Atlas: 100+ KI-Modelle für die 3D-Produktion

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Text und Bild, sondern zunehmend auch die Produktion von 3D-Inhalten. Genau hier setzt Atlas AI Studio an. Die Plattform von Atlas.design will unterschiedliche KI-Modelle in einem kontrollierten Workflow zusammenführen – insbesondere für Games, CGI und professionelle 3D-Produktion.

Ein Workflow statt vieler einzelner KI-Tools

Das Grundprinzip ist interessant: Statt für jede Aufgabe ein anderes KI-Tool zu verwenden, stellt Atlas eine gemeinsame Arbeitsfläche bereit. Laut Anbieter lassen sich mehr als 100 KI-Modelle in sogenannte Pipelines integrieren.

Ein Beispiel auf der Atlas-Website zeigt einen Workflow, bei dem zunächst aus einer Textbeschreibung ein Bild erzeugt und dieses anschließend automatisch in ein 3D-Modell umgewandelt wird. Dabei können unterschiedliche Modelle für die einzelnen Produktionsschritte eingesetzt werden.

Das könnte vor allem für Studios interessant sein, die heute bereits mit zahlreichen spezialisierten KI-Modellen arbeiten.

Von der Idee zum 3D-Modell

Atlas positioniert sich nicht ausschließlich als einfacher KI-Bildgenerator. Im Mittelpunkt stehen produktionsfertige 3D-Workflows.

Die Plattform nennt unter anderem Retopology, UV-Mapping, PBR-Texturen und Rigging als Bestandteile der Produktionsausgabe. Damit soll aus einem generierten Objekt ein Asset entstehen, das sich besser in bestehende professionelle Produktionsumgebungen integrieren lässt.

Unterstützt werden unter anderem Blender, Unreal Engine, Unity, Maya und Houdini. Zusätzlich können Workflows laut Atlas über eine API bereitgestellt werden.

Interessant für Spieleentwicklung und CGI

Gerade die Spieleindustrie könnte von solchen Systemen profitieren. Ein Entwickler benötigt beispielsweise nicht nur ein einzelnes Bild eines Fahrzeugs, einer Figur oder eines Gebäudes. Das Objekt muss als 3D-Modell vorliegen, mit passenden Materialien versehen sein und in eine bestehende Engine integriert werden können.

Atlas versucht, mehrere dieser Schritte in einer Pipeline zusammenzufassen.

Auf der Website nennt das Unternehmen unter anderem SEGA, Square Enix, Krafton und Google Cloud als Organisationen, die Atlas nutzen beziehungsweise mit der Plattform verbunden sind.

Das ist allerdings nicht gleichbedeutend damit, dass alle genannten Unternehmen Atlas umfassend für ihre gesamte Produktion einsetzen. Die Angaben stammen aus der Darstellung des Anbieters.

50 Euro im Monat für den Einstieg

Auch beim Preis positioniert sich Atlas relativ interessant. Der Pro-Tarif kostet laut aktueller Website 50 Euro pro Monat und beinhaltet 5.000 Credits sowie den Zugriff auf mehr als 100 Modelle. Atlas nennt als Orientierung etwa 250 engine-fertige Meshes oder 2.500 hochwertige Bilder pro Monat.

Der Studio-Tarif kostet 200 Euro monatlich und bietet 25.000 Credits, API-Zugang sowie Plugins für Unreal, Unity und Blender. Für größere Unternehmen gibt es einen Enterprise-Tarif ab 2.000 Euro monatlich.

Bemerkenswert ist zudem, dass Atlas laut eigener Angabe nicht pro Benutzer abrechnet. Stattdessen wird ein gemeinsames Credit-Budget für das gesamte Studio verwendet.

Der interessantere Trend dahinter

Atlas ist deshalb weniger wegen eines einzelnen KI-Modells interessant. Spannender ist der Ansatz, KI-Modelle zu einer Produktionsinfrastruktur zusammenzufassen.

Heute entstehen viele KI-Tools als einzelne Anwendungen: eines erzeugt Bilder, ein anderes Videos, ein weiteres 3D-Modelle und wieder ein anderes übernimmt Nachbearbeitung. Für professionelle Anwender entsteht dadurch schnell ein komplizierter Werkzeugkasten.

Plattformen wie Atlas versuchen daraus eine Art KI-Produktionspipeline zu machen.

Damit könnte sich der Wettbewerb bei generativer KI zunehmend von der Frage „Welches Modell erzeugt das beste Bild?“ hin zu einer anderen Frage verschieben: Wie gut lässt sich KI in einen echten Produktionsprozess integrieren?

Atlas setzt genau auf diese Entwicklung und bezeichnet sich selbst als Governance- und Context-Layer für die kreative KI-Produktion.

Kurz gesagt: Atlas.design versucht, aus mehr als 100 KI-Modellen eine professionelle Produktionsumgebung für 3D, Games und CGI zu machen – und könnte damit für Studios deutlich interessanter sein als ein weiterer isolierter KI-Generator.

Atlas AI Studio

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