Octo Records: Downtempo aus Lissabon, das man sich merken sollte

Wer nach ruhigeren, organischeren Spielarten elektronischer Musik sucht, wird in Portugal fündig. Octo Records ist ein kleines, unabhängiges Label aus Lissabon – ohne grosses Marketing, dafür mit einer klaren Handschrift.

Worum geht es?

Das Label bewegt sich im Bereich Downtempo und langsamer, organischer Grooves. Auf Facebook beschreibt sich Octo Records schlicht mit einem einzigen Wort: Downtempo. Das trifft es ganz gut – hier geht es weniger um die Peaktime, mehr um den Moment davor und danach.

Auffällig ist die Vorliebe für Edits. Octo Records nimmt bestehende Stücke und baut sie für den Dancefloor um. Besonders spannend: Das Label greift dafür immer wieder auf portugiesisches Kulturgut zurück.

Ein paar Beispiele aus dem Katalog

Auf Bandcamp finden sich unter anderem:

  • Zeca Afonso – «Vejam Bem» (Nyvs Edit) und «Senhor Poeta» (∆ N D ∆ R ∆ Edition) – zwei Bearbeitungen des wohl wichtigsten portugiesischen Liedermachers.
  • António Variações – «Canção» (Nyvs Edit) – ebenfalls eine Ikone der portugiesischen Musikgeschichte.
  • Nicolas Jaar & Carminho – «Fado Das Horas» (Andara’s Edit) – Fado trifft auf elektronische Bearbeitung.
  • DakhaBrakha – «Над Дунаєм» (Isaque Solaris Stop The War Edit) – ein Edit des ukrainischen Folk-Quartetts.
  • Dazu Originalmaterial von Artists wie Kaygee, Kiaro, Pelikaan und Andara.

Die Bandbreite reicht also von portugiesischem Folk über osteuropäische Klänge bis zu karibischen Stücken – zusammengehalten von einem gemeinsamen, entspannten Tempo.

Nicht nur Releases, auch Partys

Octo Records veranstaltet in Lissabon eigene Showcases. Ein Beispiel: das «Octo Records Showcase» im Miradouro de Baixo, angekündigt als Mischung aus Downtempo, Bass House und Drum & Bass, Eintritt neun Euro, Start am späten Nachmittag. Genau die Art von Veranstaltung, die man in Lissabon eher über Mundpropaganda als über Plakate findet.

Reinhören

Am einfachsten geht das über Bandcamp und SoundCloud. Ein Teil des Katalogs ist dort frei zugänglich – Edit-Kultur lebt nun mal davon, dass die Musik zirkuliert.

Für alle, die zwischen zwei Techno-Nächten mal einen Gang runterschalten wollen: eine lohnende Entdeckung:

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