Fyre Festival Doku: Desaster Porn by Neflix

„Schau dir mal die neue Netflix-Doku an“, sagte mein Kollege zu mir. Okay. Warum sollte ich? „Weil es einfach gestört ist!“ Okay große Worte. Ich bin 36 Jahre alt und würde behaupten, dass ich TV technisch schon alles gesehen habe. Aber ich lag falsch. „Fyre Festival“ ist nicht umsonst zum Meme geworden, ein Sinnbild für alles was komplett den Bach runter geht. Und das dank Social Media, Netflix und einer Horde Influencer fast in Echtzeit verfolgbar.

Desaster Porn at its best.

Und dabei fängt es ganz harmlos an.

Auf den ersten Blick wirkt Billy McFarland doch ganz vertrauenswürdig, der perfekte Schwiegersohn. Und JaRule ist auch dabei, der hatte doch diesen Nr.1 Hit mit Ashanti, oder nicht? Und diese ganzen Topmodels würden sich doch auch nicht einfach so kaufen lassen…oder? Doch würden Sie. Es ist ein Sinnbild unseres Lifestyles, schöne Bilder, leere Versprechen, mehr ist nicht nötig, wir glauben das was wir glauben wollen.
Das „Fyre Festival“ wird in die Geschichte eingehen als einer der grössten Scams aller Zeiten. Kein Wunder, dass wir in Deutschland davon nichts mitbekommen haben.

Zugegeben, die Idee ist genial. Ein Musikfestival im Paradies. Topstars auf der Bühne, schöne Menschen, Sonne, Luxusyacht, Alkohol und vor allem Luxus. Aber „Fyre Festival“ war einfach nie mehr als eine Idee. Als die Beteiligten merken wie hoffnungslos ihre Lage ist, ist die Marketing Maschinerie schon in vollem Gang. Und wer kann schon NEIN sagen zu Billy McFarland und seinem Million Dollar Smile. Visionäre sind wichtig. Ohne sie gäbe es keinen Fortschritt. Aber was ist ein Visionär ohne Substanz…ein Pechvogel? Ein Scharlatan? Im Falle Billy McFarland ist die Antwort deutlich: ein Krimineller! Vielleicht hat er wirklich daran geglaubt, das grösste Festival aller Zeiten auf die Beine zu stellen. Und er hat genug Handlanger um sich geschart, um diese Illusion eine Weile aufrecht zu erhalten. Zurück bleiben am Ende ruinierte Existenzen. Es bricht einem das Herz, zu sehen wie die Köchin ihre Helfer nicht ausbezahlen kann oder der Vorarbeiter seine Heimat verlassen muss, weil er die von ihm geworbenen Arbeiter nicht entlohnen kann. Weil er die Versprechungen von Billy McFarland geglaubt hat. Und das ist auch das Einzige, was man dieser brillanten Netflix Dokumentation vorwerfen kann. Dass sie sich zu leicht anfühlt, zu komödiantisch, gemessen an den vielen ruinierten Leben, die sie zurücklässt. Aber vielleicht ist sie deshalb auch so gut? „Fyre Festival“ ist ein must watch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

X