Wie Ex Libris seine Kunden täuscht!

Zugegeben, die Idee ist so genial wie banal: Man nehme einfach Wikipedia-Artikel und verkaufe diese als gedrucktes Endprodukt.
Im Prinzip macht Apple das ja auch, Apple nimmt ein Linux, schmeisst iTunes und sonstigen Werbemüll drauf und verkauft es teuer an den Kunden. Aber das ist ein anderes Thema. Wikipedia Artikel verkaufen.. dass ich nicht auf so eine Idee gekommen bin? Naja, mir fehlt es dazu halt an krimineller Energie. Und am Besten schreibt man auch ja nichts auf Titelbild, so dass es auch ja wie ein echtes Buch aussieht:

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Oder noch besser, man vergesse sogar den Vermerk „Source Wikipedia“ im Kleingedruckten und schreibt lediglich „Kartonierter Einband (Kt.) hinzu.

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Natürlich ist dieser „Einband“ nicht wirklich kartoniert; aber bis der Kunde das merkt, hat der das Produkt, welcher von der Haptik wie ein billiger Werbeprospekt daherkommt, schon ausgepackt und kann dieses nicht mehr retournieren. Das mutet schon etwas seltsam an, da der Bücherdiscounter Ex Libris einen Genossenschaftlerischen Hintergrund hat. Von privaten Online Shops ist man sich ja einiges gewohnt, dass aber nun Ex Libris zu derartigen Mitteln greift ist schon sehr fragwürdig. Was eine Genossenschaft genau für Ziele verfolgt, steht natürlich auch auf Wikipedia, pardon kartoniertem Ausdruck für sage und schreibe „nur“ 18 Flocken. Ich kann mir vorstellen, dass mit dieser Masche insbesondere Rentner abgezockt werden.. aber Rentner sind dankbare Opfer, sieht man ja auch in Griechenland oder bald wohl auch in Puerto Rico. Wenn die sich mit ihren stumpfen Krücken wehren, tuts nicht so weh(1!).

Nachtrag 13.7.2015

[1] >> Artikel Schweiz am Sonntag
[2] >> Artikel auf Persoenlich.com

Von Christian Mäder

BITLAKE | Content Distribution

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