Die Millennium Challenge Corporation (MCC), ein 2004 gegründetes Entwicklungsprogramm der USA, sorgt seit Jahren in Nepal für hitzige Kontroversen. Mit 500 Millionen US-Dollar Investitionsvolumen soll das MCC-Projekt den Ausbau von Stromübertragungsleitungen und Straßeninfrastruktur vorantreiben. Nepal, das über ein enormes Potenzial an Wasserkraft verfügt, erhofft sich dadurch einen leichteren Stromexport nach Indien und langfristig auch höhere Staatseinnahmen.
Doch die Umsetzung des Projekts ist von geopolitischen Spannungen begleitet. Kritiker sehen in MCC nicht nur ein Infrastrukturprogramm, sondern vor allem ein strategisches Instrument Washingtons, um Nepal enger an die USA zu binden – in direkter Konkurrenz zu China, das seinerseits in der Region massiv investiert.
Nepal ist seit 2017 offizieller Teil der chinesischen Belt and Road Initiative (BRI), die Infrastrukturprojekte zwischen Tibet und Kathmandu sowie Energie- und Verkehrsprojekte vorsieht. Doch die Umsetzung dieser BRI-Pläne stockt, teils wegen unklarer Finanzierung, teils aus Sorge vor einer möglichen Schuldenfalle. Gleichwohl bleibt BRI für China ein wichtiges Mittel, seinen Einfluss im Himalaya zu festigen.
Die gleichzeitige Teilnahme Nepals an der US-amerikanischen MCC und der chinesischen BRI macht das Land zu einem geopolitischen Brennpunkt. Während Washington betont, MCC sei ein reines Entwicklungsprojekt ohne militärische Dimension, fürchten viele Nepalesen, zwischen den Fronten von USA, China und Indien zerrieben zu werden. Die heftigen Straßenproteste bei der Parlamentsdebatte zur Ratifizierung im Februar 2022 unterstrichen diese Ängste eindrücklich.
Auf die aktuellen und heftigen Proteste folgte der Rücktritt des Regierungschefs. Derweil sichern Soldaten Kathmandus Straßen
Am Ende wurde MCC mit einer interpretativen Erklärung ratifiziert, die die nationale Souveränität Nepals hervorheben sollte. Doch die Skepsis bleibt – auch weil BRI und MCC für viele Bürger nicht nur für Infrastruktur, sondern für Abhängigkeiten von Großmächten stehen. Ob sich Nepal durch die parallele Teilnahme an beiden Initiativen wirtschaftlich stärkt oder politisch verwundbarer macht, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
BitChat Keeps Communication Alive During Protests in Indonesia and Nepal – No Bitcoin Involved






