Openair Gampel 2019 – die Party-Druiden haben wieder zugeschlagen

Den Wallisern sagt man nach, dass sie oftmals ihr eigenes Süppchen kochen. In Sachen Openair stimmt das definitiv. Beim Openair Gampel mischen die Organisatoren ihrem Festival-Cocktail schon seit Jahren eine Extraportion Party dazu. Die Partymeile am Gampel ist legendär. Bravohits, Rockmusik, Apreski inkl. bekannter DJ’s – Schon nach einem Schluck davon kann es einem ziemlich „trümmlig“ werden. Wahrscheinlich haben schon etliche Besucher deswegen nicht einmal den Weg bis ganz nach vorne zu den eigentlichen Bühnen gefunden.

Bunt gemischter Line-Up-Cocktail
© Daniela Rhyner

Fürs Line-up wurde auch tüchtig im Genre-Cocktail umgerührt, wie man ganz gut an den Headlinern merkte: Am Donnerstag rappten Bonez MC & RAF Camora über Kokain und Palmen aus Plastik. Schade, waren die Plastik-Palmen nicht schon vorher da. Parkway Drive hätte sie mit ihrer Pyro-Show relativ easy niedergebrannt. Am Freitag verwandelte Kygo das Openair-Gelände in eine Houseparty.  Samu Harber von Sunrise Avenue sorgte am Samstag für gut gelaunten Mitsing-Pop-Rock und wer am Sonntag nicht schon lange im Zug oder Auto auf dem Heimweg war, bekam noch Latin Sound von Loco Escrito. Obwohl im Vorfeld das Line-Up mit diesen Headlinern ziemlich kritisiert wurde, war es vor der Hauptbühne jeden Abend voll. Misch-Getränke kommen also doch besser an als gedacht. Das liegt aber vielleicht auch am ekligen Heineken-Bier, dass man sonst hätte trinken müsste.

Craft-Musik auf der Nebenbühne

Während auf der Hauptbühne also mehr so der Musik-Cocktail geboten wurde, bei der auch mal Capital Bra eine knappe Stunde lang zu Vollplayback auf der Bühne rumhampelte, war die White Stage musikalisch eher so der Craft-Beer-Stand. Viel handgemachte Musik, welche offensichtlich und glücklicherweise viele Openair-Besucher immer noch am besten finden, sonst wäre es vor der White Stage nicht so oft so eng geworden.

Da waren zum Beispiel Lo und Leduc, bei denen man sich vor der Nebenbühne – wenn überhaupt – nur noch im Takt bewegen konnte.

© Daniela Rhyner

Stress, der Leute aus dem Publikum zu Circlepit-Organisatoren beförderte oder gleich selber ins Publikum sprang.

© Daniela Rhyner

Leoniden, die vom Publikum mit aufwändigen Choreos überrascht wurden. Hier merkte man, dass die Leute neben dem ganzen Partygehopse auch so richtig Bock hatten, mit einer Band zusammen abzugehen.

© Daniela Rhyner

Royal Republic, die gern auch mal Musik mit ihrem Allerwertesten machen und unser absolutes Highlight des Gampels: Bury Tomorrow!

© Daniela Rhyner

Mit ihrem Metalcore gehörten sie zu den Line-Up-Aussenseitern und machten das aber ziemlich schnell durch ihre sympathische Art und natürlich durch ihren absolut geilen Sound wett. Ausserdem war es die erste Band, die eine Crowdsurf-Autobahn installiert hat. Zeitweise waren mehr Leute in der Luft als am Boden. Fragt mich nicht, wie das geht. Es war so.

Eigenbrand: Stefanie Heinzmann

Und dann kommt natürlich noch das, was in keiner gut sortierten Bar fehlen darf. Der Eigenbrand. Davon gab es am Gampel gleich mehrere. Am eindrücklichsten war Stefanie Heinzmann am Samstagabend.

© Daniela Rhyner

Diese Stimme in der Abendsonne an diesem Sommerabend am Gampel! Stefanie Heinzmann hatte Freude und einige Leute gleich Pipi in den Augen – oder war das vom Walliser Wüstensand, den der Wind wiedermal aufgewirbelt hat?

Auch in diesem Jahr haben die Druiden des Openair Gampels wieder eine einzigartige Party-Bowle zusammengemischt. Wenn wir eine Bestellung für nächstes Jahr aufgeben dürfen: Neben der Bowle bitte wieder etwas mehr von diesem Craft-Bier-Zeug.

 

Märä

Stieg einst von den hohen Glarner Bergen herunter in die Häuserschluchten Zürichs, um sich todesmutig in die Konzert-Locations in der Umgebung zu stürzen. Was dabei alles so passiert, liest man jeweils hier auf Bonz.ch. Ausserdem hört man mich ab und zu beim besten Radiosender der Welt: toxic.fm!

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