Eine Reihe betrüblicher Ereignisse

Am Freitag den 13. geschehen laut Aberglauben haufenweise schlimme Dinge. So ist es kein Zufall, dass Netflix seine Serienadaption der beliebten Buchreihe „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ just am Freitag, den 13. Januar 2017 veröffentlichte. Die Erwartungen waren naturgemäß hoch, haben die Bücher über die Misere der Baudelaire-Waisen des Pseudonym-Autors Lemony Snicket doch zahlreiche Fans auf der ganzen Welt. Die Serie ist so konzeptioniert, dass jeweils zwei Folgen den Inhalt eines der dreizehn Bücher abhandeln, was aller Voraussicht nach zu insgesamt drei Staffeln führen wird.

Bereits die ersten Minuten von Folge eins entführen den Zuschauer in die herrlich skurril-düstere und dennoch kindlich-ignorante Welt des Lemony Snicket. Was zunächst positiv überrascht, ist die nur an wenigen Stellen von der Buchvorlage abweichende Handlung. Denn im Gegensatz zu dem bereits 2004 erschienen Film konzentriert sich die inhaltlich gut strukturierte Serie auf die Abhandlung der einzelnen Bücher in der korrekten Reihenfolge, so dass zwei Folgen, also in etwa die Länge eines Spielfilms, der Verfilmung eines der Bücher entsprechen. Dabei wirken die erzählten Handlungen nie zu kurz oder zu lang gehalten, sie schaffen es stattdessen, sich im richtigen Maß auf die wesentlichen Inhalte zu fixieren.

Neil Patrick Harris in der Rolle des Graf Olaf versteht es exzellent, sich auf den Balanceakt zwischen ernsthafter Boshaftigkeit und komödiantischem Overacting einzulassen und verleiht den Touch von Unwirklichkeit, die sie ausmacht. Denn trotz der düsteren und teils unheimlichen Grundgeschichte besitzt „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ stets einen humorvollen Unterton. Dieser wird durch die für die Bücher von Lemony Snicket typischen Unterbrechungen der Handlung durch den Erzähler verstärkt, der dem Zuschauer respektive Leser davon abraten möchte, weiter dem Geschehen zu folgen, was in der Serie durch ansprechende Bildkompositionen, in welchen der Erzähler selbst auftaucht und Erklärungen und Warnhinweise zum Besten gibt, während das Treiben im Hintergrund zum Erliegen kommt, gelöst wurde.

Trotz oder gerade wegen der teils offensichtlich im Studio gedrehten Szenen, oftmals einfach gestalteten Kulissen und an manchen Stellen recht billig anmutenden Animationen gelingt es der Serie, den Zuschauer in diese wunderbar absurde Welt zu ziehen. Die ungewöhnliche Machart der Serie weiß zu überzeugen und zieht nicht nur Fans der Bücher in ihren Bann zu ziehen. Als besonderes Schmankerl erfreut der Titelsong, der sich zwar in Bezug auf die hinterlegten Bilder nicht verändert, dafür jedoch für jede einzelne Folge neu eingesungen und mit anderem Inhalt versehen wurde. „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ ist sicherlich die skurrilste, wenngleich auch vielversprechendste Serienneuerscheinung des Jahres, die sich an qualitativ hochwertige Netflix-Eigenproduktionen nahtlos anschließt.

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AnnA

♥ musix und serienjunkie

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