Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 haben sich The Spitters aus Toulon zu einer festen Größe in der europäischen Garage-Punk-Szene entwickelt – laut, schnell und kompromisslos, aber längst nicht eindimensional. Was zunächst nach klassischem Drei-Akkorde-Punk klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinhören als durchdachtes Gesamtpaket aus Energie, Melodie und Haltung.
Im Zentrum der Band stehen Maxime Richard und Dorian Lahais-Cazalé, deren kreative Verbindung den Grundstein für den charakteristischen Sound gelegt hat. Ergänzt durch Barny und Sloog entstand über die Jahre ein Quartett, das den Spagat zwischen eingängigen Hooks und roher Punk-Attitüde mühelos beherrscht. Dabei schimmern Einflüsse von The Beatles ebenso durch wie die ungeschliffene Wucht von Pixies oder Jay Reatard.
Ihr aktuelles Album Fake Brutal markiert einen wichtigen Wendepunkt. Produziert von Mike Curtis und gemastert in den legendären Abbey Road Studios durch Christian Wright, bringt die Platte dreizehn Tracks auf den Punkt, die sich tief im Geist des ’77 Punk verwurzelt fühlen – ohne dabei stehen zu bleiben. Statt bloßer Nostalgie liefern The Spitters einen Sound, der modern wirkt, ohne seine Herkunft zu verleugnen.
Besonders auffällig ist die inhaltliche Entwicklung der Band. Während viele Genre-Kollegen auf reine Energie setzen, gehen The Spitters einen Schritt weiter und verarbeiten in ihren Texten Themen wie gesellschaftliche Oberflächlichkeit und das Chaos der Gegenwart. Zwischen verzerrten Gitarren und treibenden Drums entsteht so eine unerwartete Tiefe, die dem Album eine zweite Ebene verleiht.

Auch live gehört die Band längst zur ersten Liga. Auf Bühnen mit Acts wie The Hives, Ty Segall oder Bad Nerves sowie bei Festivals wie Hellfest beweisen sie regelmäßig, dass ihre Musik vor allem eines ist: unmittelbar. Direkt. Unwiderstehlich.
Medienstimmen unterstreichen genau diesen Eindruck. Die französische Zeitung Libération beschreibt die Band als Paradebeispiel für die Essenz des Rock’n’Roll – pure Energie von den ersten Sekunden an. Auch Gonzai hebt hervor, dass sich ihre Einflüsse von Sex Pistols über Buzzcocks bis hin zu Misfits erstrecken und damit weit über eine Generation hinausreichen.
Am Ende bleibt Fake Brutal genau das, was der Titel andeutet: eine rohe, scheinbar ungeschliffene Wucht, die bei näherem Hinhören erstaunlich vielschichtig ist – ein Album, das nicht nur antreibt, sondern auch zum Nachdenken zwingt.






