So funktioniert PeerBerry – einfach erklärt

PeerBerry ist ein Online-Marktplatz, auf dem man in Kredite investieren kann. Statt Geld auf dem Sparkonto liegen zu lassen, leiht man es indirekt an Kreditnehmer weiter und bekommt dafür Zinsen. Die Plattform wirbt mit einer durchschnittlichen Rendite von rund 11 % pro Jahr.

Wie das genau abläuft, was die Garantien bedeuten und welche Risiken dazugehören, erklärt dieser Artikel Schritt für Schritt.

Was ist PeerBerry überhaupt?

PeerBerry ist keine Bank und vergibt selbst keine Kredite. Die Plattform ist ein Marktplatz – eine Art Vermittler zwischen zwei Seiten:

  • Kreditgeber (Loan Originators): Kreditunternehmen in verschiedenen Ländern vergeben Kredite an Privatpersonen und Firmen – zum Beispiel Kurzzeitkredite, Autoleasing oder Kredite, die durch Immobilien besichert sind.
  • Anleger (also Sie): Sie kaufen einen Anteil an einem bereits vergebenen Kredit und erhalten dafür einen Teil der Zinsen.

Wichtig zum Verständnis: Sie schließen keinen Vertrag direkt mit dem Kreditnehmer. Sie kaufen eine Forderung – also den Anspruch auf die künftigen Rückzahlungen.

In vier Schritten investieren

1. Konto eröffnen Registrierung auf der Website oder in der App. Dazu gehört eine Identitätsprüfung mit Ausweis (gesetzlich vorgeschrieben, sogenanntes KYC-Verfahren).

2. Geld einzahlen Sie überweisen einen Betrag auf Ihr Anlegerkonto. Der Einstieg ist schon ab 10 Euro möglich – man muss also kein grosses Vermögen mitbringen, um die Plattform auszuprobieren.

3. Kredite auswählen Hier gibt es zwei Wege:

  • Manuell: Sie schauen sich einzelne Kredite an – Laufzeit, Zinssatz, Land, Kreditgeber – und entscheiden selbst.
  • Auto Invest: Sie legen einmal Ihre Regeln fest (z. B. maximal 20 € pro Kredit, nur Laufzeiten unter 12 Monaten, mindestens 10 % Zinsen). Danach investiert das System automatisch für Sie, sobald passende Kredite verfügbar sind. Es gibt auch fertige Strategien für Einsteiger.

4. Zinsen kassieren Zahlt der Kreditnehmer zurück, landen Tilgung und Zinsen auf Ihrem Konto. Von dort können Sie das Geld auszahlen lassen oder erneut anlegen. Wer laufend reinvestiert, profitiert vom Zinseszinseffekt.

Die beiden Sicherheitsnetze

Rückkaufgarantie (Buyback Guarantee)

Zahlt ein Kreditnehmer mehr als 60 Tage nicht, muss der Kreditgeber den Kredit zurückkaufen – zum vollen Betrag inklusive der bis dahin aufgelaufenen Zinsen. Sie warten also nicht endlos auf einen säumigen Schuldner.

Bei PeerBerry gilt diese Garantie nach Angaben der Plattform für alle angebotenen Kredite.

Gruppengarantie (Group Guarantee)

Zusätzlich steht die jeweilige Unternehmensgruppe hinter ihren Tochterfirmen. Kann ein einzelner Kreditgeber nicht zahlen, springt die Muttergesellschaft ein. Zusammen ergibt das einen doppelten Schutz.

Aber – und das ist der entscheidende Punkt: Eine Garantie ist immer nur so viel wert wie derjenige, der sie gibt. Geht ein Kreditgeber oder die ganze Gruppe pleite, läuft die Rückkaufgarantie ins Leere. Sie ist kein Einlagenschutz wie bei einer Bank.

Streuen statt alles auf eine Karte

Die wichtigste Regel beim Investieren gilt auch hier: nicht alles in einen Topf. PeerBerry ermöglicht Streuung über mehrere Ebenen:

  • verschiedene Kreditarten (Kurzzeitkredite, Leasing, immobilienbesicherte Kredite)
  • verschiedene Kreditgeber
  • verschiedene Länder

Wer 1 000 € auf 100 Kredite à 10 € verteilt, spürt einen Ausfall deutlich weniger als jemand, der alles in fünf grosse Kredite steckt.

Treuebonus

Wer grössere Summen investiert und länger dabeibleibt, erhält einen Bonus von bis zu 1 % zusätzlich auf den Zinssatz. Der genaue Satz hängt von der Höhe des angelegten Portfolios ab.

Die App

Die PeerBerry-App (iOS und Android) bietet praktisch den vollen Funktionsumfang der Website:

  • Investieren: Kredite filtern, Auto-Invest-Strategien anlegen oder manuell auswählen
  • Überwachen: Benachrichtigungen erhalten, Kreditstatus prüfen, Gewinnentwicklung verfolgen, Portfolio nach Kreditart, Kreditgeber und Land aufgeschlüsselt sehen
  • Verwalten: Geld einzahlen, auszahlen, Transaktionsberichte und Steuerbelege erzeugen

PeerBerry in Zahlen

Die Plattform gibt folgende Werte an (Stand laut Website – die Zahlen ändern sich laufend):

Kennzahl Wert
Insgesamt investiert rund 3,46 Mrd. €
An Anleger ausgezahlte Zinsen rund 56,5 Mio. €
Anzahl Anleger rund 121 000
Durchschnittliche Jahresrendite 11,02 %

Was Sie über die Risiken wissen sollten

Elf Prozent Rendite gibt es nicht geschenkt. Der hohe Zins ist die Bezahlung für ein echtes Risiko. Bevor Sie einsteigen, sollten Sie diese Punkte kennen:

  • Ihr Kapital ist nicht geschützt. Es gibt keine Einlagensicherung wie bei einem Bankkonto. Im schlimmsten Fall ist das eingesetzte Geld ganz oder teilweise weg.
  • Die Garantien hängen an fremden Firmen. Rückkauf- und Gruppengarantie funktionieren nur, solange die Kreditgeber zahlungsfähig sind.
  • Ihr Geld ist gebunden. Es fliesst zurück, wenn die Kredite zurückgezahlt werden. Einen jederzeit verfügbaren Zweitmarkt sollten Sie nicht voraussetzen.
  • Politische und Länderrisiken. Die Kreditgeber sitzen unter anderem in Osteuropa und Zentralasien. 2022 hat der Krieg in der Ukraine gezeigt, wie schnell Zahlungen aus einzelnen Ländern ins Stocken geraten können – betroffene Anleger warteten teils lange auf ihr Geld.
  • Vergangene Renditen sagen nichts über die Zukunft. Die 11 % sind ein Durchschnittswert der Vergangenheit, keine Zusage.
  • Steuern: Zinserträge sind steuerpflichtig und müssen in der Regel selbst in der Steuererklärung angegeben werden. Die Plattform stellt dafür Berichte bereit.

Für wen ist das etwas?

PeerBerry richtet sich an Menschen, die über ein Sparkonto hinausdenken und bereit sind, für höhere Zinsen ein spürbares Risiko einzugehen. Sinnvoll ist es nur als Beimischung – also mit einem Betrag, dessen Verlust Sie verkraften könnten, nicht mit dem Notgroschen.

Wer starten möchte, macht es am besten so: mit einem kleinen Betrag beginnen, breit über viele Kredite streuen, ein paar Monate beobachten – und erst dann entscheiden, ob und wie viel mehr investiert wird.

Quelle / Anmeldung:

Dieser Artikel erklärt die Funktionsweise der Plattform und ist keine Anlageberatung. Prüfen Sie vor einer Investition die aktuellen Bedingungen, Gebühren und Berichte des Anbieters. Bei jeder Geldanlage ist Ihr Kapital einem Risiko ausgesetzt; der Wert Ihrer Anlagen und die daraus erzielten Erträge können steigen und fallen.

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