. Die Handlung springt von Schweden nach Raqqa (Syrien) hin und her. Pervin (Gizem Erdogan) ist die Hauptperson. Sie lebt mit ihrem Mann Husam, einem islamischen Terroristen und ihrem Baby in Raqqa. Ihr Mann begeht Anschläge für den IS („Islamischen Staat“). Er plant dies auch auch in Schweden auf Flugzeuge. Pervin möchte fliehen, denn ihr Mann schlägt sie. Sie telefoniert mit Dolores, ihrer ehemaligen Lehrerin aus Schweden. Sie berichtet von geplanten Anschlägen ihres Mannes in Schweden, um so Hilfe aus Skandinavien zu bekommen (Asyl).

Polizistin Fatima bekommt einen Tipp von Dolores und telefoniert heimlich mit Pervin. In weiteren Folgen werden die schwedischen Schülerinnen Sulle, Lisha und Kareema gezeigt. Sie werden durch ihre Eltern geschlagen und bedroht und haben sich daraufhin der „richtigen Religion“ versprochen, dem Islam. Sie wollen in Skandinavien einen Selbstmordanschlag verüben. Ob es dazu kommt, wird dann Staffel 2 zeigen, falls sie noch produziert wird.

Positiv: Die Serie zeigt konkret, wie islamische Frauen manipuliert werden und für die radikale Sache ausgebeutet werden. Negativ ist die ständige Radikalität. Ein Drohnenangriff in Folge zwei verletzt zum Beispiel Husam. Der liegt dann Blut überströmt im Bett.

„Kalifat“ ist sehr menschlich dargestellt, die Emotionen der handelnden Personen werden ausführlich gezeigt, Pervin mit ihren schönen großen dunklen Augen tut dem Zuschauer leid. Sehr spannend, wie sie versucht, die Anschlagspläne von ihrem Ehemann zu fotografieren, während der im anderen Zimmer herum „tigert“. Während in Aqqa die Gebäude in schlechtem Zustand sind, ist in Schweden alles ordentlich sauber (auch als Metapher für die Gesellschaft und Religion). Es gibt sehr viele Dialoge, fast schon eine „Dauerschleifen-Kommunikation“, was sehr unterhaltsam ist. So vergeht die Zeit „wie im Flug“ und die acht Folgen sind vorbei, ehe man angefangen hat zu schauen.

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