Wiederhören #1: Broadcast

Es ist so eine Sache mit der vollmundigen Ankündigung einer Artikel- resp. Kolumnenserie.
Schnell vollzogen, hapert es dann an der Umsetzung (Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meine Sammlung guter Lieder, die ihrem Namen (noch) nicht gerecht wird, weil sie bis zum heutigen Tag lediglich einen einzigen – dafür aber guten – Titel umfasst/beinhaltet). Markiere ich nun die Serieneröffnung – den Piloten – mit #1, so mag das seitens des Bonzpublikums als Verpflichtung für weitere Beiträge aufgefasst werden, denn wer #1 setzt, der wird ja wohl auch #2, #3, etc. auf Vorrat haben, nicht wahr?- Doch, aber, peu à peu (und das kann bekanntlich dauern)…

„Wieso dieses metatextuelle umständliche Geschwafel?“ könnte man an dieser Stelle einwerfen. Ganz einfach, weil ich über die hier vorzustellenden Bands, genauer, über deren Musik nicht allzu viele Worte verlieren möchte.

Beim Song Come on let's go dürfte es sich wohl um eine meiner letzten MTV- (oder vielleicht doch eher viva2-) Erinnerungen handeln, dann kam vor der Internetflutung kurzzeitig das Antennenradio zurück (Sounds! Seit jeher Quelle guter Musik wurde damals aber – ich meine mich zumindest an die ‚Drohung' erinnern zu können – in einem idiotischen Programmrestrukturierungsmanöver – auf den, von meiner damaligen städtischen Warte aus, nichtempfangbaren Kabelkanal verschoben).
Weil ich also die Single gut fand, hab mir das Album The noise made by people damals zu Weihnacht schenken lassen – zusammen mit Pierre Bourdieus opulenter Studie Die feinen Unterschiede; eine, im positiven Sinne, schöne materielle (/'maternelle') Bescherung.-
Während das Buch bis heute im angelesenen Zustand im Bücherregal ruht, wurde dem Albumobjekt eine aufmerksamere Karriere zuteil (im Buch liesse sich gewiss irgendwo eine Erklärung für dieses Konsumverhalten finden – man müsste nachschlagen).


Möglicherweise sehenswert: der Dokumentarfilm über [d]ie feinen Unterschiede (inklusive Büchern im Regal).

Vor dem Wiederhören sollen nun aber doch ein paar Sätze über die Band fallen. Als musikalische Referenzen werden ‚gemeinhin' (z.B. im Wikipediaartikel) die zu ihrer Zeit unglaublich produktiven Stereolab ins Feld geführt. Musikalische Ähnlichkeiten (auch oder gerade was die Instrumentierung betrifft) sind zweifelsohne vorhanden, auch wenn Broadcast über weite Strecken eine Spur melancholischer daher kommen. Des Weiteren wird auf The United States of America verwiesen – insbesondere in diesem Stück ist eine generationsübergreifende (Wahl-)Verwandtschaft herauszuhören. Leider bleibt uns Trish Keenans starke Stimme nur in der Erinnerung – glücklicherweise aber on the records – erhalten.
Beim Durchstöbern der gigantischen Rumpelkammer Youtube (wobei ich, der sich nicht gross mit der Musikpresse auseinandersetzt, vom Tod der Sängerin erfahren habe) bin ich letzthin über folgende hörenswerte Liveaufnahme gestolpert. Beeindruckend sind Präzision, Qualität und Energie. Einfach schön. Also: Kopfhörer und Lautstärkeregler auf (zurücklehnen und geniessen)!

„Play all“ drücken

– Für spätere/frühere Stunden: „Broadcast and the focus group – Investigate Witch Cults of the Radio Age“

_ Berberian Sound Studio (OST), eine jüngere Arbeit des verbliebenen Broadcasters:
– Trailer
– Beispiel

n.n.m.s.

Kompost und Komposita.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

X