Mit dem Hightech-Fahrrad in die Zukunft – Steven K. Roberts, der erste digitale Nomade

Wenn man heute an digitale Nomaden denkt, sieht man meist Menschen mit Laptop in einem Café am Strand. Doch lange bevor schnelles Internet, Smartphones oder Remote Work selbstverständlich waren, radelte ein Mann mit einem selbstgebauten Hightech-Fahrrad durch die USA – Steven K. Roberts.

Bereits 1983 machte er sich auf den Weg, ausgerüstet nicht mit einem Rucksack, sondern mit einem Liegerad voller Elektronik. Sein erstes Rad, das Winnebiko, war mit Solarzellen, Tastatur im Lenker und einem Computer ausgestattet. Später folgten die weiterentwickelten Modelle Winnebiko II und schließlich das legendäre BEHEMOTH – ein Technik-Monster auf zwei Rädern, das mit Satellitenkommunikation, Amateurfunk, E-Mail-System, Solaranlage und sogar einem Pager ausgestattet war.

Allein die Ausstattung des BEHEMOTH hatte damals einen geschätzten Wert von über 300.000 Dollar – größtenteils durch Sponsoren und Technikbegeisterte möglich gemacht.

Schreiben im Zelt – Arbeiten unterwegs

Roberts schrieb seine Artikel im Zelt, speicherte sie auf seinem Bordcomputer und schickte sie dann per Akustikkoppler über Münztelefone an Redaktionen wie Time oder Newsweek. Damit lebte er schon in den 80er-Jahren das, was wir heute als Remote Work kennen.

Er gilt deshalb als einer der wichtigsten Vorbilder der digitalen Nomadenbewegung – ein Mann, der Technologie und Freiheit des Reisens kombinierte, Jahrzehnte bevor das WLAN im Café zur Normalität wurde.

Medienaufmerksamkeit und Kultstatus

Seine Reisen machten Schlagzeilen. Das Fahrrad wurde auf der Titelseite des Wall Street Journal gezeigt, er trat in TV-Shows wie bei Phil Donahue auf und wurde in Technik- und Reiseszenen zum Kult. Heute steht das BEHEMOTH im Computer History Museum im Silicon Valley – ein Denkmal für die Verbindung von Abenteuerlust und Hightech.

Vom Rad zum Boot – und weiter

Nach Jahren auf dem Fahrrad verlagerte Roberts seine Experimente aufs Wasser und baute eine Hightech-Trimarane. Später lebte er auf einem 50-Fuß-Boot, ausgestattet mit 3D-Drucker, Wetterstation, VR-System, Musikinstrumenten und jeder Menge Funktechnik. Seit 2025 arbeitet er in einem mobilen 48-Fuß-Labor, mit dem er seine Archiv- und Digitalisierungsprojekte fortführt.

Steven K. Roberts zeigt: Man braucht nicht auf die Zukunft zu warten, um sie zu leben. Manchmal reicht ein Fahrrad – solange es mit genug Neugier, Kreativität und ein paar Kilogramm Technik beladen ist.

 

Analyse von Nomads.com: Die Plattform für digitale Nomaden

 

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