Werden bald keine Cookies mehr benötigt?

Cookies gehören seit Jahren zum Alltag im Internet. Sie speichern zum Beispiel, ob man auf einer Website eingeloggt ist, welche Sprache man ausgewählt hat oder was im Warenkorb liegt. Gleichzeitig werden Cookies auch für Werbung und Tracking eingesetzt.

Doch möglicherweise braucht es für das Tracking von Internetnutzern künftig gar keine Cookies mehr.

Der Grund heißt Browser-Fingerprinting.

Dabei wird nicht einfach eine kleine Datei auf dem Computer gespeichert. Stattdessen versucht eine Website, anhand verschiedener technischer Merkmale einen Besucher wiederzuerkennen. Dazu können unter anderem der Browser, das Betriebssystem, die Bildschirmauflösung, installierte Schriftarten, Sprache, Zeitzone sowie bestimmte Eigenschaften der Grafikkarte und des Geräts gehören. Zusammengenommen können diese Informationen einen ziemlich einzigartigen „Fingerabdruck“ ergeben.

Der Unterschied zu Cookies

Der große Unterschied: Ein Cookie kann gelöscht werden. Ein Browser-Fingerabdruck nicht so einfach.

Wer Cookies löscht, kann damit bestimmte Tracking-Informationen entfernen. Beim Fingerprinting werden dagegen technische Eigenschaften des Browsers und Geräts ausgewertet. Die Website muss dafür nicht unbedingt einen klassischen Cookie auf dem Gerät speichern.

Das macht Fingerprinting für Datenschützer besonders interessant. Das World Wide Web Consortium (W3C) weist darauf hin, dass Fingerprinting sogar dazu genutzt werden kann, Nutzer über mehrere Sitzungen und unterschiedliche Websites hinweg wiederzuerkennen. Auch das Löschen von Cookies oder die Nutzung des privaten Browsermodus verhindert dies nicht zwangsläufig.

Bedeutet das das Ende der Cookies?

Nein – zumindest noch nicht.

Cookies haben weiterhin wichtige Funktionen. Ein Online-Shop kann damit beispielsweise einen Warenkorb speichern oder eine Website kann sich die Spracheinstellung merken. Auch für Login-Sitzungen werden Cookies weiterhin verwendet.

Für Tracking und Werbung könnten Cookies allerdings langfristig an Bedeutung verlieren. Browser-Fingerprinting ist eine der Technologien, die dafür sorgen könnten.

Wie unterschiedlich die Informationen des eigenen Browsers sind, lässt sich übrigens selbst ausprobieren. Eine interessante Übersicht bietet die Website Kuber Studio:

Kuber Studio – Browser Fingerprinting ausprobieren

Dort lässt sich anschaulich nachvollziehen, welche Informationen ein Browser über das verwendete Gerät preisgeben kann.

Die Entwicklung zeigt: Das Ende der Cookies bedeutet nicht automatisch das Ende des Trackings. Wenn klassische Cookies verschwinden, könnten andere Technologien wie Browser-Fingerprinting einen Teil ihrer bisherigen Rolle übernehmen. Für Internetnutzer wird deshalb nicht nur die Frage wichtig sein, welche Cookies eine Website setzt – sondern auch, welche technischen Informationen der Browser verrät.

Nach oben scrollen