Erst die Musik, dann die Theorie!

Interview mit Ace, Gitarrist von Skunk Anansie

Nach zwanzig Jahren als Profimusiker und über 5 Millionen verkauften Alben beschäftigt sich Ace noch immer ausschliesslich mit der Musik und gründet eine eigene Schule: Die Ace Guitar Academy! Ich traf Martin Ivor Kent, wie Ace mit bürgerlichem Namen heisst, in Zürich auf ein Interview. Sein Bruder wohnt in Zürich, daher besucht er die Schweiz öfters. Trotzdem war es nicht ganz einfach einen Termin zu finden. Er kam nur für 5 Tage hierher um im Drums Only eine kleine Gruppe von Schülern zu unterrichten.

Wie es zu diesem Interview kam? Ich lernte am Zermatt Unplugged  einige Leute der Skunk Annsie Crew kennen, während Skin in der Vernissage auflegte. Und irgendwie bekam ich dann die Chance, diesen sympathischen Musiker zu treffen. Er kam gerade von einer Shopping Tour im Zürcher Niederdorf zurück und hatte etwas Zeit, bevor er weiter musste, seinen Studenten Gitarrenstunden zu unterrichten. Ich traf Ace in einer hübschen Wohnung beim Kunsthaus in Zürich und er erzählte mir in wunderbarem Londoner Englisch viele spannende Dinge: Wie er zum Unterrichten kam, von der Gründung der Ace Guitar Academy und über die Skunk Anansie Acoustic Tour und das neue Album. Aber lies selber, hier das Interview:

Ace im Drums Only

Ace im Drums Only, Zürich

Was machst du in Zürich?
Heute Abend ist der letzte Tag der Master Class. Ich unterrichte im Drums Only fünf Schüler.

Was lernen die Schüler bei Dir?

Einer der Schüler hat diese Masterclass selber organisiert und mich gebucht. Es sind Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen, nicht „nur“ Musiker. Heute Abend sind u.a. ein Arzt und ein Software-Ingenieur dabei. Ich unterrichte an 5 aufeinanderfolgenden Tagen je 2 Stunden. In diesem Kurs hier geht es vor allem darum, meinen Art Gitarrespielen zu vermitteln: The Ace Method of Playing Guitar. In erster Linie also um die Technik. Die meisten Schüler buchen meine Kurse, um diese diese Art von Gitarrenspiel zu lernen. Ich unterrichte dabei im intimen Rahmen. Wir sitzen zusammen in einem Kreis. Dies ist eine sehr intensive Art von Unterricht. Ich habe schon mal probiert, längere Unterrichtseinheiten zu geben. Aber die Erfahrung zeigte, dass zwei Stunden Ace genau die richtige Länge für einen derartigen Unterricht sind. In London unterrichte ich auch Anfänger und manchmal gebe ich Einzeilunterricht. Dafür habe ich The Ace Guitar Academy gegründet.

Wie kam es dazu?
Der erste Kurs unter eigenem Namen war ein Wochenendkurs in London und dieser war ein grosser Erfolg. Bereits im zweiten Kurs hatte ich Schüler aus den USA und Russland, also Schüler die von weit her anreisten, um bei mir Gitarre zu lernen. Natürlich haben sie die Zeit auch genutzt, um die Sehenswürdigkeiten in London anzuschauen. Aber sie reisten wegen meines Unterrichts nach London.

Auf deiner Webseite steht, dass du dir das Gitarre spielen komplett selber beigebracht hast. Jetzt gründest du eine eigene Schule. Ist das nicht ein bisschen paradox?

Zuerst war die Musik, dann folgte die Theorie. So war es in der Geschichte der Menschheit und so ist das auch bei mir. Ich lernte nach Gehör Gitarrre spielen. Und zwar spielte ich anfangs Songs von Black Sabbath und AC/DC nach. Diese Bands sind am einfachsten zu kopieren. Diese Bands empfehle ich übrigens allen Anfängern. Led Zeppelin mag ich auch, aber deren Songs waren mir Anfangs zu schwierig.

Ace Guitar Academy

Ace Guitar Academy, London

Wie bist du auf die Idee gekommen, eine Schule zu gründen? Wie kamst du überhaupt dazu, anderen Musik beizubringen?

In der Pause (Skunk Anansie lösten sich 2001 auf und vereinten sich erst 2008 wieder) überredete mich ein Kollege am BIMM (Brighton Institue Of Modern Music) zu unterrichten. Ich fing an Stunden zu geben. Und ich hatte grossen Spass an dieser Arbeit. Ich schrieb mich selber für Kurse ein und Schloss dann 2008 mit dem Master in Music Education ab.
Nun bin ich also auch auf dem Papier berechtig Unterricht zu geben. (lacht) Es ist aber tatsächlich so, ich habe die Erfahrung und die Qualifikation. Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt die Arbeit in der Academy zu intensivieren.
Dazu kommt, dass ich ein kleines Kind habe. Ich möchte meinen Jungen aufwachsen sehen. Ich will nicht die ganze Zeit in einem Studio verbringen. Wenn man ein Album aufnimmt, dann verbringt man Tag und Nacht im Studio, ja selbst an den Weekends ist man beschäftigt. Die Schule ermöglicht mir ein regelmässiges Einkommen und was viel wichtiger ist, ich habe eine einigermassen geregelte Arbeitszeit.

Wie seid ihr eigentlich 2008 wieder zusammengekommen?

Das war einfach: Eines Tages rief mich Skin an, „Komm zu mir nach Hause“, und schwupps, waren wir wieder zusammen. Wir waren stets Freunde und haben uns auch während der Zeit, als es Skunk Anansie nicht gab, immer wieder getroffen.

Wie geht es danach weiter?

In den nächsten Tagen unterrichte ich einzelne Tage an Gymnasien in Italien. Das passt gut, denn wir werden in Italien mit Skunk Anansie noch eine Radio Show gestalten. Danach machen wir Pause. Die Acoustic Tour startet erst im März 2014. Darum widme ich mich jetzt voll und ganz der Academy. Gleichzeitig schreibe ich ein Buch. Es wird ein Gitarrenlehrbuch für Anfänger inkl. einer DVD. Auch ein Youtube Channel ist bereits registriert.

Wie geht des mit der Band weiter?

Exakt am 11. März 2014 werden wir mir Skunk Anansie unser 20 Jähriges Jubiläum feiern. Und dann ist ja auch noch der Acoustic Gig im Volkshaus Zürich. Im Herbst, nach der Acoustic Tour 2014, werden wir uns zurückziehen und an einem neuen Album arbeiten.

Das neue Skunk Anansie Album erscheint Anfangs 2015.

Ich freue mich darauf, insbesondere auf Zürich, da ich hier auch ein wenig zuhause bin.

Ausblick:
Skunk Ansie ist unplugged wirklich sehenswert. Die Band wirkt akustisch authentischer denn je. Die Frontfrau Skin hat eine unglaubliche Bühnenpräsenz und spart nicht an Anektoten aus ihrem bewegten Leben. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Alle diese Dinge zusammen machen die Konzerte dieser Band so speziell. Ich habe Skunk Anansie am Zermatt Unplugged gesehen und kann den Acoustic Gig in Zürich wärmstens empfehlen. Wie im Interview erwähnt, machen Skunk Anansi am 17. März 2014 im Volkshaus Zürich halt.

Website: http://www.aceguitaracademy.co.uk/
>> Blogpost von Märä über An Acoustic Skunk Anansie – Live in London

Christian Mäder

BITLAKE | Content Distribution

2 Gedanken zu „Erst die Musik, dann die Theorie!

  • 20. November 2013 um 09:54
    Permalink

    Liest denn keiner die Artikel korrektur, bevor die online gehen?

  • 20. November 2013 um 12:22
    Permalink

    Liebe Britta

    Vielen Dank für Deinen Kommentar. Es macht Spass, wenn Blogbeiträge Kommentare kriegen! Den Text habe ich nicht gegenlesen lassen. Gestern spielten die Goldenen Zitronen in Zürich und da war die ganze IT-Abteilung und grosse Teile der Redaktion am Konzert ;). Das Schöne am Online ist, dass man noch korrigierend eingreifen kann. Ich probiere rauszufinden wo die Fehler sind und werde dann korrigieren.

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