Das erwartet uns in „Landman“ Staffel 2 – härter, politischer und persönlicher

Seit Herbst läuft die zweite Staffel von „Landman“ auf Paramount+ und wer Staffel 1 aufmerksam gesehen hat, merkt schnell: Taylor Sheridan macht dort weiter, wo es richtig weh tut. „Landman“ bleibt auch in Staffel 2 keine Wohlfühlserie, sondern ein raues Drama über Macht, Öl, Geld und die Menschen, die dazwischen zerrieben werden.


Billy Bob Thornton spielt Tommy Norris weiterhin mit dieser Mischung aus Abgeklärtheit und innerem Druck, die man nur dann glaubwürdig hinbekommt, wenn man die Figur wirklich versteht. Nach den Ereignissen des Finales der ersten Staffel steht Tommy plötzlich an der Spitze von M-Tex Oil. Das fühlt sich nicht wie ein Aufstieg an, sondern wie ein Fluch. Aus Insider-Sicht wirkt das erstaunlich realistisch, denn genau so funktionieren solche Machtwechsel im Ölgeschäft: Sie kommen meist durch Krisen, nicht durch Planung.

Staffel 2 wird spürbar politischer. Die Serie zeigt deutlicher, wie eng Kartelle, Großkonzerne und lokale Politik miteinander verflochten sind. Andy García bekommt als Galino mehr Raum und genau hier gewinnt „Landman“ an Tiefe. Statt klarer Gut-und-Böse-Zeichnung geht es um Zweckbündnisse, Abhängigkeiten und moralische Grauzonen. Das erinnert stellenweise an „Sicario“, nur eben im texanischen Ölrevier.

Auch emotional zieht die Serie an. Der Tod von Monty wirkt nach, vor allem bei Cami, deren Rolle jetzt stärker in den Vordergrund rückt. Man merkt, dass Sheridan bewusst mehr Zeit in zwischenmenschliche Spannungen investiert. Familie, Loyalität und Schuld sind nicht nur Nebenthemen, sondern treiben viele Entscheidungen voran.

Was „Landman“ weiterhin besonders macht, ist der Realismus im Detail. Gespräche über Förderrechte, Sicherheitsprobleme auf Bohrfeldern oder Preismanipulationen fühlen sich nicht wie TV-Dialoge an, sondern wie echte Branchen-Gespräche. Wer sich ein wenig mit Energiepolitik oder Rohstoffmärkten auskennt, merkt schnell: Hier hat jemand sehr genau zugehört.

Ein Kritikpunkt bleibt allerdings. Sheridan neigt auch in Staffel 2 dazu, manche Konflikte unnötig auszudehnen. Einige Szenen wirken bewusst schwer und langsam, fast so, als wolle die Serie ihre eigene Bedeutung unterstreichen. Das sorgt zwar für Atmosphäre, kann aber das Tempo bremsen und wird nicht jedem gefallen, der mehr Handlung pro Folge erwartet.

Unterm Strich ist „Landman“ Staffel 2 konsequenter, düsterer und reifer als der Auftakt. Die Serie traut sich, unbequem zu bleiben, und genau das macht sie stark. Wer Sheridan kennt und mag, bekommt hier genau das, was er erwartet – und wer neu einsteigt, versteht schnell, warum „Landman“ zu den spannendsten Dramen im Paramount+-Programm gehört.

 

 

The Landman Soundtrack: Staub, Stahl und Sehnsucht in Moll

 

 

Jetzt ist es offiziell: Staffel 2 von „Landman“ kommt

 

 

 

Landman – Reichtum, Rohöl und raue Kerle in Texas

 

 

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