Verschlüsselt ins Netz

Wusstest du, dass dein Surfverhalten über mehrere Monate oder gar Jahre hinweg bei den ISPs (Internet Service Provider, z.B. Swisscom oder Cablecom) aufgezeichnet wird? Sie tun dies jedoch nicht freiwillig. Vater Staat zwingt die Unternehmen dazu, sämtliche Daten für mindestens 6 Monate aufzubewahren. Im Falle eines dringenden Tatverdachts können Ermittlungsbehörden dann auf diese Daten zugreiffen um ausführliche Profile der Tatverdächtigen zu erstellen. Das Problem ist nur, dass zu diesem Zweck die Daten von uns allen gesammelt werden. Was kann man dagegen tun?

Eins vorweg: es ist mit wenigen Tricks möglich, sämtlichen Methoden des Staates entgegen zu wirken. Die Millionen, die in diese „Ãœberwachung“ investiert werden sind ein Witz. Sie richten sich letztendlich nur gegen die normalen Bürger. Jeder halbwegs vernünftige Kriminelle könnte dem Staat problemlos ausweichen.

In diesem Beitrag geht es aber nur darum, die eigene Internetverbindung zu verschlüsseln und so den direkten Zugriff auf die Daten via ISP zu verhindern. Diese Methode verhindert nicht, dass du über Staatstrojaner, oder wie es der Staat selber gerne nennt „Government Software“, ausspioniert werden kannst. Das ist allerdings auch nicht notwendig, da solche Staatstrojaner nur bei dringendem Tatverdacht individuell programmiert werden und auch ziemlich teuer sind. Für Normalbürger ist eine verschlüsselte Internetverbindung daher vollkommen ausreichend. Zusammengefasst: dies ist keine Anleitung für potentielle Terroristen und Schwerstkriminelle, sie richtet sich ausschliesslich an normale Bürger die ihre Privatsphäre schützen wollen.

Jetzt zum Thema. Was du brauchst ist ein sogenannter VPN (Virtual Private Network) Dienst. Dabei wird von deinem Computer aus eine verschlüsselte Verbindung zu einem Server des Anbieters aufgebaut. Von dort aus gehen deine Anfragen dann ganz normal ins Internet und über die VPN Verbindung wieder zurück zu dir. Auf Deutsch: Von aussen wird es so aussehen, als hättest du die IP Adresse des Servers. Deine Verbindung kann nicht zu dir zurückverfolgt werden und die ISPs sehen nur verschlüsselten Datenmüll. Sie können nicht sehen was du machst, ob du nur surfst oder ob du gerade via Skype telefonierst. Alles bleibt versiegelt.

vpn-diagram Best VPNz

Im grunde genommen ist es ziemlich simpel. Die Sache hat jedoch einen Haken: VPN Angebote sind in der Regel nicht kostenlos. Zwar gibt es auch Anbieter, die mit kostenlosen Angeboten locken, jedoch weiss man da nie so recht, wie dort mit den Daten umgegangen wird. Dies ist aber ein entscheidender Faktor, denn der VPN Anbieter könnte deine Daten speichern. Was nützt es also, dem ISP auszuweichen, wenn die Daten dann einfach an einem anderen Ort landen? Aus diesem Grund sollte bei der Auswahl des Dienstes darauf geachtet werden, dass es kein Logging gibt. Das bedeutet, dass der Anbieter keine Aufzeichnungen über die Verbindungen aufbewahrt. Selbst wenn die Behörden also dort anklopfen würden, könnten die Anbieter nichts herausgeben.

 

#1 TorGuard

TorGuard hat Server über die ganze Welt verteilt und eignet sich besonders für diejenigen, die ihre Internetverbindung auch gerne mal stark belasten. Filesharing und Videostreaming geht problemlos. Verschlüsselt wird die Verbindung je nach Server mit 256-AES oder 128-bit Blowfish. Der Account kann mit bis zu 5 Geräten gleichzeitig verwendet werden (PC, Laptop, Smartphone…). Neben den üblichen Standards bietet TorGuard auch noch viele zusätzliche Extras wie beispielsweise Socks 4 Server, die jedoch separat bezahlt werden müssen. Mit 59.99 USD pro Jahr liegt TorGuard im mittleren Preissegment, bietet dafür aber eine hervorragende Leistung. Erwähnenswert ist auch noch, dass man mit Bitcoins bezahlen kann 🙂

 

#2 Hide.me

Hide.me hat weniger im Angebot als TorGuard und kostet noch dazu mehr. Um genau zu sein satte 109.99€ pro Jahr. Ich habe den Dienst dennoch in die Liste aufgenommen, weil hide.me einer der wenigen Anbieter mit einem seriösen Gratisangebot ist. Dieses Gratisangebot beschränkt sich allerdings auf 2GB pro Monat. Damit kannst du zwar keine grossen Daten runterladen, aber zum surfen reicht’s. Wenn du also nur mal einen VPN Dienst testen möchtest ohne gleich Geld dafür auszugeben, dann bist du hier genau richtig. Achte aber darauf, dass du die 2GB nicht für ein paar Youtube Videos verschwendest. Btw, das Angebot ist trotz des Preises super. Hide.me kommt genauso wie TorGuard problemlos mit grossen Datenmengen aus.

 

#3 NordVPN

NordVPN ist mit 48€ pro Jahr fast genauso teuer wie TorGuard. Auch hier stehen die Server überall auf der Welt und die Verbindung wird mit 256-bit AES verschlüsselt. Leider können bei NordVPN aber nur 2 Geräte gleichzeitig verwendet werden. Hin und wieder kann es vorkommen, dass die Geschwindigkeit einwenig schwankt. Das merkst du allerdings nur dann, wenn du deine Bandbreite bis ans Limit auslastest. Das Angebot ist trotzdem top. NordVPN akzeptier übrigens ebenfalls Bitcoins als Zahlungsmittel.

 

Es gibt noch viele weitere Anbieter, aber die jetzt alle hier aufzulisten würde zu weit führen. Wichtig sind eigentlich nur die Grundlagen. Wenn du dich dafür interessierst, solltest du dich ohnehin noch selbstständig weiter darüber informieren. Ein VPN Dienst ist ein simples Tool für den Schutz der Privatsphäre. Du solltest dabei aber nie vergessen, dass du nicht 100% anonym unterwegs bist. 95% vielleicht…aber auf jeden Fall kannst du damit verhindern, dass sich deine privaten Informationen irgendwo in einer Datenbank ansammeln.

Rave

Hauptberuflicher Chaot und staatlich geprüfter Paranoiker.

3 Gedanken zu „Verschlüsselt ins Netz

  • 26. Juli 2014 um 13:48
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    Hi, toller Artikel mit interessanten Links. Neben einer Verbindung via VPN könnte man auch noch Tails OS erwähnen. Auf einem USB-Stick installiert, kann es auf nahezu allen Rechnern verwendet werden. Zudem ist es kostenlos und basiert auf Debian.

  • 26. Juli 2014 um 14:16
    Permalink

    Das Problem mit Tails ist halt, dass man damit auffällt wie ein bunter Hund. Beim surfen verrät der User nicht nur welchen Browser und welche Plugins er verwendet, sondern auch das eingesetzte Betriebssystem. Wenn unter 1’000 Besuchern einer Webseite nur einer Tails verwendet, dann kann man ihn theoretisch isolieren und damit ein Bewegungsprofil erstellen. Zugegeben, auch hier gibt es wieder Mittel und Wege um diese Dinge zu verschleiern, aber die totale Anonymität im Netz ist eine Kunst für sich. NIchts desto trotz ist Tails ein tolles OS, genauso wie beispielsweise Mint, Kali oder Ubuntu.

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