Der österreichische Entwickler Peter Steinberger steht derzeit im Zentrum eines globalen Technologie-Hypes. Sein Open-Source-Projekt OpenClaw (ehemals „Claude“ bzw. „Molbard“) sorgt für massives Aufsehen in der Entwickler-Szene und darüber hinaus. In einem aktuellen Interview gibt Steinberger Einblicke in die Entstehung, die Funktionsweise und die Zukunft seines KI-Agenten.
1. Vom „Hobby-Projekt“ zum globalen Phänomen
Was ursprünglich als Side-Project begann, um die Mechanismen von KI-Agenten (Memory, agentische Loops) besser zu verstehen, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem viralen Erfolg. Steinberger beschreibt die Resonanz als „absolut abnormal“ [00:41]. In San Francisco versammeln sich über 1000 Menschen zur ersten „Clockcon“, um über das Tool zu diskutieren.
2. Was kann OpenClaw eigentlich?
Steinberger vergleicht OpenClaw mit einem „Geist, der vor dem Computer sitzt“ [05:12]. Der Assistent kann:
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Maus und Tastatur bedienen: Er führt Aufgaben direkt am Rechner aus.
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Über WhatsApp gesteuert werden: Nutzer können dem Agenten einfache Anweisungen schicken [04:27].
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Proaktiv handeln: Durch einen integrierten „Heartbeat“ fragt der Agent von sich aus nach oder gibt Updates [04:49].
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Vielfältige Vernetzung: Von der E-Mail-Organisation über die Steuerung der Haustechnik bis hin zum Herbeirufen eines Teslas via Self-Driving-Schnittstelle ist alles möglich [06:08].
3. Das Thema Sicherheit und Datenschutz
Ein kritischer Punkt bei KI-Agenten ist der Zugriff auf sensible Daten. Steinberger betont jedoch, dass sein Ansatz deutlich privatsphäre-freundlicher sei als der von Big-Tech-Unternehmen wie OpenAI oder Anthropic:
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Lokale Verarbeitung: OpenClaw kann komplett lokal auf einem Rechner (z. B. einem Mac Studio) laufen. Es müssen keine Daten in die Cloud geschickt werden [13:55].
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Kein permanenter Zugriff: Im Gegensatz zu anderen Lösungen, bei denen Nutzer ihre gesamte Dropbox oder E-Mail-Konten permanent mit Servern verbinden müssen, bleibt bei OpenClaw alles unter der Kontrolle des Nutzers [10:29].
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Problem „Prompt Injection“: Steinberger räumt ein, dass das Risiko, die KI durch bösartige Befehle in E-Mails auszutricksen, ein industrieweit ungelöstes Problem bleibt, an dem er jedoch aktiv arbeitet [07:31].
4. Der Namensstreit und die Zukunft
Der Weg zum aktuellen Namen „OpenClaw“ war steinig. Ursprünglich hieß das Projekt „Claude“, was jedoch zu rechtlichen Spannungen mit dem KI-Unternehmen Anthropic führte [15:20]. Nach einem kurzen Intermezzo als „Molbard“ entschied sich Steinberger für OpenClaw – ein Name, den er sich sogar persönlich von OpenAI-Chef Sam Altman absegnen ließ [16:34].
Aktuell befindet sich Steinberger in San Francisco, um mit großen Tech-Labs und Investoren über die weitere Zukunft zu sprechen. Ob das Projekt ein Ein-Personen-Unternehmen bleibt oder in eine größere Struktur überführt wird, soll sich in den nächsten Tagen entscheiden [12:05].
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