Verwendest du schon Linux oder lässt du dich noch überwachen?

Vor knapp 20 Jahren hatten ein paar junge Aktivisten und Programmierer eine Vision. Sie wollten gemeinsam ein quelloffenes und freies Betriebssystem schreiben und damit der übermächtigen Konkurrenz den Kampf ansagen. Das Ergebnis dieser Vision heisst GNU/Linux.

Heutzutage begegnen wir Linux meist ohne es zu wissen. Auf Supercomputern läuft idR GNU/Linux, auf den meisten Servern läuft GNU/Linux, auf deinem Router läuft wahrscheinlich GNU/Linux, genauso wie in deinem Navi und vielleicht sogar im Auto selber. Selbst in deinem Backofen läuft womöglich ein Linux. Das am meisten verbreitetste Smartphone Betriebssystem Android basiert auf einem Linux Kernel. Ums mal ohne Fachbegriffe zu sagen: Die Universitäten verwenden für ihre Berechnungen Linux, die Banken verwenden für ihre Sicherheit Linux. Facebook, Google, Amazon, eBay und sogar Bonz (!), alle verwenden Linux. Mit anderen Worten, überall da wo Sicherheit und Stabilität eine wichtige Rolle spielt, wird Linux eingesetzt. Die Gretchenfrage lautet nun: Warum verwenden die meisten Leute für ihre eigenen Computer kein Linux?

Die Gründe dafür sind vtuxielseitig, aber in erster Linie liegt es wohl daran, dass neue Rechner bereits mit einem vorinstallierten Windows oder Mac-OS ausgeliefert werden. Trotz Hintertürchen, Viren, Malware und Spyware werden diese Betriebssysteme nach wie vor von den meisten Anwendern akzeptiert. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier…

GNU/Linux Betriebssysteme sind im Gegensatz zu Windows und Mac-OS komplett Open Source und bestehen überwiegend aus freier Software. Das bedeutet, dass sich theoretisch jeder mit dem entsprechenden Know How den Programmcode von GNU/Linux kopieren und sich daraus eine eigene Version von Linux basteln kann. Tatsächlich kommt dies relativ häufig vor, daher gibt es mittlerweile ein paar hundert unterschiedliche Versionen von GNU/Linux (Distributionen). Im folgenden Artikel möchte ich euch drei davon vorstellen.

Eins noch vorweg: Ihr könnt euch diese Betriebssysteme gratis herunterladen. Die heruntergeladene Datei kopiert ihr dann mit dem Tool „Linux Live USB Creator“ auf einen USB Stick. Wenn ihr dann den PC mit dem eingesteckten USB Stick neu startet habt ihr drei Möglichkeiten:

1. Linux im Live Modus starten. Im live Modus wird nichts installiert. Linux startet direkt vom USB Stick und ist nach einem Neustart wieder verschwunden. Ideal zum testen.
2. Linux neben Windows/Mac-OS installieren. Hierbei bleibt dein altes Betriebssystem auf dem Computer. Du kannst bei jedem Start eines der beiden auswählen.
3. Linux installieren und Windows/Mac-OS ersetzten.

 

Linux Mint 17.1

Linux Mint basiert auf der bekannten Linux Distribution Ubuntu. Im Gegensatz zu Ubuntu nervt es aber nicht mit der seltsamen Benutzeroberfläche Unity und hat auch keine Werbung von Amazon eingebaut. Linux Mint richtet sich an durchschnittliche Linux User und Neueinsteiger, die ein zuverlässiges Betriebssystem für den Alltag suchen.

Homepage: Linux Mint

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Zorin OS 9: Core

Zorin OS eignet sich ideal für Neueinsteiger aus der Windows-Welt. Die Navigation erinnert stark an Windows 7 und kann mit nur wenigen Klicks auch das Layout von Windows XP übernehmen. Zusätzlich verwendet Zorin OS Compiz für diverse Effekte wie beispielsweise den 3D Würfel. Das Betriebssystem sieht nicht nur gut aus, sondern läuft auch noch stabil und zuverlässig.

Homepage: Zorin OS

7 Switcher

Cube DarkTheme

elementary OS Luna

elementary OS Luna richtet sich, wie man an der Dock-Navigation am unteren Rand unschwer erkennen kann, primär an OSX User. Auch sonst hat sich das Team in vielen Bereichen von OSX inspirieren lassen. Wer dieses schlichte und dennoch effiziente Design mag, wird sich in elementary OS schnell zurecht finden.

Homepage: elementary OS

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Wie bereits erwähnt, gibt es ein paar hundert unterschiedliche GNU/Linux Distributionen. Wer sich noch weitere Distributionen anschauen möchte, wird auf DistroWatch bestimmt fündig. Für diejenigen die mehr über die Philosophie und Motivation hinter GNU/Linux erfahren möchten, habe ich hier noch zwei Doku-Tipps:

https://www.youtube.com/watch?v=4HlJrv_slBI

https://www.youtube.com/watch?v=YqqkdgE8RpM

Rave

Hauptberuflicher Chaot und staatlich geprüfter Paranoiker.

Ein Gedanke zu „Verwendest du schon Linux oder lässt du dich noch überwachen?

  • 2. Dezember 2014 um 18:12
    Permalink

    Hallo Rave,

    danke für deinen Artikel.

    Das wissen die wenigsten wo überall Linux drin steckt. Ich verwende seit über zwei Jahren nur noch Linux und bin immer noch begeistert von diesem wunderbaren Betriebssystem. 🙂

    Linux. Be free. http://bitly.com/1sXbAYb
    Ich wünsche allen viel Spaß mit Linux!

    Herzliche Grüße
    Emanuel

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